Neue Schallstudien und der störenden Einfluss auf Erdbebenstationen sind Themen auf Branchentag Windenergie

Klar ist nach Einschätzung von Experten, dass Windenergieanlagen solche Stationen stören können, weil die Schwingungen der Bauwerke über die Fundamente in den Boden eingeleitet werden. / Foto: HB

Die komplexen Genehmigungsverfahren für Windparks werden nicht einfacher.

(WK-intern) – Neue Studien aus Nordrhein-Westfalen führen zu Diskussionen um den störenden Einfluss von Windenergieanlagen auf Erdbebenstationen und zu einer Neubewertung für die Ausbreitung des Schalls.

Mit diesen heißen Eisen werden sich Experten auf dem 8. Branchentag Windenergie NRW am 14. und 15. Juni in Düsseldorf auseinandersetzten.

Ein neues Fass hat ausgerechnet der Windenergieerlass für Nordrhein-Westfalen aufgemacht.
Er fordert nach einer Novelle seit Ende 2015 die Beteiligung des geologischen Dienstes (GD) an Planungsvorhaben und schlägt einen Schutz- und Prüfradius von zehn Kilometern rund um die betroffenen seismologischen Stationen vor. Der landeseigene GD betreibt 14 solcher Erdbebenstationen. Viele weitere Stationen werden zudem von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen betrieben. Klar ist nach Einschätzung von Experten, dass Windenergieanlagen solche Stationen stören können, weil die Schwingungen der Bauwerke über die Fundamente in den Boden eingeleitet werden.

Aufgrund fehlender Untersuchungen ist aber nicht klar, in welchem Ausmaß das geschieht und ob sich diese Störungen in einem zulässigen Bereich bewegen oder nicht. Diese bisher nicht geklärte Frage hängt auch davon ab, ob Stationen eine spezielle Messaufgabe haben, nur die seismologischen Aktivitäten aufzeichnen und welche Vorbelastungen durch andere Quellen es gibt. Das führt wiederum zu Verunsicherungen bei den Behörden und den Antragstellern von Windparkprojekten. Letztere müssten sich einen kundigen Sachverständigen für ein Gutachten besorgen, dessen Ergebnisse im Rahmen einer Einzelfallprüfung wiederum vom GD geprüft werden. Die Ergebnisse oder Empfehlungen sind für die Genehmigungsbehörden aber nicht verbindlich. Die Autoren eines rechtlich-seismologischen Gutachtens bemängeln fehlende Grundlagen sowie Grenzwerte und werden ihre Ergebnis-se gemeinsam mit weiteren Akteuren auf einem Workshop am 15. Juni auf dem Branchen-tag vorstellen.

Ebenso spannend ist ein Workshop am 14. Juni, der sich mit der Ausbreitung des Schalls von Windenergieanlagen beschäftigen wird. Hier hatte das Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) 2015 im Rahmen einer Messkampagne an zwei Analgen Abweichungen von der Berechnung der Schallprognosen festgestellt. Bisher wer-den die im Genehmigungsverfahren vorgeschriebenen Prognosen zur Ausbreitung des Schalls und der Einhaltung geltender Grenzwerte zur umliegenden Bebauung nach der E DIN ISO 9613-2 berechnet. Dieses von der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) empfohlene Verfahren bezieht sich aber nur auf sogenannte bodennahe Schallquellen mit einer Höhe von maximal 30 Metern. Die Messungen des LANUV kamen zu dem Ergebnis, dass die realen Schallausbreitungen ab einer Entfernung von 800 Metern höher ausfallen und nicht mehr zu den Ausbreitungsprognosen der Berechnungsmodelle passen. Die Gründe für diese Abweichungen werden darin gesehen, dass der Boden weniger Schallenergie aufnimmt als in den Modellen angenommen wird und dass moderne Anlagen deutlich höher sind als 30 Meter. Inzwischen haben sich die LAI und die zuständigen Ausschüsse auf ein vorläufiges und modifiziertes Berechnungsverfahren verständigt. Wie dieses aussieht und welche Einfluss die neuen Ergebnisse auf die Genehmigungspraxis haben, wird Thema des Workshops auf dem Branchentag sein.

Der 8. Branchentag Windenergie findet am 14. und 15. Juni in Düsseldorf im Nikko Hotel statt und wird von Lorenz Kommunikation veranstaltet. Für Rückfragen steht Klaus Lorenz, Telefon: 02182-57878-10, E-Mail: k.lorenz@lorenz-kommunikation.de, zur Verfügung. Weitere Infos unter www.nrw-windenergie.de

Diese Institutionen und Unternehmen unterstützen den 8. Branchentag Windenergie NRW:

Agentur für Erneuerbare Energien e.V., BME Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., Bundesverband WindEnergie e.V., EE.SH Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein, EEHH GmbH, ENBW Energie Baden-Württemberg AG, EnergieAgentur.NRW GmbH, Forum Vision Instandhaltung e.V., HAUS DER TECHNIK e.V., Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V., Landkreistag Nordrhein-Westfalen, Messe Husum & Congress GmbH & Co. KG, NATURSTROM AG, Offshore-Wind-Industrie-Allianz, Ostwind AG, Rheinische Mittelstandsberater AG, Spreewind GmbH, Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen e.V., TÜV SÜD Industrie Service GmbH, Verband kommunaler Unternehmen e.V., Landesgruppe Nordrhein- Westfalen, VGB PowerTech e.V., WAB e.V., WindEnergy Network e.V., Women of Wind Energy Deutschland e.V., wpd onshore GmbH & Co. KG

PM: Lorenz Kommunikation

Klar ist nach Einschätzung von Experten, dass Windenergieanlagen solche Stationen stören können, weil die Schwingungen der Bauwerke über die Fundamente in den Boden eingeleitet werden. / Foto: HB

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