Siemens-Technik stabilisiert Stromnetz im Großraum Frankfurt

siemens-neuSiemens hat vom Übertragungsnetzbetreiber Amprion den Auftrag erhalten, eine Blindleistungskompensationsanlage zur Stabilisierung des Stromversorgungsnetzes im Großraum Frankfurt zu liefern, zu installieren und in Betrieb zu nehmen.

(WK-intern) – Im Zuge der Energiewende begegnet Amprion damit den Herausforderungen, die eine zunehmende Anzahl fluktuierend einspeisender erneuerbarer Energiequellen an das Netz stellt.

Der Netzbetreiber setzt die Blindleistungskompensationsanlage zur dynamischen Spannungsstützung des Übertragungsnetzes ein.

Zum Einsatz kommen wird eine statische Blindleistungskompensationsanlage SVC Plus der neuesten Generation, die Siemens weiterentwickelte, um unter anderem Umweltauswirkungen wie Geräuschemission und den Flächenbedarf der Anlage auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Siemens baut die Anlage in Kriftel, einer Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt und Wiesbaden, und integriert sie dort in eine bestehende Schaltanlage. Das Auftragsvolumen beträgt rund 25 Millionen Euro; die Anlage soll Ende 2017 in Betrieb gehen.

“Wir haben in den vergangenen Monaten mehrere Projekte mit Blindleistungskompensationsanlagen auf Basis unserer SVC-Plus-Technik erfolgreich in Betrieb genommen, sei es zur Spannungsstabilisierung, Flickerkompensation, Anbindung von Windkraftanlagen oder zur Bahnelektrifizierung. Wir freuen uns, unserem Kunden Amprion die größte SVC-Plus-Anlage Europas schlüsselfertig zu liefern”, sagte Mirko Düsel, CEO der Business Unit Transmission Solutions in der Siemens-Division Energy Management.

Ludger Meier, Leiter Bau und Betrieb bei Amprion, erklärte: “Die Transportaufgabe im Übertragungsnetz wird immer komplexer. Um unser Netz stabil zu halten, benötigen wir zahlreiche Blindleistungs-Kompensationsanlagen. Die jetzt geplante Anlage ist sehr flexibel und schnell regelbar. So wie wir es für unser Netz benötigen.”

Das Herzstück von SVC Plus, einem weiterentwickelten statisch synchronen Kompensator (Statcom), ist seine Multilevel-Stromrichtertechnik. Im Gegensatz zu anderen selbstgeführten Stromrichtertopologien ist die von SVC Plus erzeugte Spannungsform aufgrund der Multileveltechnik nahezu sinusförmig. Deshalb können die bei früheren Lösungen häufig notwendigen niederfrequenten harmonischen Filter entfallen, und der Platzbedarf für die Gesamtanlage wird deutlich reduziert.

Der Stromrichter basiert auf einer modularen Topologie. Jeder Stromrichterabzweig besteht aus einer Reihenschaltung von zweipoligen Leistungstransistormodulen (IGBT-Power-Module). Die SVC-Plus-Anlage für Amprion ist für eine Nennleistung von +/- 300 MVAr ausgelegt und in mehrere parallel geschaltete Stromrichter unterteilt. Dabei besitzen die Phasen jedes Stromrichterabzweiges redundante Power Module. Im seltenen Fehlerfall würden diese einen kontinuierlichen Betrieb bei voller Nennleistung ohne Zwangsabschaltungen sicherstellen. Der Austausch fehlerhafter Komponenten könnte bis zur nächsten planmäßigen Wartung aufgeschoben werden. So beträgt die durchschnittliche Verfügbarkeit einer SVC-Plus-Anlage weit über 99 Prozent. Allein in den letzten vier Jahren hat Siemens weltweit Aufträge über mehr als 50 SVC-Plus-Anlagen erhalten.

PM: Siemens

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