Klimaschutzminister weiht Klimaschutzsiedlung in Siegen ein

Energieeffizienz in Privathaushalten, Energieverschwender ausgeschaltet / Foto: HB

40. Station der Tour „ZukunftsEnergienNRW: Orte der Energiezukunft“ – Alte Gebäude mit neuester Technik

(WK-intern) – Auf der 40. Station der Zukunftsenergientour der EnergieAgentur NRW weihte NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel heute (25. Mai 2016) die Klimaschutzsiedlung Siegen in der Charlottenstraße ein.

Das Projekt wurde von der Wohnstättengenossenschaft Siegen eG bereits im Jahre 2011 angestoßen und umfasst drei- bis fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 88 Wohneinheiten.

Bei der Sanierung der Bestandsgebäude, die teilweise noch aus dem Jahre 1910 stammen, wurde eine intensive Dämmung aller Gebäude durchgeführt, so dass der Drei-Liter-Standard (3 Liter Heizöl pro Quadratmeter pro Jahr) erreicht wurde. „In Nordrhein-Westfalen haben wir bereits vor 15 Jahren mit dem Start der 50 Solarsiedlungen Pionierarbeit geleistet. Aus den 50 Solarsiedlungen ist inzwischen das Projekt der 100 Klimaschutzsiedlungen geworden. So entstehen die Blaupausen für die Umsetzung der Energiewende in städtischen Ballungsräumen“, so Klimaschutzminister Johannes Remmel. Der Minister wurde in Siegen von einer Delegation der EnergieAgentur.NRW begleitet.

Bis 2050 werden rund 70 Prozent der Menschheit in Städten leben.
„Städtisches Wohnen und Leben ist deshalb eine der größten sozialen, kulturellen und auch klimapolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Die Klimaschutzsiedlung in Siegen ist ein gutes Beispiel, wie zukünftiges Wohnen in unseren Städten aussehen kann“, so Minister Remmel. Klimaschutz und die gleichzeitige Erhaltung und Pflege der baukulturellen Werte sei kein Widerspruch – wie das Beispiel der Klimaschutzsiedlung in Siegen belege. Das aus 30 Zentimeter Bimsstein bestehende Außenmauerwerk wurde mit 16 Zentimeter Mineralwolle versehen. Das Dach erhielt insgesamt 24 Zentimeter Dämmung. Zudem wurden alle Fenster mit Dreifachverglasung eingesetzt.

Die Wärmeversorgung erfolgt in jedem der vier Gebäudeabschnitte über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Für die Warmwasserversorgung wurde ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer Leistung von bis zu 20 Kilowatt elektrisch und bis zu 43 Kilowatt thermisch installiert. Alle Wohnungen haben eigene Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung. Zur weiteren Reduktion der CO2-Emissionen wurden Photovoltaikanlagen mit 62 kWp installiert.

„Mit der Sanierung haben wir die Vorgabe, den Standard eines Drei-Liter-Hauses zu erfüllen, erreicht. Aber mindestens genauso wichtig wie die energetische Aufwertung der Häuser ist für uns der soziale Aspekt. Die Sanierung der Gebäude hat zu einem erheblichen Zuwachs an Lebensqualität geführt. Wir hoffen, dass dieses mit viel Engagement aufwändig konzipierte Projekt den sozialen Zusammenhalt und die Identifikation der Bewohner mit ihrer Wohnanlage fördert. Der zusätzliche seniorengerechte Neu- bzw. Umbau ermöglicht es unseren Mietern zudem, bis ins hohe Alter in ihrer Wohnung zu verbleiben“, erklärt Hans-Georg Haut, geschäftsführender Vorstand der Wohnstättengenossenschaft Siegen eG.

„Mit dem Landesprojekt „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ koordiniert die EnergieAgentur.NRW ein Projekt, das bereits zahlreiche innovative architektonische und energietechnische Lösungen hervorgebracht hat. Zwischenzeitlich konnten 1.700 Wohnungen und Häuser in Klimaschutzsiedlungen realisiert werden. Hier in Siegen zeigt die Wohnstättengenossenschaft vorbildlich, dass eine hocheffiziente Sanierung und die intensive Nutzung erneuerbarer Energien umsetzbar und bezahlbar sind“, erklärte Dr. Frank-Michael Baumann, der Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Siegen ist die 40. Station der Zukunftsenergientour von Minister Remmel. Im Rahmen seiner Initiative „ZukunftsEnergienNRW: Orte der Energiezukunft“ besucht der Minister innerhalb der laufenden Legislaturperiode 60 ausgewählte Orte, an denen Zukunftsenergien erfolgreich eingesetzt oder erprobt werden.

PM: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Energieeffizienz in Häusern, Energieverschwender ausgeschaltet / Foto: HB

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