BDM und Grüne: Faire Preise gibt es nur mit weniger Milch Hagl beim Protestcamp der Milchbauern

Sigi Hagl / Pressebild

Die grüne Landesvorsitzende Sigi Hagl hat sich heute dem Protest der Milchbauern in Neustadt-Aisch angeschlossen.

(WK-intern) – Die Landwirte demonstrieren mit einer zweiwöchigen Dauerkundgebung vor dem Wahlkreisbüro von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt.

„Wenn Milch im Discounter billiger angeboten wird als Wasser, dann läuft etwas gewaltig schief,“ so Hagl. „46 Cent für den Liter Milch bei Lidl und Aldi kann man schon als unmoralisches Angebot bezeichnen.“

Die Hauptschuld am Preisverfall tragen allerdings nicht die Discountmärkte, wie der Bauernverband suggeriert. Sigi Hagl: „Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und der Bauernverband sind verantwortlich für diese existentielle Krise, in der die Bauern stecken. Sie haben sich geweigert, für die Zeit nach der Abschaffung der Milchquote vorzusorgen. Die jahrelange Strategie, immer mehr, immer billigere Milch für den Weltmarkt zu produzieren, führte unsere bäuerlichen Höfe in diese Sackgasse. Die nun kurzfristig geplanten Finanzspritzen heucheln eine Lösung vor, die es ohne einen echten Strukturwandel nicht geben kann,“ so Hagl.

Die Milchbauern stehen vor einem Dilemma: „Wenn wir mehr produzieren, machen wir den Markt kaputt. Wenn wir weniger produzieren, machen wir unseren Hof kaputt. Wir sitzen in einem Hamsterrad,“ beklagt Johannes Pfaller, Mitglied im Bundesbeirat des Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM).

„Soforthilfen sind jetzt notwendig, müssen aber mit mengenreduzierenden Maßnahmen gekoppelt werden. Sonst haben wir einen Brandbeschleuniger und verlängern das Sterben nur,“ so Manfred Gilch, Vorsitzender des bayerischen Landesverbands des BDM. Die Grünen unterstützen die vom BDM geforderten Ausgleichszahlungen für Landwirte, die ihre Milchproduktion drosseln. Hagl: „Die Menge muss runter, damit sich der Preis langfristig stabilisieren kann. Nur faire Preise für die Milch sichern die Zukunft unserer bayerischen Landwirte. Und faire Preise gibt es nur, wenn weniger Milch auf dem Markt ist. Wieviele traditionelle Bauernhöfe müssen eigentlich noch sterben, bis Bauernverband und CSU das kapieren?“

Der große Milchgipfel am 30. Mai in Berlin findet ohne den BDM statt. „Dass Landwirtschaftsminister Schmidt den Bundesverband der Milchviehhalter nicht eingeladen hat und über ihre Köpfe hinweg entscheiden will, ist ungeheuerlich. Da hat die Lobby des Bauernverbands ganze Arbeit geleistet,“ stellt Hagl mit Empörung fest.

PM: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Bayern

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top