EEG-Neuregelungen für Tiefe Geothermie nachbessern

Die Geothermieanlage in München-Riem Bild: Bundesverband Geothermie

Gestern hat das Bundeskabinett in Berlin die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen.

(WK-intern) – Der Beschluss sieht vor, dass der Degressionsbeginn für Tiefe Geothermie von aktuell 2018 auf das Jahr 2020 verlängert wird.

Die Geothermiebranche sieht darin eine Anerkennung der problematischen Degressionsregelung.

Der Schritt genügt aber nicht, um den langfristigen Ausbau von planbarem Geothermiestrom zu ermöglichen.

Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverband Geothermie e.V. (BVG), äußert sich: „Der Bundesregierung ist bewusst geworden, dass die aktuelle Degressionsregelung zu schnell greift. Wenn die Geothermie als planbarer Stromlieferant in der Zukunft eine Rolle spielen soll, ist aber eine konsequentere Änderung nötig.“

Der Bundesverband Geothermie schlägt vor, die Degression am tatsächlichen Zubau der installierten Leistung zu orientieren. Pro 100 Megawatt Leistung wird die Vergütung um 1 Prozent gesenkt. Vertrauensschutz für die Projektentwickler soll durch eine Festschreibung der Regelung bis 2025 erreicht werden.

„Eine innovative Technologie braucht einen klaren Ausbaupfad“, fordert Knapek. Geothermieprojekte werden über 5-7 Jahren geplant und umgesetzt. In der Zwischenzeit kann das EEG mehrmals verändert werden. „Die Branche muss darauf vertrauen können, dass die bei Projektstart geltende Vergütung auch für den Betrieb der Anlage gilt. Die Vorschläge der Bundesregierung schaffen nur Vertrauen für eine Handvoll in der Entstehung befindliche Projekte, nicht jedoch für die geplanten. Um die Unsicherheiten auf Seiten der Projektrealisierer, Investoren und Banken zu beseitigen, muss die EEG-Reform nachgebessert werden“, erklärt Knapek weiter.

Aktuell sind neun Geothermiekraftwerke mit einer installierten Leistung von 38 Megawatt am Netz. 30 weitere Geothermieanlagen versorgen Deutschland mit mehr als 1000 Gigawattstunden Wärme. Geothermie zeichnet sich durch flexible steuerbare Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung aus. Sie braucht keine Speicher und trägt zur Netzstabilität bei. Erdwärmenutzung ist zudem CO2-frei und platzsparend – neue, überregionale Stromtrassen sind nicht notwendig.

Über den Bundesverband Geothermie e.V.:

Der 1991 gegründete Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Einzelpersonen, die auf dem Gebiet der Erdwärmenutzung in allen Bereichen der Forschung und Anwendung tätig sind. Er vereint Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft, Planung und der Energieversorgungsbranche. Hauptaufgaben des Verbandes sind die Information der Öffentlichkeit über die Nutzungsmöglichkeiten geothermischer Energie zur Wärme- und Stromerzeugung sowie der Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Der BVG organisiert den jährlichen Geothermiekongress DGK ebenso wie Workshops zu aktuellen Themen und ist Herausgeber der Fachzeitschrift „Geothermische Energie“ sowie weiterer Informationsmaterialien. Der DGK 2016 findet vom 29. November bis 1. Dezember in Essen statt.

PM: BVG

Die Geothermieanlage in München-Riem
Bild: Bundesverband Geothermie

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