Fracking-Branche fürchtet um Standorte und Arbeitsplätze

Frackinganlage: Pressebild: Quellenangabe (Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.)

Deutsche Erdgas- und Erdölproduzenten: Politische Blockade bei der etablierten Erdgasförderung muss enden

(WK-intern) – BVEG-Vorsitzender Martin Bachmann: „Wir können nicht länger warten. Es ist höchste Zeit zu entscheiden.“

Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Rahmenbedingungen schaffen“

Die deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten fordern ein Ende des Stillstands beim Einsatz von Hydraulic Fracturing in der etablierten Erdgasförderung. „Unsere Mitgliedsunternehmen können nach fünf Jahren nicht länger warten. Es ist höchste Zeit zu entscheiden. Wenn nicht auf Basis einer neuen Gesetzgebung, dann auf Basis der bestehenden Rechtslage“, sagt Martin Bachmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) auf der Jahrestagung des Verbandes in Hannover.

Fünf Jahre habe die Branche freiwillig auf die Bearbeitung von Anträgen für konventionelle Erdgasförderprojekte mit der etablierten Methode des Hydraulic Fracturing verzichtet, um die Verabschiedung einer neuen Fracking-Gesetzgebung zu ermöglichen. „Allen Ankündigungen zum Trotz scheint sich die Bundespolitik erneut in die Sommerpause zu verabschieden, ohne über den vorliegenden Kabinettsentwurf zu entscheiden“, erläutert Bachmann. Er betont: „Die Politik ignoriert völlig, dass es um die Zukunft einer ganzen Branche, deren Mitarbeiter und Standorte geht. Daher wird die Branche keine andere Alternative haben, als eine Bearbeitung aktuell vorliegender und neu einzureichender Anträge auf Basis des geltenden Rechts einzufordern.“

Unterstützung signalisiert unterdessen Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies. „Danke, dass Sie bereit waren, in einem Moratorium abzuwarten. Ich glaube aber, dass diese Zeit jetzt abgelaufen ist“, sagt Lies in einer Videobotschaft zum Verbandstag. „Wir werden weiter beim Bund intensiv daran mitwirken, dass wir hoffentlich eine Regelung auf Bundesebene bekommen. Ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher, ob das gelingt“, so Lies in seiner Grußbotschaft. Niedersachsen brauche aber auch in Zukunft Erdgas- und Erdölförderung.

„Deshalb werden wir auf niedersächsischer Seite alle Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Zukunft von Erdöl und Erdgas und auch Geothermie und Geoenergie gesichert ist. Wenn es nicht zu einer Regelung auf Bundesebene kommt, werden wir es auf Länderebene vernünftig lösen und umsetzen“, kündigt Lies in seiner
Videobotschaft an den Verband an.

Dr. Christoph Löwer, Hauptgeschäftsführer des BVEG, weist im Rahmen der Tagung auf die dramatischen Folgen des Stillstands hin: „Kein Fracking bedeutet langfristig das Ende der Erdgasförderung in Deutschland. Bereits heute bedeutet es den Verlust von Arbeitsplätzen vor allem in Niedersachsen. Investitionen von rund 1 Mrd. Euro der Industrie sind in der Warteschleife.“ Dabei ist der Einsatz von Hydraulic Fracturing in konventionellen Lagerstätten etabliert. Die Technologie wird in Deutschland bereits seit fünf Jahrzehnten angewendet. Gut ein Drittel des hierzulande produzierten Erdgases wird mit dem Einsatz von Fracking gefördert.

Infolge der politschen Debatte habe sich die Erdgasförderung in Deutschland bereits halbiert. Löwer erläutert: „Heute werden nur noch rund zehn Prozent des deutschen Erdgasbedarfs aus heimischen Quellen gedeckt – vor 15 Jahren waren es noch mehr als 20 Prozent. Geht der Trend so weiter, wird Deutschland in wenigen Jahren vollständig von Lieferungen aus dem Ausland abhängig sein.“

„Wir aber sind bereit, weiterhin Verantwortung bei der Förderung von Erdgas zu übernehmen. Verantwortung für Sicherheit, Umwelt und Nachbarn“, so Bachmann.

Martin Bachmann ist Vorsitzender des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG). Zur Neuausrichtung des Verbandes sagt er: „Unsere Branchen stehen für so viel mehr. Unsere Anfänge liegen im Öl, doch unsere Zukunft liegt in der intelligenten Anwendung unseres vielschichtigen technischen Know-hows. Bei Öl, bei Gas, bei der Geoenergie. Aus diesem Bewusstsein heraus stellen wir uns als Verband neu auf. Und stärken so die Zukunft.“

PM: BVEG

Frackinganlage: Pressebild / Quellenangabe (Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.)

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