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Dialogverfahren zur Teilerdverkabelung der Ostküstenleitung

Energiewendeminister Habeck startet Dialogverfahren zur Teilerdverkabelung der Ostküstenleitung / Karte: TenneT
Energiewendeminister Habeck startet Dialogverfahren zur Teilerdverkabelung der Ostküstenleitung / Karte: TenneT
Energiewendeminister Habeck startet Dialogverfahren zur Teilerdverkabelung der Ostküstenleitung / Karte: TenneT0

Energiewendeminister Habeck startet Dialogverfahren zur Teilerdverkabelung der Ostküstenleitung

(WK-intern) – Mit einer Auftaktkonferenz in Ratekau, Ostholstein, hat Energiewendeminister Habeck heute (1. März 2016) die nächste Phase des Dialogverfahrens zur Planung der 380-kV-Ostküstenleitung eröffnet.

„Viele Vertreter und Vertreterinnen von Kommunen und Kreisen, viele Anwohner und Naturschützer haben sich dafür eingesetzt, dass Streckenabschnitte der geplanten Höchstspannungsleitung als Erdkabel verlegt werden können. Diesen Wunsch hat die Landesregierung erfolgreich nach Berlin getragen. Nun gehen wir in die Region, um darüber zu sprechen, wo Erdkabel konkret in Frage kommen und helfen können, Belastungen zu verringern“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck in Ratekau.

Anfang Januar 2016 ist das geänderte Bundesbedarfsplangesetz in Kraft getreten, das die rechtliche Grundlage schafft, im Rahmen eines Pilotprojektes Erdkabel auf Teilabschnitten an der Ostküstenleitung zu erproben. Auf dieser Basis kann der zuständige Netzbetreiber TenneT innerhalb der Trassenkorridore prüfen, wo Erdkabel eine sinnvolle Alternative sind. Dabei müssen aber bestimmte Kriterien erfüllt sein. So kommen Erdkabel etwa dann in Frage, wenn der Abstand zu Wohngebäuden weniger als 400 Meter (in bewohnten Gebieten) oder 200 Meter (im Außenbereich) beträgt. Zudem muss der Netzbetreiber die technische und wirtschaftliche Effizienz im Blick haben.

Habeck betonte: „Es wird daher nicht überall Erdkabel geben können, sondern nur an vereinzelten Streckenabschnitten. Und wir müssen uns klar machen: Auch Erdkabel sind ein Eingriff in die Umwelt, insbesondere in die Böden. Dieser Aspekt wird daher eine besondere Rollen im Dialogprozess spielen.“ Zudem werde die Planung für die Ostküstenleitung nicht von neuem beginnen, sondern es würden grundsätzlich im Trassenverlauf des Vorzugskorridors die entsprechenden Streckenabschnitte identifiziert.

Nach Angaben des Vorhabenträgers TenneT kommen neun Abschnitte auf der gesamten Strecke der Ostküstenleitung für die nähere Prüfung in Betracht. „Nur für einen Teil dieser neun Abschnitte wird die Erdverkabelung nach detaillierter Prüfung tatsächlich umgesetzt werden können“, sagte Christoph Schulze Wischeler, Leiter Netzausbau onshore Deutschland, bei TenneT. Weitere Prüfoptionen können sich aus dem Dialogverfahren ergeben und werden in die Prüfung eingestellt. Mögliche Erdkabelstreckenabschnitte werden nach den Planungsgrundsätzen, die der Netzbetreiber auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben entwickelt hat, voraussichtlich eine Länge von ca. 3 bis 4 Kilometern haben.

Minister Habeck kündigte eine Reihe von Dialog-Veranstaltungen in der Region entlang der geplanten Trassenführung zwischen dem Raum Segeberg, der Hansestadt Lübeck und Göhl in der Nähe von Oldenburg in Holstein an. Das Dialogverfahren soll bis Anfang Juni 2016 mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Kommunen fortgeführt werden, um die Prüfmöglichkeiten für Teilkabelabschnitte vor Ort detailliert vorzustellen. Schwerpunkte dieser kommenden Dialogphase werden Fragen des Bodenschutzes und die Berücksichtigung der Interessen der Landwirtschaft sein, die im Rahmen von Fachdialogen am 15. März 2016 erörtert werden.

„Ich habe die Hoffnung, dass wir mit dem Erdkabel-Pilotprojekt Konflikte bei der bisherigen Trassenplanung lösen können. Wir laden die Kommunen, Verbände, Landwirte und Anwohner ein, die neue Teilkabel-Möglichkeit, die der Gesetzgeber geschaffen hat, gemeinsam mit uns und dem Vorhabenträger bestmöglich zu nutzen“, sagte Habeck.

