Maritimes Cluster Norddeutschland und seine vielfältigen Aufgaben

Der Norddeicher Hafen ist aufgrund seiner Lage für viele Offshore-Windparks der nächstgelegene Servicehafen auf dem Festland. / Foto: HB
Der Norddeicher Hafen ist aufgrund seiner Lage für viele Offshore-Windparks der nächstgelegene Servicehafen auf dem Festland. / Foto: HB
Der Norddeicher Hafen ist aufgrund seiner Lage für viele Offshore-Windparks der nächstgelegene Servicehafen auf dem Festland. / Foto: HB

Mitgliedertreffen Maritimes Cluster Norddeutschland – Netzwerk für die Zukunft

(WK-intern) – Maritime Interessen gemeinsam voranbringen

Mit knapp 270 Mitgliedern aus den fünf nordischen Bundesländern gehört das Maritime Cluster Norddeutschland zu dem größten seiner Art.

Gut die Hälfte der in diesem bundesweit einzigartigen Zusammenschluss vertretenen Unternehmen aus der maritimen Branche und Vertreter aus den Ministerien der angeschlossenen Länder kam jetzt in Hamburg zusammen. Im Speicher am Kaufhauskanal trafen sich Firmen aus dem Bereichen Werften, Zulieferer, Offshore und Meerestechnik. Alternative Energien, Forschung und zukunftsweisende Projekte standen im Mittelpunkt des Austausches. Die Umformierung des Clusters in eine andere Rechtsform war ein weiteres Thema, über dessen Wegbereitung erste Informationen gegeben worden sind.

Der Grundgedanke des Clusters, über die Ländergrenzen hinaus zu wirken, zu vermitteln und Netzwerke auszuweiten, wurde in Hamburg bei der Zusammenkunft mehr als nur gelebt. So gab aus allen fünf angeschlossenen Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern spannende Präsentationen. Clemens Sommerfeld vom Binnenschifffahrtskontor Sommerfeld BKS berichtete beispielsweise über das Simulationsmodell für Schiffsverkehre am Beispiel des Elbe-Seiten-Kanals (Sim-ESK). Der Elbe-Seiten-Kanal und sein Ausbau sei ein höchst aktuelles und drängendes Thema, wie auch Staatsrat Dr. Rolf Bösinger (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) in seiner Rede betonte.

Dr. Olaf Berndt vom Rostocker Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IDG präsentierte die funktionale Modellierung und Simulation des Gesamtsystems Schiff. Die Anwendung von virtual reality ermöglicht frühestmögliche Simulation für die Inbetriebnahme von Schiffen und ist Schwerpunkt von Berndts Arbeit.

Das multimediale Zeitalter in der Unterwasserkommunikation war Thema des Kieler Referenten Dr. Ivor Nissen vom Forschungsbereich Wasserschall & Geophysik der WTD 71 (Wehrtechnische Dienststelle). Dass Handys zu Lande und in der Luft einsetzbar sind, das ist Alltag, wie aber gestaltet sich das unter Wasser / zu Wasser?

Was auf dem Grund der Ostsee zu finden und wie dieses richtig zu bewerten ist, dem geht das Forschungsnetzwerk Sensorsystem zur Munitionsdetektion Unterwasser auf die Spur. Dr. Kristine Bauer vom Fraunhofer-Institut IGD gab einen Überblick über die Funde technischer Kampfstoffe und Waffen sowie vermutete weitere Standorte.

E-Powered Marine Solutions beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie man von Land aus Probleme im Schiffsbetrieb auf hoher See diagnostizieren und gegebenenfalls lösen kann, ohne dabei selbst auf hoher See an Bord zu müssen. Peter Andersen stellte den MCN-Mitgliedern dieses Remote Diagnostic System vor.

Wie der Strom etwa aus den Offshore-Windparks ohne große Verluste ins Netz gespeist werden kann, erläuterte Jan Röfer von Siemens Energy Transmission über die DC Offshore Grid Connections. Ferner gab er einen Einblick in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess der einzelnen IPCI-Abschnitte der Siemens-Plattform-Projekte.

Prof. Dr. Burkhard Lemper vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) analysierte die Krise der Schiffbau- und Zulieferindustrie. Er sprach über die verschiedenen Auslastungen und Entwicklungen der Transportgüter und verwies auf eine hohe Aufliegerquote im Containerschiffbereich. Über den Ist-Zustand der maritimen Kernbranchen, welche Zukunftsperspektiven sich beispielsweise für Zulieferer anbieten und wohin der wirtschaftliche Weg global und national sich hinbewegen wird, legte der Fachmann in seinem Vortrag weitere Details vor.

„Die Ländervertreter des MCN befinden sich derzeit in der gemeinsamen Gestaltung an einer langfristigen organisatorischen Form. Somit soll das bislang geschaffene Potential auch weiterhin für alle Kernbranchen der maritimen Wirtschaft gewinnbringend eingesetzt werden“, so Christian Schmitt, Leiter des MCN. Die Veranstaltung klang mit einem Imbiss in entspannter Atmosphäre aus. Hier gab es reichlich möglichkeiten zum Austausch und netzwerken.

PM: Maritimes Cluster Norddeutschland

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