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Industrie zum UN-Weltwassertages 2016: Wasser als Standortfaktor

Änderung der EU-Wasserrahmenrichtlinie / Foto: HB
Wasser als Standortfaktor / Foto: HB
Wasser als Standortfaktor / Foto: HB

IV-Vize-GS Koren: IV-Aktionspapier mit Top-Prioritäten für Stärkung der heimischen Wasserwirtschaft vorgestellt

(WK-intern) – „Smart Water“-Testregionen ausbauen

Mit Wasser-HTL neuen MINT-Schwerpunkt setzen

Im Rahmen des UN-Weltwassertages 2016, der unter dem Motto „Wasser und Arbeitsplätze“ steht, präsentierte die Industriellenvereinigung (IV) ein Aktionspapier zur Stärkung der heimischen Wasserwirtschaft sowie der von Wasser abhängigen Industrien. Mag. Peter Koren, Vize-Generalsekretär der IV, erklärte den Hintergrund der Aktivität: „Wasser bedeutet dank seines reichlichen Vorkommens in Österreich einen ökologischen und ökonomischen Standortvorteil, den es verstärkt zu nutzen gilt. Deshalb kann unsere Wirtschaftspolitik durch wasserbezogenes Handeln gestärkt oder, mit falschen Maßnahmen, auch geschwächt werden.“ Die ausgezeichnete Verfügbarkeit sowie die hohe Qualität der Ressource Wasser müsse daher sowohl bei der Umsetzung von EU-Vorgaben wie auch bei nationalen Maßnahmen berücksichtigt werden.

Wirtschaftsmotor Wasserwirtschaft 

Laut Industriewissenschaftlichem Institut (iwi) sei die volkswirtschaftliche Bedeutung der österreichischen Wasserwirtschaft sowie der davon abhängenden Industrien beträchtlich. Die Bereiche „Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Wasserbau“, „wasserintensive Industrie“ und „Wasserkraft“ würden mit 118.300 Beschäftigten einen Produktionswert von insgesamt 41 Mrd. Euro bei einer Wertschöpfung von 9,9 Mrd. Euro generieren. „Beachtlich sind die dadurch indirekt induzierten Effekte“, beschrieb Koren die volkswirtschaftliche Relevanz, „denn ein Mitarbeiter in der Wasserwirtschaft sichert in der heimischen Volkswirtschaft über 3,5 Arbeitsplätze ab.“

Wasserinfrastruktur zukunftsfit machen 

Die IV spreche sich für den Erhalt des öffentlichen Auftrags bei der Wasserinfrastruktur aus. Sie fordere die Berücksichtigung von Qualitätskriterien bei deren Erneuerung, um die hohe Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten. Um die Effizienz in der Siedlungswasserwirtschaft zu steigern, solle u.a. „Smart Water“, d.h. der Einsatz von Sensoren und intelligenten Wasserzählern in Leitungsnetzen, vorangetrieben werden. „Konkret sollen ‚Smart Water‘-Testregionen forciert aufgebaut werden“, forderte Koren.

Wassernutzung als Standortvorteil ausbauen 

Nur rund drei Prozent der verfügbaren Wasserressourcen in Österreich würden auch tatsächlich genutzt. Die Industrie sei auf Wasser in der Produktion angewiesen und setzte es zudem äußerst effizient ein. Während der Produktionswert der wasserintensiven Industrie seit dem Jahr 2003 um fast dreiviertel gestiegen sei, habe sich die Wassernutzung nur um ein Viertel erhöht. Trotz dieser Tatsache, würden immer neue und teilweise zu strenge Vorgaben die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes gefährden. „Beispielsweise gilt es Abwasseremissionsverordnungen behutsam weiterentwickeln. Wenn Emissionsgrenzwerte für Abwässer für einzelne Parameter mitunter bereits unter den geogenen Hintergrundkonzentrationen liegen, geht jeder Sinn solcher Maßnahmen verloren“, so Koren.

Wasserkraft zentraler Teil eines weitgehend erneuerbaren Energiesystems

Nur mit dem Ausbau der Wasserkraft könnten die ambitionierten Energie- und Klimaziele der Europäischen Union erreicht werden. Denn neben der quantitativen Bereitstellung von erneuerbarer Energie schaffe Wasserkraft, etwa über Speicher und Pumpkraftwerke, einen Ausgleich zu den volatilen Erzeugungsformen wie Wind und Sonne. Die IV fordere daher den konsequenten weiteren Ausbau der Wasserkraft sowie ein ausgewogenes Verhältnis aus Bewirtschaftung und Ökologie. „Das Ziel muss ein marktwirtschaftliches Umfeld in der Energiewirtschaft sein, bei dem sich der Ausbau der Wasserkraft wirtschaftlich wieder lohnt“, forderte Koren.

Wassertechnologie stärken 

Österreich müsse verstärkt auf seine Technologien setzen und diese verstärkt international platzieren. Ziel sei daher u.a. die EU-weite, harmonisierte Zulassung von Wassertechnologie samt gegenseitiger nationalstaatlicher Anerkennung von Produktzulassungsverfahren. Auf nationaler Ebene sei eine verstärkte Fokussierung durch die Etablierung eines Forschungs- und Entwicklungsschwerpunktes erforderlich. Im Rahmen eines Forschungsförderungsprogrammes in Höhe von 20 Mio. Euro sollten innovative Wassertechnologien zur Marktreife gebracht werden. Darüber hinaus müsse die Ausbildung in MINT-Disziplinen verstärkt werden, um auf ausreichend Fachkräfte zurückgreifen zu können. „Wir regen daher, aufbauend auf den bestehenden Bildungskompetenzen, die Schaffung einer eigenen Wasser-HTL, mit einem klaren fachlichen Fokus auf die zentrale Ressource Wasser, an“, so Koren abschließend.

Im Rahmen einer Fokusgruppe mit führenden Unternehmen der Wasserwirtschaft hat die IV unter der Leitung von Vize-GS Koren das Aktionspapier „Wasser bewegt die Industrie“ erarbeitet.

PM: Industriellenvereinigung (IV)

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