Hinweis an die Medien
Karten mit den Prüfabschnitten finden Sie im Anhang. Bitte beachten Sie auch hier die Sperrfrist 18.00 Uhr

Hintergrund
Zeitplan Dialogverfahren Ostküstenleitung 2016 – Erdkabelabschnitte

Auftaktkonferenz
01.3.2016, 18-21 Uhr, Møn-Halle Ratekau, Rosenstr. 93, 23626 Ratekau

Bürgerdialog-Veranstaltungen Abschnitt 1, Kreis Segeberg – Lübeck, 18-20 Uhr
14.3.2016, Kisdorf, Margarethenhof, Sengel 1, 24629 Kisdorf

Fachdialog Bodenschutz / Landwirtschaft, 13-17.30 Uhr (Fachpublikum)
15.03.2016, Bad Segeberg, Landwirtschaftsschule Bad Segeberg, Hamburger Str. 109, 23795 Bad Segeberg

Bürgerdialog-Veranstaltungen Abschnitt 1, Kreis Segeberg – Lübeck, 18-20 Uhr
16.03.2016    Travenbrück, Gemeinschaftshaus, Schulstr. 29, 23843 Travenbrück
17.03.2016    Itzstedt (Oering), Bürgerhaus Itzstedt, Segeberger Straße 41, 23845 Itzstedt
21.03.2016    Mönkhagen, Gemeinschaftshaus, Dorfstr. 56, 23619 Mönkhagen

Bürgerdialog-Veranstaltung Abschnitt 1, Kreis Segeberg – Lübeck, 18-20 Uhr
13.4.2016     Henstedt-Ulzburg, Bürgerhaus, Beckersbergstr. 34, 24558 Henstedt-Ulzburg

Bürgerdialog-Veranstaltungen Abschnitt 2/3 Lübeck – Göhl / Lübeck – Siems, 18-20 Uhr
18.4.2016, Manhagen, Feuerwehrhalle, An der Schule 6, 23738 Manhagen
19.4.2016, Oldenburg i.H:, Schützenhof, Göhler Str. 52, 23758 Oldenburg i.H.
20.4.2016, Süsel (auch für Scharbeutz und Ahrensbök), TSV Sportlerheim, Am Schulzentrum, 23701 Süsel
21.4.2016, Ratekau (auch für Lübeck u. Bad Schwartau), Møn-Halle, Rosenstr. 93, 23625 Ratekau

Ergebniskonferenz Abschnitt 1, 18-21 Uhr
2.6.2016, voraussichtlich Festhalle Bad Oldesloe

Ergebniskonferenz Abschnitte 2/3, 18-21 Uhr
7.6.2016, voraussichtlich Kreishaus Eutin

Die 380-kV-Ostküstenleitung
Die Ostküstenleitung soll als 380-kV-Wechselstromleitung Netzengpässe beheben und die wachsende Menge an Erneuerbaren Energien abtransportieren. So ist in den nächsten Jahren mit einem Zuwachs an Leistung aus Erneuerbaren Energien in der Region von 500 auf 1.500 Megawatt zu rechnen. Die 380-kV-Höchstspannungsleitung soll ab 2018 abschnittsweise gebaut werden, beginnend beim Abschnitt 1, vom Raum Segeberg nach Lübeck (2018), gefolgt von den Abschnitten 2/3, Lübeck – Siems (2020) und Lübeck – Göhl (2019).

Mit der Aufnahme der Ostküstenleitung ins Bundesbedarfsplangesetz wurden die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf für die Ostküstenleitung gesetzlich festgelegt. Gleichzeitig wurde die Ostküstenleitung als Pilotstrecke für Teilerdverkabelung (Wechselstrom) in das Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen. Für Wechselstromleitungen, wie der Ostküstenleitung, kann die Erprobung der Technologie in Pilotvorhaben auf technisch und wirtschaftlich effizienten Teilabschnitten erfolgen, wenn bestimmte auslösende Kriterien erfüllt sind, etwa wenn die geplante Leitung die genannten Mindestabstände zu Wohnbebauung unterschreitet.

Ansprechpartner TenneT
Mathias Fischer, Pressesprecher,
Tel. 49 (0)921 50740-4044,
Mobil +49 (0)151 27657832
E mathias.fischer@tennet.eu.  www.tennet.eu

PM: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein

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