ENERCON Mitarbeiter warnen vor negativen Folgen der aktuellen EEG-Reform

EC - Warnminute in Aurich / Pressebild: ENERCON

Ausschreibungen dürfen keine Arbeitsplätze der Windbranche gefährden

(WK-intern) – Die Einführung eines Ausschreibungssystems zur Ermittlung der Vergütungshöhe für Erneuerbare Energien darf nicht zur Gefährdung von Arbeitsplätzen in der Onshore-Windenergiebranche führen.

Davor warnten am Mittwoch (25. Mai) über 1.000 Mitarbeiter des Windenergieanlagenherstellers ENERCON in Aurich die Bundesregierung.

Sie nahmen zusammen mit der Unternehmensführung an einer „Warnminute“ teil, zu der die Branchenverbände bundesweit aufgerufen hatten. „Wir senden zusammen eine eindringliche Botschaft an die Politik“, sagte ENERCON Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig. „Die zukunftsfähige Onshore-Windenergiebranche darf nicht aufs Spiel gesetzt werden!“

Die Bundesregierung beabsichtigt eine Änderung des Vergütungssystems für Erneuerbare Energien.
Statt des bisherigen degressiv sich nach unten entwickelnden Einspeisetarifs soll die Vergütungshöhe für Erneuerbaren Strom durch „Ausschreibungen“ ermittelt werden. Ausschreibungen stellen für die Akteure eine erhebliche Verschlechterung dar, weil sie mit vielen Unsicherheiten verbunden sind.

Zudem vollzieht die Bundesregierung mit dem vorliegenden Referentenentwurf zum neuen EEG bei der Energiewende eine Vollbremsung: Für die Windenergie an Land soll nur noch die Menge an Megawatt ausgeschrieben werden, die die anderen Erneuerbaren übrig lassen. Für die Onshore-Windenergiebranche würde dies zu einer drastischen Reduzierung der Installationsleistung in unserem Heimatmarkt führen.

„Als Konsequenz könnten wir unser konstantes Wachstum in Deutschland nicht fortsetzen“, so Kettwig. Viele insbesondere mittelständische Akteure würden sich sicherlich aus einem unsicheren Markt zurückziehen. „Zu befürchten sind negative Auswirkungen auf Arbeitsplätze bei Herstellern und Zulieferern, auf die Weiterentwicklung der dezentralen Energiewende sowie deren Akzeptanz. Unser Heimatmarkt als Basis für die Erfolge im Export wäre gefährdet. Außerdem dürfte es für die Bundesregierung schwer werden, ihre Klimaschutzziele zu erreichen.“

Mit der „Warnminute“ am 25. Mai – vor der Verabschiedung des Kabinettsbeschlusses zum EEG 2016 und den Abstimmungen von Bundestag und Bundesrat – möchte die Onshore-Windbranche erreichen, dass es nicht so weit kommt. „Wir fordern die Bundesregierung auf, nicht die Fehler zu wiederholen, die bei der Photovoltaik gemacht wurden“, sagte Kettwig. „Wir plädieren dafür, eine ausreichend hohe Ausschreibungsmenge für die Onshore-Windenergie festzuschreiben – mindestens 2.500 MW netto – um weiterhin konstante Installationen von Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland, die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie weiteres Wachstum zu gewährleisten.“

Dem Engpassfaktor „Netzausbau“ sollte volle Aufmerksamkeit geschenkt und die Erneuerbaren sollten nicht als Grund des Übels dargestellt werden.
Im Gegenteil, in der dezentralen Aufstellung der Erneuerbaren liegen die Chancen. „Windenergie ist der preiswerte Leistungsträger der Energiewende und ein wichtiger Jobmotor in Deutschland. Die Chancen für Arbeit, Wertschöpfung vor Ort und Erfolg im Export dürfen nicht verspielt werden“. so Kettwig. „Die Onshore-Branche hat verstanden, dass Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Bezahlbarkeit die wichtigsten Ziele sind. Wir können helfen, verträgliche Lösungen zu erarbeiten, um auch die Kosten im Griff zu behalten.“

PM: ENERCON GmbH

EC – Warnminute in Aurich / Pressebild: ENERCON

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top