Windenergie und Wirtschaftskraft im Südwesten

Offenburger Kongressmesse am 18. + 19. November 2015

(WK-intern) – Die Kongressmesse Windenergie – expo & congress der Messe Offenburg widmet sich der Windenergie im Südwesten und findet am 18. und 19. November 2015 zum zweiten Mal statt.

Parallel wird im STORENERGY Kongress über die Integration der Erneuerbaren Energien ins elektrische Netz, über Energiespeicher und die dezentrale Energiezukunft diskutiert.

Die Veranstaltung richtet sich an die am Windenergieausbau beteiligten Kommunen und Behörden, Grundstückseigentümer, Energieversorger und Investoren, Projektierer und Betreiber sowie die Zuliefer- und Dienstleistungsindustrie der Windbranche.

Windenergie im Südwesten in Gang gekommen
Im Südwesten wird der Fortschritt der Energiewende nun auch durch die Windenergie gestärkt: 2015 sind die Meldungen zu den Ereignissen wie Neugenehmigung und Spatenstich häufig der Presse zu entnehmen. Derzeit sind rund 120 Anlagen in Baden-Württemberg im Bau, weitere 240 Anlagen befinden sich im laufenden Genehmigungsverfahren. Der Landesvorstand des Bundesverbandes Windenergie (BWE) Baden-Württemberg, Dr. Walter Witzel, bekräftigt: „Der deutliche Anstieg der Zahlen bei den genehmigten und den gebauten Windkraftanlagen in Baden-Württemberg ist sehr erfreulich. Die Landesregierung hat hierfür wichtige Voraussetzungen geschaffen. Diese Vorarbeiten tragen jetzt Früchte.“

Onshore-Windkraft bedeutet neben dezentraler Energieproduktion Wertschöpfung vor Ort, unter anderem durch bedeutende Steuereinnahmen für die Kommunen und Wirtschaftskraft durch Arbeitsplätze. In der Windenergiebranche in Baden-Württemberg arbeiteten im Jahr 2013 knapp 9.500 Beschäftigte. Grundstückseigner, Land- und Forstwirtschaft, Kommunen, Anlieger, Bürger und Energieverbraucher haben Interesse, die Wertschöpfung vor Ort zu erhalten – ein wichtiger Faktor, um auch die Akzeptanz der Windenergie zu stärken.

Wertschöpfung vor Ort halten durch Windenergieausbau im Südwesten
Der BWE sieht gleichzeitig mit Sorge in die Zukunft für den Südwesten. Dazu Dr. Walter Witzel: „Ab 2017 soll die Vergütung für Windkraftstrom über Ausschreibungen ermittelt werden. Es besteht die Gefahr, dass dadurch kleine und mittlere Akteure vom Markt verschwinden und dass die süddeutschen Standorte aufgrund der erhöhten Erschließungskosten bei der Ausschreibung den Kürzeren ziehen werden. Daher ist es sehr wichtig, dass im Ausschreibungsverfahren auch Binnenlandstandorte eine faire Chance erhalten.“
Welche Energiezukunft braucht der Südwesten – dazu bildet sich auf der Windenergie 2015 ein Dialogforum ab.

Kongress thematisiert Anforderungen höherer und bewaldeter Standorte
Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer bekräftigt die Bedeutung der Windenergie im Südwesten: „Die Windenergie dient dem Klimaschutz und fördert die regionale Wertschöpfung. Sie ist neben der Energieeffizienz der zentrale Baustein der Energiewende, einem wichtigen Anliegen der Landesregierung.“ Die Regierungspräsidentin eröffnet die Veranstaltung am 18. November mit einem Vortrag zur Windenergienutzung und dem Status des Ausbaus.

