Windkraft stellt keine Bedrohung für den Bestand des Mäusebussards dar

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Studie wertete umfangreichen Datensatz unter Berücksichtigung essentieller Parameter zu den Auswirkungen von Anlagen auf Vogelarten in Deutschland aus

(WK-intern) – Entgegen den Ergebnissen einer Progress-Studie, gefährden Windparks den Bestand von bedrohten Vogelarten nicht.

Zu dieser Erkenntnis kommt eine jüngst vom Umweltbüro KohleNusbaumer in Lausanne veröffentlichte Studie, in deren Mittelpunkt die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf den Bestand des Mäusebussards stand. Vielmehr handle es sich hierbei um ein Scheinproblem.

Die aktuelle Studie (http://www.hans-josef-fell.de/content/index.php/dokumente/2-studien-und-analysen/912-windenergie-und-rotmilan-maeusebussard-ein-scheinproblem) belegt, dass die Bestände von Greifvögeln, wie auch anderer, als windsensibel eingestuften Vogelarten, parallel zum forcierten Ausbau der Windenergie in Deutschland einen historischen Höchststand erreicht haben. Mittlerweile stellt der Mäusebussard die mit Abstand am häufigsten vertretende Greifvogelart dar: gegenwärtig gibt es zwischen 80.000 und 135.000 Brutpaare im gesamten Bundesgebiet.

Die Erhebung verweist viel mehr auf eine fehlerhafte Schlussfolgerungen: Zwar übertrifft der Mäusebussard mit 373 registrierten Windkraftopfern andere Greifvogelarten, unter Einbezug der Bestandsgröße relativiert sich dieses Bild jedoch. Im Vergleich zum seltenen Seeadler, weisen Mäusebussarde eine 50-mal geringere Wahrscheinlichkeit auf, Opfer einer Windkraftanlage zu werden.

„Die Behauptung, Windkraft wirke sich negativ auf den Bestand bedrohter Vogelarten aus, wie sie von Windkraftgegnern seit Jahren aufgestellt wird, ist wissenschaftlich schlicht nicht haltbar. Die neuste Studie mit korrekter Bewertung der Auswirkungen der Windenergie auf den Mäusebussard belegt, dass sich Klimaschutz und der Erhalt der Artenvielfalt nicht widersprechen. Es ist dringend notwendig, dieses Vorurteil ein für alle mal aus der Welt zu schaffen“, sagt Hans-Josef Fell, ehemaliger Bundestagsabgeordneter Bündnis ´90/Die Grünen und Mitautor des EEGs. „Im Gegenteil die Windkraft ist unverzichtbar für den Klimaschutz und hilft damit die Erderwärmung zu bekämpfen, die heute schon Hauptursache für den Artenschwund auf der Erde ist“, so Fell weiter.

In der Fundkartei für Kollisionsopfer der Vogelschutzwarte Brandenburg nimmt der Mäusebussard nach absoluten Zahlen den ersten Platz ein. „Trotz des ersten Platzes entspricht die Zahl der Funde wegen der Häufigkeit des Mäusebussards nur einem Anteil von verschwindend geringen 0,01 % der Verluste“, so Dr. Oliver Kohle, Autor der Studie vom Umweltbüro KohleNusbaumer. „Der Rückgang der Verluste durch das Stromnetz ist 100-mal höher als die Zunahme durch die Windenergie.“

Nicht zuletzt schüren solche fehlerhaften und unvollständigen Analysen die Konflikte mit den Naturschutzorganisationen. Basierend auf den inkorrekten Aussagen der Progress-Studie fordert der NABU aktuell eine Kopplung des Windenergieausbaus an die allgemeine Populationsentwicklung, bei abnehmenden Beständen sollen gar bestehende Anlagen abgebaut werden. Eine entsprechende Umsetzung ließe allerdings andere, viel schwerwiegendere Gründe für den Rückgang von Populationen, wie beispielsweise die Ausweitung der intensiven Landwirtschaft, vollkommen außeracht. Die Studie des Schweizer Umweltbüros deckt die Fehlerhaftigkeit und die Regressivität dieser Forderungen auf und weist darüber hinaus die erfolgreiche Koexistenz von Mäusebussarden und Windkraftanlagen nach.

PM: Hans-Josef Fell

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