Weltklimavertrag endet ohne rechtlich bindenden Vereinbarungen

BU Eiffelturm: Bei den Verhandlungen in Paris steht der neue Weltklimavertrag kurz vor dem Abschluss. BU Porträt: Jens Tanneberg, wissenschaftlicher Leiter im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Fotonachweise: Klimahaus Bremerhaven
BU Eiffelturm: Bei den Verhandlungen in Paris steht der neue Weltklimavertrag kurz vor dem Abschluss.  BU Porträt: Jens Tanneberg, wissenschaftlicher Leiter im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Fotonachweise: Klimahaus Bremerhaven
BU Eiffelturm: Bei den Verhandlungen in Paris steht der neue Weltklimavertrag kurz vor dem Abschluss.
BU Porträt: Jens Tanneberg, wissenschaftlicher Leiter im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost.
Fotonachweise: Klimahaus Bremerhaven

Weltklimavertrag: „Übergangslösungen reichen nicht aus“

(WK-intern) – Wissenschaftlicher Leiter des Klimahaus berichtet aus Paris

Neuer Weltklimavertrag ohne Verbindlichkeiten

Bremerhaven – Der neue  der derzeit in Paris ausgehandelt wird, wird keine rechtlich bindenden Vereinbarungen enthalten. Jens Tanneberg, wissenschaftlicher Leiter im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost, war in den letzten Tagen in Paris auf dem 6. Sustainable Innovation Forum (SIF), einer Veranstaltung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) im Rahmen der Weltklimakonferenz.

Auf dem „nachhaltigen Innovationsforum“ tauschen sich Vertreter internationaler Unternehmen, aus der Politik und von Nichtregierungsorganisationen aus, um innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln. Die Reduzierung der Emissionen von Treibhausgasen insbesondere in der Wirtschaft ist ein zentrales Anliegen der Teilnehmer. Achim Steiner, Direktor von UNEP, sagte bei der Eröffnung, dass die Wirtschaft weltweit im Einklang mit den jüngst von den Vereinten Nationen verabschiedeten nachhaltigen Entwicklungszielen agieren müsse, um die Zukunft der Erde zu sichern. Dazu gehöre auch ein radikaler Klimaschutz.

Forderung nach 1,5-Grad-Ziel

Unterstrichen wurde dieses Ziel durch die eindringliche Forderung von Chief Oren Lyons vom Bündnis der Irokesen Nordamerikas, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. „Chief Lyons als Stimme der indigenen Völker ist nicht der Einzige, der in Paris statt des international vereinbarten 2-Grad-Ziels ein 1,5-Grad-Ziel fordert“, weiß Klimahaus-Wissenschaftler Tanneberg. „Für viele Nationen – vor allem für die kleinen Inselstaaten – stellt eine Erwärmung um oder über 2 Grad eine Bedrohung ihrer Existenzgrundlage dar.“

Übergangslösungen

Die aktuellen Treiber des globalen Wandels sind die Städte, die im Jahr 2050 bis zu 90 % der weltweiten Bevölkerung ausmachen. Einerseits tragen sie massiv zum heutigen Klimawandel bei, andererseits stehen sie für die Entwicklung von Lösungsansätzen und Innovationen vor allem durch junge Menschen. „Aktuell werden vonseiten der etablierten Wirtschaft vor allem Übergangslösungen angeboten“, so Tanneberg. Statt der punktuellen Ansätze, die derzeit beispielsweise im Bereich der Mobilität verfolgt werden, muss ein ganzheitlicher Ansatz gewählt werden, ist der Politologe überzeugt. Anders sei der gefährliche Klimawandel nicht aufzuhalten. Tanneberg kritisiert hierbei vor allem auch die europäischen Länder, die in Sachen E-Mobilität außer Prestigeprodukten keine massentauglichen Lösungen im Angebot haben. „Hier ist business as usual die weiterhin vorherrschende Strategie“, sagt Tanneberg weiter.

Neuer Weltklimavertrag

Das große Ziel der Weltklimakonferenz in Paris, der neue Weltklimavertrag steht kurz vor dem Abschluss. Tanneberg: „Der neue Weltklimavertrag ist greifbar, aber rechtlich bindende Vereinbarungen sind nicht in Sicht“, sagt der Wissenschaftler. Wie lange die Weltgemeinschaft sich mit solchen Übergangslösungen noch sprichwörtlich über Wasser halten kann, ist eine andere Frage.

Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost

Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost wird von über 98 Prozent aller Besucher weiterempfohlen und zählt zu den meistbesuchten Ausstellungen Norddeutschlands. Die Reise um die Erde – immer entlang des achten Längengrades – führt durch fünf Klimazonen und ist in dieser Form weltweit einzigartig.

Mit ihrer geschwungenen Glasfassade gilt die Wissens- und Erlebniswelt als neues Wahrzeichen Bremerhavens und ist zugleich eines der architektonisch spannendsten Bauwerke Europas. Im Inneren spüren die Besucher nicht nur die Temperaturen und Klimaverhältnisse von Wüsten, tropischen Regenwäldern und der Antarktis, sondern treffen auch auf große Aquarien mit See- und Süßwasserfischen oder Reptilien wie Schlangen und seltene Echsen.

Der von der UNESCO anerkannte, außerschulische Lernort macht die Themen Klima und Klimawandel für jede Altersklasse begreifbar. Bob Geldof nennt das Klimahaus Bremerhaven „Einen Liebesbrief an den Planeten“.

PM: Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top