Bioenergie-Nutzung schützt Klima und Umwelt

Ein Drittel des Primärenergiebedarfs mit naturverträglicher Biomasse decken

(WK-intern) – Das Pariser Klimaschutzabkommen bedeutet die Abkehr von fossilen Energieträgern.

Damit steigt auch der Bedarf an klimafreundlichen Holzprodukten und Bioenergie.

Im Zuge von Diskussionen bleibt oft unberücksichtigt, dass der Klimawandel die größte Bedrohung für unsere Ökosysteme und alle darin vorkommenden Lebewesen sowie auch für die Land- und Forstwirtschaft selbst darstellt. Mit der Bioenergie-Nutzung kann gleichzeitig erneuerbare Energie bereitgestellt, CO2 eingespart und damit die heimischen Ökosysteme geschützt werden. Unter der Prämisse der nachhaltigen, naturverträglichen und umweltschonenden Nutzung sind EU-weit große Potenziale zum forcierten Einsatz von Holz und Holzbrennstoffen vorhanden.

Reduktion des Energieverbrauchs und naturverträglicher Ausbau der Erneuerbaren
„Der Klimawandel stellt unbestreitbar ein großes Problem für die Biodiversität dar. Gerade in Österreich wirkt sich dieses weltweite Phänomen verstärkt aus. Durch einen beinahe doppelt so hohen Temperaturanstieg im Vergleich zum globalen Trend geraten insbesondere im Alpenraum Arten zunehmend unter Druck oder werden gar verdrängt. Im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen sind eine drastische Reduktion des Energieverbrauchs, die Erhöhung der Energieeffizienz und ein umweltbewusster und naturverträglicher Ausbau der Erneuerbaren Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes, und fährt fort: „Im Zuge der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger wird die Nutzung von Bioenergie unter der Grundvoraussetzung einer nachhaltigen Bewirtschaftung einen relevanten Beitrag leisten müssen. Dabei gilt es, mit Augenmaß vorzugehen und gegenseitiges Verständnis zu forcieren. Denn es werden jedenfalls Kompromisse auf Seiten der Bioenergienutzung wie auch auf Seiten des Naturschutzes notwendig sein. Als Leitlinie dabei kann die Kernaussage der kürzlich beschlossenen ,Waldstrategie 2020+‘ gelten, die auf eine ,forcierte Holznutzung im naturverträglichen Ausmaß‘ abzielt. Der Umweltdachverband kann das mittragen, solange der Holzvorrat in unseren Wäldern zunimmt und klar ist, dass es auf der anderen Seite weitere Waldschutzgebiete und waldökologische Maßnahmen braucht. Beides ist derzeit der Fall.“

Umstieg auf biogene Rohstoffe ein Gebot der Stunde
Rudolf Freidhager, Vorstand Österreichische Bundesforste (ÖBf): „Wir sind überzeugt davon, dass an der Energiewende kein Weg vorbei führt und dass eine sukzessive Umstellung auf biogene Rohstoffe ein Gebot der Stunde ist. Die Bundesforste als größter Naturraumbewirtschafter leisten dazu ihren Beitrag – mit der Bereitstellung biogener Rohstoffe von Holz über Waldbiomasse bis hin zu Energie und Strom aus Wind und Wasser. Die Nutzung von Biomasse als Energieholz ist auch wirtschaftlich von großer Bedeutung für uns. Sie liefert nicht nur Strom aus erneuerbaren, nachwachsenden Rohstoffen, sondern schafft auch eine neue Verwertungsmöglichkeit für bisher nicht absetzbare Holzsortimente.“ Freidhager ergänzt: „In vielen Fällen ist die Nutzung von Biomasse auch ökologisch sinnvoll, da dem Wald kritisches Brutmaterial etwa für Waldschädlinge wie dem Borkenkäfer entzogen wird. Durch ein zeitnahes Hacken von Waldbiomasse verringert sich die Schadholzmenge um ein Vielfaches. Damit die Nutzung der Biomasse zu keiner Standortsdegradation führt und somit nachhaltig ist, haben die Bundesforste ein einfaches, aber sehr wirksames Konzept entwickelt, das dem Förster vor Ort sagt, auf welchen Standorten Biomasse genutzt und auf welchen keine genutzt werden darf.“

Holzvorräte EU-weit auf Rekordniveau
„Bis 2030 löst die Bioenergie Öl als wichtigsten Energieträger ab, wenn auch die entsprechenden Energieeffizienz-Maßnahmen gesetzt werden. Die Bereitstellung von etwa einem Drittel der benötigten Primärenergie ist bis 2050 ebenfalls möglich. Von einer Überschreitung der Nachhaltigkeitsgrenzen in der Waldbewirtschaftung sind wir bei diesen Szenarien weit entfernt, obwohl auch in Zukunft etwa 80% der Bioenergie auf Holz basieren werden“, erklärt Josef Plank, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Neben Österreich befinden sich auch in der EU die Holzvorräte auf Rekordniveau. In den vergangenen fünf Jahren ist der EU-Waldbestand um 1,5 Mrd. Festmeter (fm) angewachsen – das ist mehr als der gesamte Österreichs. Nur etwa 60% des jährlich nutzbaren Zuwachses von über 700 Mio. fm werden verarbeitet. „Der Import-Anteil in die EU beträgt bei Biomasse weniger als 4%. 99,994% unserer Energieimporte basieren auf fossilen, die Umwelt und das Klima belastenden Energieträgern. Hier müssen und können wir den Rotstift ansetzen“, ergänzt Plank. In der Biomassebranche werden Reststoffe und Nebenprodukte aus der Forstwirtschaft, Massivholzverarbeitung und Abfallwirtschaft verwertet. Österreich verfügt über eine weltweit führende Holzindustrie, die vorwiegend Rohstoffe aus Österreich und Nachbarländern verarbeitet sowie über 80% der Produktion exportiert. Dies schafft besonders gute Voraussetzungen für die Bioenergie-Nutzung. Für einen Kubikmeter Holz der in einem Massivholzprodukt landet, fallen entlang der Wertschöpfungskette – vom Wald bis zum Dachstuhl – sechs Kubikmeter Nebenprodukte für die industrielle Weiterverarbeitung und die energetische Nutzung an. „Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem auf Basis erneuerbarer Rohstoffe ist die nachhaltige Holzproduktion in unseren Wäldern sowie die verstärkte Nutzung von Massivholzprodukten. Bioenergie als der bedeutendste erneuerbare Energieträger ist maßgeblich für die Erreichung des 2-Grad-Zieles unverzichtbar. Die Einnahmen aus Waldhackgut- und Brennholzverbrauch ermöglichen kostendeckende Forstschutz- und Pflegemaßnahmen im Wald. Fernwärme, Ökostrom und Pellets schaffen neue Absatzmöglichkeiten für die Wertschöpfungskette Holz und reduzieren die Brennstoffkosten für Haushalte, Gewerbe und Industrie“, schlussfolgert Plank. Information zur Veranstaltung

Falter „Bioenergie und Umweltschutz“ steht hier zum Download bereit:
www.biomasseverband.at/publikationen/falter/

PM: Österreichischer Biomasse-Verband

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