Neue Stiftungsprofessur der Carl-Zeiss-Stiftung zur Umweltmodellierung im Klimasystem bewilligt

JGUKomplexe Prozesse im Klimasystem werden mit Hilfe von computergestützten Erdsystem-Modellen untersucht

(WK-intern) – Die Carl-Zeiss-Stiftung hat die Förderung einer neuen Stiftungsprofessur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) auf dem Gebiet der Umwelt- und Klimamodellierung übernommen.

Mit Hilfe von Erdsystem-Modellen wird die Professur unter anderem  atmosphärenchemische und mikrophysikalische Prozesse im Klimasystem erforschen.

Die Ergebnisse der Arbeiten sollen auch eine wissenschaftliche Basis für Entscheidungen über Umwelt- und Klimafragen in Politik und Gesellschaft anbieten. Die Carl-Zeiss-Stiftung, Alleinaktionärin der SCHOTT AG in Mainz und der Carl Zeiss AG in Oberkochen, unterstützt die Stiftungsprofessur in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 1.195.000 Euro. Die Professur ist am Institut für Physik der Atmosphäre der JGU angesiedelt.

Es ist mittlerweile unstrittig, dass die aktuellen globalen Klimaveränderungen zum Großteil auf anthropogene Einflüsse während der letzten 150 Jahre zurückgehen. Entscheidenden Anteil daran hat der Ausstoß von Treibhausgasen, allen voran Kohlendioxid. Aber auch langlebige Spurengase wie Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe, die seit 20 Jahren nicht mehr emittiert werden, sind noch immer nachweisbar und wirken in der Stratosphäre als Treibhausgase.

Vor diesem Hintergrund soll die neu geschaffene Professur die Umweltbelastung durch anthropogene, aber auch durch natürliche Quellen von Spurenstoffen in der Luft und in anderen Ökosystemen wie den Ozeanen und der Biosphäre untersuchen. Ebenso sollen die Auswirkungen menschlicher Aktivität auf das Klimasystem erforscht und die Wechselwirkungen von Wetter, Klima und Luftqualität auf die Umwelt ermittelt werden. Als Hauptwerkzeuge für diese Untersuchungen dienen hochkomplexe Computermodelle für die physikalischen und chemischen Prozesse im Erdsystem.

Die Thematik der Stiftungsprofessur ist eng mit verschiedenen Teilbereichen der Naturwissenschaften verknüpft. Neben der Atmosphärenwissenschaft spielen auch die Chemie und die Biologie eine wichtige Rolle, weshalb ein Hauptaugenmerk auf interdisziplinären Kooperationen innerhalb der JGU liegen wird. Auch Kenntnisse aus Mathematik und Informatik sind für die Arbeit mit Computermodellen erforderlich. „Die Umweltmodellierung stellt eine aktive und integrative Forschungsdisziplin dar, die eine Vielzahl von Prozessen aus unterschiedlichen Fachrichtungen verknüpft“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Volkmar Wirth vom Institut für Physik der Atmosphäre. „Die Arbeitsmethodik muss daher kontinuierlich auf neue Erkenntnisse aus der Theorie und der Beobachtung des Klimasystems reagieren.“

Die Stiftungsprofessur wird über die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Universität Mainz hinaus auch mit außeruniversitären Einrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Chemie Mainz, dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) oder dem Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam kooperieren.

Mit der Bewilligung der Professur kann nunmehr die zweite Stiftungsprofessur der Carl-Zeiss-Stiftung an der JGU eingerichtet werden. Ende 2013 hatte die Carl-Zeiss-Stiftung die Förderung einer experimentellen Stiftungsprofessur „Festkörperforschung – oxidische Materialien“ an der Johannes Gutenberg-Universität bewilligt, die mit der Chemikerin Prof. Dr. Angela Möller besetzt werden konnte.

PM: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

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