Eurostat-Schätzungen: CO2-Emissionen in der EU angestiegen

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist außer bei der Windkraft faktisch zum Erliegen gekommen. / Foto: HB

Nach ersten Schätzungen ( http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7244712/8-03052016-BP-DE.pdf/951fc1df-d2a5-4700-83df-c26a088092de ) des statistischen Amtes der Europäischen Union, Eurostat, sind im Jahr 2015 die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger zur energetischen Nutzung im Vergleich zum Vorjahr um 0,7% angestiegen.

(WK-intern) – Die stärksten Anstiege wurden in der Slowakei (+9,5%) und Portugal (+8,6%) verzeichnet.

Malta und Estland haben ihre Emissionen hingegen gesenkt (-26,9% bzw. -16%).

Den starken Rückgang in einigen Ländern überschattet, dass die meisten EU-Länder einen Anstieg verzeichnen. CO2 ist ein wesentlicher Klimatreiber und macht in der gesamten EU etwa 80% der gesamten Treibhausgasemissionen aus.

In Deutschland gab es nach Eurostat keine Senkung der Emissionen. In Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland für etwa ¼ der Emissionen in der EU verantwortlich ist, ist dies ein erschreckendes Zeugnis für die Klimaschutzblockade der Bundesregierung. Das Umweltbundesamt (
https://www.umweltbundesamt.de/daten/klimawandel/treibhausgas-emissionen-in-deutschland ) schätzt sogar, dass die gesamten Treibhausgas-Emissionen 2015 wieder gestiegen sind (+0,7% CO2-Äquivalent). Für das Jahr 2020 hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt, die Emissionen auf 749 t CO2-Äquivalent zu senken. D.h. -18% in fünf Jahren. Nur wie sie das ohne wirksame Klimaschutzaktivitäten und mit einer EEG-Novelle 2016, die nun auch noch den Windausbau dezimieren soll, erreichen will, bleibt ihr Rätsel.
Ungenügende Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien haben dazu geführt, dass Deutschland weiterhin Klimasünder Nr. 1 in Europa ist, obwohl die Bundesregierung immer wieder die Vorbildfunktion und Vorreiterrolle Deutschlands hervorhebt.
Dabei sieht die Realität anders aus: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist außer bei der Windkraft faktisch zum Erliegen gekommen. Wurden 2014 noch fast 19 Mrd. € investiert, waren es 2015 nur noch 14,5 Mrd. €.

Außer Acht gelassen wird auch immer noch der Gebäudebereich. Haushalte haben etwa einen Anteil von 25% am gesamten Energiebedarf, ein Großteil davon ist Wärme. Würden mehr Gebäude energetisch saniert, ließe sich dieser Anteil senken. Doch die Bundesregierung subventioniert lieber noch neue Öl- und Gasheizungen, statt der Wärme aus Erneuerbaren Energien endlich den entscheidenden Schub zu geben.

Sollte es der Bundesregierung ernst sein mit ihren Zielen und den Verpflichtungen, denen sie in Paris zugestimmt hat, muss schnell sehr viel geschehen. Die Investitionen müssen wieder angereizt werden. Und zwar in allen Sektoren: Strom, Wärme, Mobilität.

PM: Hans-Josef Fell

Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG-Gesetzentwurfes

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