Die Kongressmesse bietet Expertenwissen zu aktuellen Entwicklungen, Best Practice-Beispiele und konkrete Anwendungsfälle. Die Logistik und Umweltaspekte bei der Errichtung von Anlagen an
bewaldeten Standorten in Mittelgebirgslagen, wie im Schwarzwald, sind ein Schwerpunkt im Programm. Die Fachagentur Windenergie an Land e.V. gibt in Ihrem Vortrag einen Überblick über die Herausforderungen der Windenergie im Wald.
Durch Repowering und Neuvorhaben werden immer ertragreichere Anlagen realisiert. Die Standorte liegen oftmals in schwer zugänglichen Gebieten. Die Errichtung der modernen Windräder erfordert das Knowhow von Logistik und Planungsdienstleistern in der Zuwegung und Stromnetzanbindung. Aktuelle Erfahrungsberichte dazu liefert die Veranstaltung.

Bürgerbeteiligungsmodelle von der Projektentwicklung bis zur Gewinnschöpfung in lokalen Genossenschaften werden im Vortragsprogramm beleuchtet. Die Beteiligung von Energiegenossenschaften am Windenergieausbau vertritt der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband im diesjährigen Kongressprogramm.
In der Fachmesse wird ein Forschungsunternehmen präsentiert, in dem seit 2013 im Landkreis Lörrach untersucht wird, wie die Entscheidungsprozesse für dezentrale Energieerzeugungsanlagen so gestaltet werden können, dass die Gesellschafts- und Umweltverträglichkeit und damit die Akzeptanz der Entscheidungen verbessert werden.

STORENERGY congress – dezentrale Zukunft
Mit den Vorgaben Energieeffizienz und maximal klimaneutraler Erzeugung werden dezentrale Lösungen immer öfter in die Diskussion gebracht. Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik VDE beschreibt mit seiner Studie „Der Zellulare Ansatz“ die Vorteile dezentraler Lösungen als Ergänzung zur Großverteilerinfrastruktur. Denn Wertschöpfung vor Ort schafft dauerhafte Perspektiven auf wirtschaftliches Wachstum und nachhaltige Akzeptanz der Energiewende. Der VDE plädiert für den Ausbau der regionalen Erzeugung und einen intelligenten Erneuerbare Energien-Mix.

Zur Energiewende erfordert speziell die Windenergie eine Einbindung ins Netz mit Speichern und Lastmanagement, um diese volatile Energiequelle wirtschaftlich zu nutzen. Dazu referieren zahlreiche Experten im Rahmen des parallel laufenden STORENERGY Kongresses. Die Themen reichen von konkreten Herausforderungen für den Verteilnetzbetreiber wie Netzausbau mit Umspannstationen und Kabeltrassen im Südwesten über aktuelle Forschung zu elektrischen Energiespeichern und Power-to-Gas bis zu Hybridsystemen und virtuellen Kraftwerken. Es soll auch diskutiert werden, ob Windertragsgutachten als Grundlage der Projektbewertung ausreichen.

Windenergie bei den Nachbarn im Dreiländereck mit der Schweiz und Frankreich
Die aktuellen Herausforderungen für den Windkraftausbau in der Schweiz und in Frankreich werden von Vertretern der Anrainerländer skizziert. Lösungen für Windenergieanlagen in Mittelgebirgslagen bedeuten im gesamten Dreiländereck die grundlegende Herausforderung, inklusive ihrer Netzintegration.

Die Schweizerische Vereinigung zur Förderung der Windenergie, Suisse Eole, berichtete, dass nach dem Schweizer Ständerat auch der Nationalrat sich am 16. September 2015 bei der Revision des Waldgesetzes für den Bau von Windenergieanlagen im Wald ausgesprochen hat. Die Hürden für den Bau von Windrädern und Hochspannungsleitungen im Wald sollen gesenkt werden. Das nationale Interesse am Bau von Anlagen zur Produktion von Erneuerbarer Energie und für den Energietransport soll als gleichrangig mit anderen nationalen Interessen eingestuft werden.

PM: Messe Offenburg-Ortenau GmbH

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