Rückblick auf den 10. Biogas-Fachkongress in Hitzacker

Bioanlage / Foto: HB
Bioanlage / Foto: HB

Die Biogas-Branche muss sich neu erfinden und weitergehen.

(WK-intern) – Das zumindest meinten viele Referenten und Teilnehmer des 10. Biogas-Fachkongresses in Hitzacker.

Unter dem Motto „Wertschöpfung steigern – Potenziale nutzen“ boten Experten aus Politik und Wirtschaft einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Branche und gaben Anregungen, wie ein solches Weitergehen aussehen könnte.

Lüchow – Branchentreffen in familiärer Atmosphäre: Am 26. November fand der Biogas-Fachkongress 2015 statt – und das bereits zum zehnten Mal. Über 120 Teilnehmer und zahlreiche Referenten empfing die Akademie für erneuerbare Energien im Verdo Kultur- und Veranstaltungszentrum in Hitzacker. Unterschiedlichste Akteure nutzten den Kongress für den fachlichen Austausch, unter ihnen Betreiber von Biogasanlagen, Umwelt-Gutachter, Berater zum Thema erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Investoren, Juristen, Naturschützer und Branchenfunktionäre. Ein großer Teil der Teilnehmer hält dem Kongress bereits seit mehreren Jahren die Treue. Und so ist der Biogasfachkongress nicht nur Ideenbörse und Informationsplattform, sondern im Laufe der Jahre auch zu einem Branchen-Netzwerk gewachsen, das unabhängig von Hoch- oder Tiefphasen in der Biogasbranche Bestand hat.

In diesem Zeichen stand auch die Begrüßungsrede von Joachim Gutmann, Geschäftsführer der Akademie für erneuerbare Energien: „Wir feiern heute das zehnjährige Jubiläum des Biogas-Fachkongresses, aber auch das Überleben der Biogasbranche. Diese Dinge hängen eng miteinander zusammen.“ Elke Mundhenk, stellvertretende Landrätin und Bürgermeisterin der Stadt Dannenberg, ermutigte in ihrem Grußwort zum Weitermachen. „Ich danke den Pionieren der Branche dafür, dass sie sich nicht einfach nur gegen Atomkraft und Kohle aussprechen, sondern sich vor allem für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien stark machen und neue Wege beschreiten. Pioniere leben nicht im Sessel, sie gehen voran.“

Wie dieses Vorangehen aussehen kann, erläuterte Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, in seinem Vortrag. „Das Problem ist nicht der geringe Zubau von Biogasanlagen, sondern der Rückgang von Investitionen in bestehende Anlagen. Das tut der Branche weh.“ Seide erklärte, dass es unter den gegebenen Umständen das Beste sei, sich nicht einfach gegen das EEG 2016 zu stellen – dies käme so oder so. Klüger sei es stattdessen, aktiv an den Gesetzesentwürfen mitzuarbeiten. „Genau dies tut der Biogas-Fachverband“, sagt Seide. Dafür hat er drei Ziele definiert. Zum einen soll das Ertüchtigungsziel ein Instrument schaffen, das Betreiber bestehender Anlagen zu Investitionen motiviert. Das Stabilisierungsziel soll die Stromerzeugung aus Biomasse mindestens auf dem heutigen Stand halten. Und als Zubauziel stellt sich Seidel einen 100 Megawatt Bruttozubau vor.

Wie in jedem Jahr konnten sich die Teilnehmer im Anschluss an die Vorträge im Plenum nach ihren Interessengebieten vertiefte Informationen holen. In den drei Fachforen „Optimierung und Technik“, „Vermarkung“ und „Energiepflanzenanbau und Ressourcenschutz“ berichteten Branchenpraktiker von Neuerungen auf ihrem Gebiet. Das beschauliche Umfeld bot Raum für Fragen und Diskussion. Michael Kralemann, Referent und Moderator der Podiumsdiskussion „Flexible Stromerzeugung und deren Vermarktung an den verschiedenen Marktplätzen“ lobte, dass durch die unterschiedlichen Teilnehmer auch unterschiedliche Standpunkte lebendig ausgetauscht wurden.

„Als Veranstalter bin ich mit dem Kongress sehr zufrieden, auch wenn wir den Teilnehmern – dem politischen Umfeld geschuldet – keine euphorischen Nachrichten vermitteln konnten“, resümiert Akademie-Geschäftsführer Gutmann. „Besonders gefallen hat mir, dass so viele Teilnehmer zum wiederholten Mal da waren.“ Stolz ist Gutmann, dass der Biogas-Fachkongress seine Tradition auch in Zukunft fortführen wird. „Der Kongress ist geblieben, was er von Anfang an war: Ein Austausch unter Praktikern. Das wollen wir fortsetzen, weil wir uns damit auch von anderen Kongressangeboten unterscheiden.“

PM: Akademie für erneuerbare Energien
Lüchow-Dannenberg GmbH

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