TÜV SÜD begleitet Multi-Rotor-Konzept von Vestas

TÜV SÜD begleitet Multi-Rotor-Konzept von Vestas / Pressebild: TÜV SÜD

Entwicklungsbegleitende Prüfungen schaffen Planungssicherheit 20. Mai 2016

(WK-intern) – Wie sich die Energiegewinnung aus Windkraft weiter verbessern lässt, untersucht der dänische Windenergieanlagenhersteller Vestas mit einem innovativen Multi-Rotor-Konzept.

Eine Testanlage mit vier Rotoren wurde im April an einem Teststandort in Dänemark installiert und soll in den kommenden zwei Jahren eine umfangreiche Untersuchung und Bewertung des Anlagenkonzepts ermöglichen.

TÜV SÜD hat das Projekt bereits während der Entwicklung begleitet und als Third Party sowohl die Entwurfsprüfung als auch die Prototypen-Zertifizierung nach IEC 61400-22 durchgeführt.

Bisher setzten Windenergieanlagenhersteller auf immer größere Anlagen, um die Energieproduktion zu steigern und die Energiekosten zu senken. Mit dem Multi-Rotor-Konzept verfolgt Vestas nun einen außergewöhnlichen Ansatz, der mit einer Testanlage intensiv untersucht werden soll. Bei dieser Anlage sind vier Einzelgondeln und Rotoren mit einem Durchmesser von 29 Metern an einer gemeinsamen Tragstruktur befestigt. Die Tragstruktur besteht aus einem zentralen Stahlturm und zwei übereinander angebrachten Doppel-Auslegern, die sich individuell um den Turm drehen können. Die beiden Doppel-Ausleger bestehen aus Biegeträgern, Fachwerkstäben und vorgespannten Stahlseilen, was ein filigranes Erscheinungsbild ermöglicht.

„Die Multi-Rotor-Anlage ist ein ungewöhnlicher Ansatz und damit eine Herausforderung für die technische Bewertung“, sagt Dr. Alexander Kupzok, Projektleiter auf Seite von TÜV SÜD. „Innovative Anlagen und Konzepte sind auch für uns als Zertifizierer immer eine besondere Gelegenheit, unsere gesamte Kompetenz einbringen zu können.“ Die Experten des internationalen Prüf- und Zertifizierungsdienstleisters haben die Entwicklung der Multi-Rotor-Anlage bereits in der Entwicklungsphase begleitet. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie etablierte Normen der Windenergie bei der Entwurfsprüfung eines vollkommen neuen Anlagenkonzeptes anzuwenden sind. Die Normenkompatibilität wurde bereits während einzelner Entwicklungsschritte überprüft und bestätigt – vom ersten Entwurf über die Tests in der Halle bis zum Aufbau vor Ort. „Dadurch konnte trotz des engen Zeitrahmens und der technischen Herausforderungen des Projekts eine hohe Planungssicherheit erreicht werden“, betont Dr. Kupzok. Nach erfolgreicher Prüfung hat TÜV SÜD ein Prototypenzertifikat entsprechend IEC 61400-22 und Danish Executive Order no. 73 ausgestellt, das eine wichtige Voraussetzung für die Bau- und Betriebsgenehmigung der Multi-Rotor-Anlage in Dänemark ist.

„Mit der Installation einer solchen Multi-Rotor-Testanlage zeigen wir, dass Innovation manchmal ganz neues Denken und ganz neue Wege erfordert“, sagt Jorge Magalhaes, Senior Vice President Innovation & Concepts von Vestas. „Mit TÜV SÜD haben wir einen Zertifizierer gefunden, der uns auf diesen Wegen begleitet und keine Berührungsängste vor unkonventionellen Lösungen hat.“

Windenergieleistungen von TÜV SÜD
TÜV SÜD verfügt über langjährige Erfahrungen bei der Zertifizierung von Windparks, Windenergieanlagen und Komponenten im Onshore- und Offshore-Bereich. Der internationale Prüf- und Zertifizierungsdienstleister unterstützt Planer, Hersteller, Errichter, Investoren und Betreiber zudem bei Risikoanalysen, Arbeitsschutzkonzepten und beim baubegleitenden Qualitätscontrolling. Weitere Schwerpunkte sind die Qualitätssicherung bei der Komponentenfertigung sowie wiederkehrende Prüfungen der Windenergieanlagen während der gesamten Betriebszeit. Informationen zu den Leistungen von TÜV SÜD in diesem Bereich gibt es im Internet unter www.tuev-sued.de/windenergie.

PM: TÜV SÜD

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