Ausschreibungen für Windstrom erhöhen Druck auf die Qualität von Gutachten und Prognosen

Windparkaufbau / Foto: HB

Experten auf dem 8. Branchentag Windenergie NRW bewerten Paradigmenwechsel in der Förderung

(WK-intern) – Das Tauziehen zwischen Bund und Ländern um die Reform des EEG 2016 geht in die entscheidende Phase.

Bereits am 8. Juni soll die Novelle das Kabinett passieren.

Klar ist, dass sich die Windbranche ab 2017 auf neue Spielregeln und Ausschreibungen einstellen muss und die bisher feste Vergütung zugunsten von mehr Wettbewerb gestrichen wird. Die Auswirkungen der vorliegenden Einigung werden Experten auf dem 8. Branchentag Windenergie NRW am 14. und 15. Juni in Düsseldorf in Vorträgen und Workshops bewerten.

Die Einigung zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs zur EEG-Novelle nimmt Konturen an. Diese Woche verständigten sich die Parteien darauf, den Deckel für den Aus-bau der Windenergie an Land von zuletzt 2500 auf 2800 Megawatt netto pro Jahr anzuheben. In den von Netzengpässen betroffenen nördlichen Bundesländern soll der Ausbau aber nur noch 60 Prozent des bisherigen durchschnittlichen Ausbaus der letzten Jahre betragen. Zudem wird es für alle Anlagen, die zum 1.Juni 2017 ans Netz gehen, eine Sonderdegression in Höhe von fünf Prozent geben, weil die 2014 festgelegten Ausbaukorridore überschritten wurden. Mit ihrer Einigung in wesentlichen Streitpunkten macht die Politik damit auch den Weg für Ausschreibungen von Windleistung frei, der die bisherigen Strukturen mit einer festgelegten Förderung grundlegend verändern wird.

Diesen Ball nehmen ausgewiesene Experten auf dem Branchentag an beiden Tagen auf. Einerseits wird es in den Workshops um die Bewertung des Windpotenzials und Standortes von geplanten Projekten unter den Vorzeichen von Ausschreibungen gehen. Hier sieht das novellierte EEG vor, dass Akteure ab Mai 2017 Gebote für die erzeugten Kilowattstunden abgeben müssen und der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält. Der gebotene Preis wird in diesem Verfahren über eine Laufzeit von 20 Jahren gezahlt und die tatsächliche Produktion an einem Standort nach fünf, zehn und 15 Jahren durch unabhängige Gutachter geprüft. Das soll eine Überförderung von Standorten verhindern, weil Abweichungen von den berechneten Windprognosen entweder Rückzahlungen oder einen Nachschlag auf den Preis zur Folge haben. Zudem gehen Experten davon aus, dass sich die Gebotspreise an der unteren Schmerzgrenze bewegen werden, weil die Angebote das Volumen der Ausschreibungen unterschreiten werden. Zudem soll das Verfahren auch dazu führen, dass sich die Gebote und Standorte bundesweit vergleichbaren lassen.
Dieser neue Mechanismus lässt den Druck auf die Qualität von Windmessungen und Ertragsprognosen zwangsläufig steigen, weil potenzielle Interessenten die Windpotenziale und Prognoserisiken für ihre Standorte sehr genau einschätzen müssen, bevor sie mit einem verbindlichen Angebot in die Ausschreibungen gehen. Diese Auktionen bergen neue Risiken, die auch Auswirkungen auf die Finanzierung haben. Diese werden in einem weiteren Workshop thematisiert. Breiten Raum werden auf dem Branchentag auch die Veränderung der Akteursvielfalt und die mögliche Konzentration auf weniger Akteure einnehmen. Künftig wird die zuständige Bundesnetzagentur hohe Sicherheiten für jede gebotene Megawattstunde einfordern, die verloren wären, wenn ein Bieter nicht den Zuschlag erhält. Dieses finanzielle Risiko betrifft vor allem kleinere Unternehmen sowie Bürgergesellschaften- und Energiegenossenschaften, für die es zwar Erleichterungen im Auktionsverfahren, bisher aber keine Ausnahmen von der Teilnahme gibt.

Der 8. Branchentag Windenergie findet am 14. und 15. Juni in Düsseldorf im Nikko Hotel statt und wird von Lorenz Kommunikation veranstaltet. Für Rückfragen steht Klaus Lorenz, Telefon: 02182-57878-10, E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de , zur Verfügung. Weitere Infos unter www.nrw-windenergie.de

Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 8. Branchentag Windenergie NRW:

Agentur für Erneuerbare Energien e.V., BME Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., Bundesverband WindEnergie e.V., EE.SH Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein, EEHH GmbH, ENBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW GmbH, Forum Vision Instandhaltung e.V., HAUS DER TECHNIK e.V., Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Messe Husum & Congress GmbH & Co. KG, NATURSTROM AG, Offshore-Wind-Industrie-Allianz, Ostwind AG, Rheinische Mittelstandsberater AG, Spreewind GmbH, Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen e.V., TÜV SÜD Industrie Service GmbH, Verband kommunaler Unternehmen e.V., Landesgruppe Nordrhein- Westfalen, VGB PowerTech e.V., WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Women of Wind Energy Deutschland e.V., wpd onshore GmbH & Co. KG

PM: Lorenz Kommunikation

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