Stellungnahme zum Referentenentwurf EEG

Zum weiteren Ausbau der Offshore-Windindustrie und zur schnellen Senkung der Kosten ist aber ein jährliches Volumen von mindestens 900 Megawatt erforderlich. / Foto: HB
Zum weiteren Ausbau der Offshore-Windindustrie und zur schnellen Senkung der Kosten ist aber ein jährliches Volumen von mindestens 900 Megawatt erforderlich. / Foto: HB

VDMA: „Erneuerbare-Energien-Gesetz muss für Innovation und Wertschöpfung nachgebessert werden“

  • Wettbewerbliche Ausschreibungen sind positiv
  • Zu geringe Ausschreibungsmengen für Windenergie und fehlende Impulse für Bioenergie und Wasserkraft

(WK-intern) – Der nun vorgelegte Referentenentwurf zum Erneuerbare Energien Gesetz hat nach Ansicht des VDMA gute und schlechte Seiten.

Frankfurt – “Wir begrüßen, dass die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nun wieder Fahrt aufnimmt, sind aber in Sorge um die Position Deutschlands als Leitmarkt für die Hersteller von Stromerzeugungsanlagen und für ihre breite Zulieferindustrie”, sagt Matthias Zelinger, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Power Systems.

“Die Technologieanbieter stehen den mit der EEG-Reform angekündigten wettbewerblichen Ausschreibungen grundsätzlich positiv gegenüber”, betont Zelinger. „Ein herausfordernder Heimatmarkt ist grundsätzlich wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit. Die nur begrenzt absehbaren und wahrscheinlich geringen Ausschreibungsmengen bei Windenergie an Land und auf See sowie fehlende Impulse bei Bioenergie und Wasserkraft stellen die Perspektive der Branche aber in Frage“. Zelinger erläutert: “Sollte der starke deutsche Markt im Zentrum Europas seine Bedeutung verlieren, wären nicht nur Produktionskapazitäten, sondern mittelfristig auch der Technologiestandort gefährdet.“ Auch bei bereits hohen Exportquoten lässt sich ein Einbruch am Leitmarkt für Hersteller und insbesondere auch für die Wertschöpfungsketten nicht ohne Konsequenzen für Umsatz und Beschäftigung in Deutschland kompensieren.

Für die Hersteller von Bioenergie- und Wasserkraftanlagen bietet der Gesetzentwurf aus Sicht des VDMA keine Impulse. Das Potential dieser flexibel einsetzbaren Stromerzeuger für das zukünftige Energiesystem droht ungenutzt zu bleiben. Für Stromspeicher sind Regelungen zur Vermeidung von Doppelbelastungen durch die EEG-Umlage vorgesehen. Diesen Ansatz bewertet der Verband positiv.

Zur Windenergie erläutert Zelinger: “Das erst 2014 in Kraft getretene aktuelle EEG gibt für Windenergie an Land einen Netto-Ausbaupfad von jährlich 2.500 Megawatt vor, was zusammen mit dem Ersatz für abgebaute Anlagen über zehn Jahre gemittelt eine Marktgröße von etwa 4.000 Megawatt bedeuten würde. Nun soll der Ausbau von Windenergie an Land zum Puffer werden, um das Erneuerbare Energien Zwischenziel für das Jahr 2025 nicht zu überschreiten. Der Gesetzentwurf sieht eine noch undefinierte Mindestausschreibungsmenge vor. Wenn Windenergie an Land wirklich in diese reaktive Rolle gedrängt werden soll, muss diese Mindestmenge wenigstens 2.500 Megawatt (brutto) betragen, um die Führungsrolle der deutschen Windenergiebranche zu erhalten.” Für die Windenergie auf See kommt der Referentenentwurf der Forderung nach einem kontinuierlichen Ausbau näher. Zum weiteren Ausbau der Offshore-Windindustrie und zur schnellen Senkung der Kosten ist aber ein jährliches Volumen von mindestens 900 Megawatt erforderlich.

PM: VDMA

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