Erneuerbare Energien leisten wachsenden Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes

TenneT qualifiziert neuen Statkraft-Batteriespeicher
TenneT qualifiziert neuen Statkraft-Batteriespeicher / Pressebild: TenneT

TenneT qualifiziert neuen Statkraft-Batteriespeicher in Dörverden für die Teilnahme am Regelenergiemarkt

(WK-intern) – Erste Multi-Megawatt-Batterie im TenneT-Netzgebiet stellt 3 Megawatt Regelenergie bereit

Weiterer Schritt hin zu einer stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat die erste Multi-Megawatt-Batterie in seinem Netzgebiet für “fit erklärt”, um Regelenergie für die Stabilisierung des Stromnetzes bereitzustellen. Das Batteriespeichersystem von Statkraft kann drei Megawatt Primärregelleistung liefern. Der Lithium-Ionen-Speicher wurde am Standort des Statkraft-Laufwasserkraftwerks Dörverden in Niedersachsen errichtet und wird heute in Betrieb genommen.

“Wir begleiten die Entwicklung von neuen Technologien aktiv, um neue Lösungsansätze für den Wandel im Bereich der Stromerzeugungsstruktur zu ermöglichen. Daher freuen wir uns, mit dem von Statkraft errichteten Batteriespeicher die erste Multi-Megawatt-Anlage dieser Art in unserem Netzgebiet zu haben. Ihre Qualifizierung für den Regelenergiemarkt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien”, erklärte Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH. Zwar steigt der Anteil der erneuerbaren Energien an Systemdienstleistungen, die der Stabilisierung der Stromversorgung dienen, langsam an. Dennoch wird heute der Großteil solcher Systemdienstleistungen noch von konventionellen Kraftwerken bereitgestellt. “Erste Schritte bei der Bereitstellung von Regelenergie durch erneuerbare Energien-Anlagen sind gemacht. Neben vielen tausend Biogasanlagen, die heute schon am Regelenergiemarkt aktiv sind, können mittlerweile auch andere erneuerbare Energien-Anlagen wie Power-to-Gas- und Windkraftanlagen Regelenergie liefern. Mit dem Statkraft-Batteriespeicher ist nun auch die erste Multi-Megawatt-Batterie in unserem Netzgebiet dazu gekommen”, sagte Keussen und forderte: “Dabei darf und wird es nicht bleiben. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung wächst rasant. Sie müssen daher schnell eine stärkere Verantwortung für die Systemstabilisierung übernehmen. Ich bin überzeugt, dass wir hier bis Jahresende eine deutliche Entwicklung sehen werden.”

“Besonders zufrieden sind wir mit der kooperativen und vertrauensvollen Abstimmung mit dem Übertragungsnetzbetreiber TenneT und der partnerschaftlichen Abwicklung des Projektes mit unserem Lieferanten ads-tec”, sagte Dr. Pieter Schipper, Leiter Kraftwerksoptimierung und Marktzugang Kontinentaleuropa bei der Statkraft Markets GmbH in Düsseldorf. “Dadurch haben wir es rechtzeitig geschafft, die Präqualifizierung für die Erbringung von Primärregelleistung zu erhalten.” Das Lithium-Ionen-Batteriespeichersystem in Dörverden besteht aus drei transportablen und redundant aufgebauten Einheiten mit jeweils über einem Megawatt installierter Leistung und kann damit insgesamt drei Megawatt negative Primärregelleistung erbringen. Die Anlage ist in der Lage, sehr genau auf Regelleistungsabrufe zu reagieren und zu helfen, Frequenzschwankungen auszugleichen. Bei der Abnahme des Batteriespeichersystems durch TenneT musste die Anlage innerhalb von 30 Sekunden drei Megawatt Leistung aus dem Netz ziehen und vorgegebene Lastprofile abfahren. Mit der bestandenen Prüfung hat sich die Anlage für die Teilnahme am so genannten Primärregelenergiemarkt qualifiziert.

Über Regelenergie:
Der steigende Ausbau der erneuerbaren Energien, besonders der Wind- und Solarenergie, führt trotz stetig verbesserter Einspeise-Prognosen zu Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch. Um die normale Frequenz im Stromnetz bei 50 Hertz zu halten, müssen Stromverbrauch und Erzeugung aber immer im Gleichgewicht sein. Unvorhergesehene Abweichungen zwischen Erzeugung und Entnahme müssen die Übertragungsnetzbetreiber daher durch den Einsatz von Regelenergie ausgleichen, damit es zu keiner Gefährdung der Systemstabilität kommt. Regelenergie gleicht Schwankungen im Stromnetz innerhalb kurzer Zeit aus, entweder, indem Strom zugeführt (positive Regelenergie) oder aus dem Netz genommen (negative Regelenergie) wird. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland halten ständig jeweils ca. 4.000 Megawatt positiver und negativer Regelenergie vor. Bereitgestellt wird diese Leistung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen am Regelenergiemarkt, darunter Wasserkraftwerke, Gaskraftwerke und Biogasanlagen. Alle Kraftwerke, die Regelleistung anbieten, müssen einen “Führerschein” (Präqualifikation) hierfür bestanden haben.

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