Elektroauto-Kundenbarometer: Schweizer bevorzugen saubere Mobilität

Schweizer bevorzugen saubere Mobilität / Foto: HB

Die sechste Auflage des Kundenbarometers erneuerbare Energien zeigt, welche Einstellung Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz zu Energiefragen haben.

(WK-intern) – Die Studienergebnisse sind online verfügbar.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung würde gerne einmal ein Elektroauto ausprobieren, ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer kann sich vorstellen, in den nächsten zwei Jahren ein Elektroauto zu kaufen, und 74% der Bevölkerung denken, Batteriespeicher könnten die Stromversorgung revolutionieren.

Solar Prosumer: Strom selbst produzieren
Immer mehr Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer interessieren sich dafür, durch eine Solaranlage auf dem Dach selbst zu Stromproduzenten zu werden. Dieser Trend zum «Solar Prosumer» – dem Konsumenten, der gleichzeitig auch Produzent ist – könnte sich künftig noch verstärken durch die zunehmende Verbreitung von dezentralen Batteriespeichern. Durch die Speicherung des Solarstroms vom eigenen Dach könnten Haushalte unabhängiger von ihrem Stromlieferanten werden. 65% der Befragten erachten das als begrüssenswert. 74% der Befragten sind der Meinung, dass Batteriespeicher die Stromversorgung revolutionieren könnten. Zwar denken nur 21% der Befragten, dass eine Investition in Batteriespeicher schon heute rentabel sei, doch ist die Erwartung weit verbreitet, dass die Preise für Speichersysteme fallen werden – ähnlich, wie es bei Solarpanels in den vergangenen Jahren zu beobachten war.

Lust auf Elektromobilität
Einer der markantesten Trends in der diesjährigen Befragung ist das wachsende Interesse an Elektromobilität. Zwar geben erst 2% der Befragten an, regelmässig ein Elektroauto zu fahren, doch haben 23% diese emissionsarme Mobilität schon einmal ausprobiert. Weitere 55% würden gerne einmal ein Elektroauto ausprobieren, und 25% könnten sich sogar vorstellen, in den nächsten Jahren ein Elektroauto zu kaufen. Dass elektrische Mobilität in Zukunft einen wachsenden Stellenwert erhalten könnte, zeigt sich auch daran, dass sich 41% der befragten Jugendlichen ein elektrisches Fahrzeug als erstes Auto vorstellen können. Nach Möglichkeiten der politischen Unterstützung gefragt, kristallisieren sich zwei Haupt-Ansatzpunkte heraus: 69% der Befragten denken, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur gefördert werden sollte. 47% wünschen sich Steuervergünstigungen beim Kauf eines Elektroautos.

Marktchancen für Gebäudeenergieausweis der Kantone
Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung war die Energieeffizienz von Gebäuden. Hier zeigen sich Unterschiede in der Bekanntheit verschiedener Standards und Labels. Während etablierte Marken wie Minergie sehr bekannt sind (93%), kennen erst 29% den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). Ein tiefer Bekanntheitsgrad bedeutet jedoch nicht, dass Konsumenten kein Interesse an solchen Zertifizierungen haben. Eine Mehrheit der Befragten (59%) befürwortet die Einführung einer obligatorischen Gebäudezertifizierung. Die Befürwortung ist höher unter den Mietern (66%), die sich von einer Zertifizierung möglicherweise tiefere Energiekosten erhoffen, als unter den Eigentümern (50%). Eine zunehmende Bekanntheit des GEAK könnte auch dazu führen, dass dieses Instrument künftig bei der Entscheidung von Immobilienkäufern oder Mietern ähnliche Beachtung findet wie die Energieetikette bei Haushaltsgeräten: Während momentan nur 32% der Befragten sagen, dass sie ein Energieeffizienzlabel beim Kauf eines Hauses berücksichtigen, liegt dieser Wert beim Kauf eines Kühlschranks bereits bei 84%.

Quo vadis, Schweizer Energiepolitik?
Während das Interesse der Bevölkerung an den Themen erneuerbare Energien und Energieffizienz hoch ist, sehen 59% der Befragten in einem Mangel an politischer Unterstützung eine der Hauptursachen für die noch relativ zögerliche Umsetzung der Energiestrategie 2050 in der Schweiz. Das Vorhaben von Bundesrat und Parlament, das aktuelle Fördersystem nach 2020 durch Lenkungsabgaben auf Strom und Treibstoffe zu ersetzen, stösst im Volk nur begrenzt auf Resonanz. 29% der Befragten finden die Idee gut, von der Förderung zur Lenkung zu wechseln, 16% würden lieber das heutige System der Förderung erneuerbarer Energien durch Einspeisevergütungen beibehalten und weitere 25% finden beide Systeme gut – Hauptsache, es geht voran mit der Entwicklung erneuerbarer Energien. Nur 9% der Befragten lehnen sowohl Lenkungsabgaben als auch das heutige System der kostendeckenden Einspeisevergütung ab.

PM: Universität St.Gallen

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