Dresdner Leichtbau für die Elektromobilität von morgen

© TUD/Eckold
© TUD/Eckold
© TUD/Eckold

Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden mit drei Exponaten auf der Hannover Messe 2016

(WK-intern) – Weltpremiere: Funktionsintegrativer Fahrdemonstrator in Textil-Thermoplast-Bauweise

Auf der Hannover Messe 2016 vom 25. bis 29. April 2016 präsentiert das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden innovative Neuentwicklungen für die Elektromobilität.

Funktionsintegrativer Fahrzeugsystemträger in Textil-Thermoplast-Bauweise

Im Sonderforschungsbereich 639 „Textilverstärkte Verbundkomponenten für funktionsintegrierende Mischbauweisen bei komplexen Leichtbauanwendungen” untersuchten Wissenschaftler aus 16 Dresdner Forschungseinrichtungen neuartige Textilverbunde mit thermoplastischen Matrixsystemen. Die resultierenden Erkenntnisse und entwickelten Technologien aus zwölf Jahren Forschung flossen in den generischen Demonstrator “Funktionsintegrativer Fahrzeugsystemträger (FiF)” ein. Eine hochintegrative Fahrzeugstruktur, bestehend aus lediglich zwei tragenden Systemen – der Fahrzeugkabine und der Tragstruktur, an der Fahrwerk und Antrieb angebunden sind – sorgt für einen hohen Leichtbaugrad bei gleichzeitig minimalem Fertigungsaufwand. Die Anzahl der Bauteile für die gesamte tragende Fahrzeugstruktur wurde auf sechs Bauteile reduziert. Darüber hinaus demonstrieren die SFB-Wissenschaftler im FiF die Integration einer Vielzahl struktureller, elektrischer und adaptiver Funktionen. Das gesamte Fahrzeug ist durchsetzt mit einem werkstoffeingebetteten Sensornetzwerk, das die Datenkommunikation im Demonstrator übernimmt und Informationen – beispielsweise zum lokalen Werkstoffzustand – empfängt, verarbeitet und an Bedienerschnittstellen weiterleitet.

Auf der Hannover Messe präsentieren die SFB-Wissenschaftler den generischen Fahrdemonstrator FiF am Messestand der Sächsischen Energieagentur (SAENA) in Halle 2 Stand A45 erstmals der Weltöffentlichkeit.

Carbon-Aluminium-Felge als Prototyp für Omnibusse

Wissenschaftler der TU Dresden verfolgen gemeinsam mit Fachleuten der Dresdner Verkehrsbetriebe im Projekt „Pilotlinie 64″ vielversprechende Lösungsansätze zum Einsatz von Elektrobussen im städtischen Personennahverkehr. Ein Ansatz ist die Reduzierung der Fahrzeugmasse. Wissenschaftler des ILK entwickeln deshalb gemeinsam mit der ThyssenKrupp Carbon Components GmbH innovative Leichtbauräder. Basis für die Masseeinsparung bildet eine hocheffiziente hybride Mischbauweise aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen für das Felgenbett und dem Leichtmetall Aluminium für den Radstern. Für die Nutzfahrzeugbranche erreicht diese hybride Felge, die etwa zur Hälfte aus Karbon und Aluminium besteht, eine neue Leichtbaudimension. Mit deutlich unter 20 Kilogramm Gewicht ist sie mehr als 50 Prozent leichter als eine herkömmliche Stahlfelge.

Die Carbon-Aluminium-Busfelge wird ebenfalls am Messestand der Sächsischen Energieagentur (SAENA) in Halle 2 Stand A45 präsentiert.

Innovative Konzepte für die industrielle Fertigung von Fahrradrahmen

Im Forschungsprojekt „TherMobility” entwickelten REHAU, Storck Bicycle und das ILK funktionsintegrative und leichte Rahmenstrukturen aus thermoplastischen Faser-Kunststoff-Verbunden. Die neue modulare Bauweise dieser Tragstrukturen ermöglicht den Einsatz in verschiedenen Fahrzeugen, wie Fahrräder, Motorräder oder Leichtmobile.

Das entwickelte Tragrahmenkonzept setzten die Projektpartner im Technologiedemonstrator “Nam:e” um. Die Forscher setzen auf eine modulare Bauweise des Rahmens mit neu entwickelten Werkstoffen. Es ist den Partnern gelungen, das Potential der Faserverbundstrukturen maximal auszuschöpfen und so die Voraussetzungen für die industrielle Fertigung in Deutschland zu schaffen. Das bewusst moderne und individuell gestaltbare Design richtet sich an eine breite Zielgruppe. Der E-Bike-Body lässt sich in allen Wunschfarben fertigen und mit diversen Oberflächenstrukturen sowie auf das Design abgestimmten Extras, wie einem Flaschenhalter oder einem Kindersitz ausstatten. Da sich zudem alle gängigen Funktionen optimal integrieren lassen, ist es problemlos möglich das Smartphone mit den Komponenten des E-Bike-Body zu vernetzen und somit über Apps zu steuern.

Der Technologiedemonstrator „Nam:e” wird auf dem Messestand der TU9 in Halle 2 am Stand Stand C40 präsentiert. TU9 ist die Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland.

Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK)

Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) ist eine Forschungseinrichtung der Fakultät Maschinenwesen und der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List” der Technischen Universität Dresden. Auf dem Gebiet des ressourcenschonenden Leichtbaus hoher Material- und Energieeffizienz führen rund 240 Mitarbeiter umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch. Die Arbeit am ILK ist geprägt vom Dresdner Modell eines “Funktionsintegrativen Systemleichtbaus in Multi-Material-Design” und basiert auf einem werkstoff- und produktübergreifenden Ansatz. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ILK betrachten bei der Entwicklung neuer Konzepte, Prozesse und Produkte die gesamte Entwicklungskette: Werkstoff – Konstruktion – Simulation – Fertigung – Prototypentests – Qualitätssicherung – Kosten. Geleitet wird das ILK von einem vierköpfigen Vorstand: Prof. Dr.-Ing. habil. Maik Gude (Professur für Leichtbaudesign und Strukturbewertung), Prof. Dr. rer. nat. Hubert Jäger (Professur für Systemleichtbau und Mischbauweisen), Prof. Dr.-Ing Niels Modler (Professur für Funktionsintegrativen Leichtbau) sowie Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr. h.c. Werner Hufenbach (Seniorprofessur).

PM: Technische Universität Dresden

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top