Bundesnetzagentur startet dritte PV-Freiflächenausschreibung

Gebäude der Bundesnetzagentur im Tulpenfeld/Bonn
Gebäude der Bundesnetzagentur im Tulpenfeld / Bonn / Pressebild

Die Bundesnetzagentur hat am 6. Oktober den Start der dritten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bekannt gegeben.

(WK-intern) – Nachdem die ersten beiden Ausschreibungsrunden bereits erfolgreich verlaufen sind und sich in der zweiten Runde ein verglichen mit der ersten Runde deutlich niedrigere Zuschlagswerte ergaben, darf man gespannt sein, ob sich dieser Trend verfestigt. Gerade die Auswirkungen des erhöhten Ausschreibungsvolumens werden beobachtet.

Für diesen Gebotstermin beträgt das Ausschreibungsvolumen 200 Megawatt und liegt damit um 50 Megawatt über dem jeweiligen Ausschreibungsvolumen der ersten beiden Runden.

Der Höchstwert und damit der maximal zu bietende Wert beträgt 11,09 Cent pro Kilowattstunde. Bieter können ihre Gebote für diese Ausschreibungsrunde bis zum 1. Dezember 2015 abgeben. Bieter können mit Projekten, die in einer der ersten beiden Runden keinen Zuschlag erhalten haben, erneut an dieser Ausschreibung teilnehmen.

Ebenso wie in der zweiten Runde gilt auch diesmal das Einheitspreisverfahren (‘uniform pricing’); hierbei wird der Gebotswert des letzten bezuschlagten Gebots der Zuschlagswert aller anderen erfolgreichen Gebote. Ab dem kommenden Jahr wird wieder das sogenannte ‘pay-as-bid’-Verfahren angewendet, bei dem erfolgreiche Bieter den Zuschlag zu dem jeweils angebotenen Wert bekommen.

In der letzten Ausschreibungsrunde, vom August 2015, mussten über 10% der Gebote wegen Formfehlern ausgeschlossen werden. Um den Bietern die erfolgreiche Gebots-abgabe zu erleichtern, hat die Bundesnetzagentur ihre ‘Hinweise zur Gebotsabgabe’ auf ihrer Website aktualisiert. Die Vorgaben der Freiflächenausschreibungsverordnung sind strikt und sehen bei Formverstößen einen Ausschluss der Gebote vor.

Die Bundesnetzagentur hat im Nachgang der ersten Ausschreibungsrunde die Bieter, die sich zur Teilnahme an einer Evaluation bereiterklärt hatten, befragt. Die Antworten wurden zusammengefasst und in einem Bericht veröffentlicht, der unter www.bundesnetzagentur.de/ffav15-1 heruntergeladen werden kann.

Informationen zu der dritten Ausschreibungsrunde finden sich unter www.bundesnetzagentur.de/ffav15-3.

Allgemeine Hintergrundinformationen zu den Photovoltaik-Freiflächenausschreibungen sind unter www.bundesnetzagentur.de/ee-ausschreibungen veröffentlicht.

 

Meldung von Energiegroßhandelsgeschäften angelaufen

Ab dem 7. Oktober müssen an der Börse sowie über Broker getätigte Energiegroßhandelsgeschäfte europaweit an die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) gemeldet werden. Grundlage ist die REMIT-Verordnung über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarktes.

In Deutschland haben Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt die Markttransparenzstelle für den Großhandel mit Strom und Gas eingerichtet. Diese wird die Energiehandelsdaten künftig verwenden, um Marktmanipulationen, Insiderhandel, Marktmachtmissbrauch und Kartellabsprachen nachzugehen und eine wettbewerbskonforme Preisbildung sicherzustellen. ACER überwacht den gesamteuropäischen Energiegroßhandel und insbesondere grenzüberschreitende Geschäfte im Hinblick auf Marktmanipulationen und Insiderhandel. Auffälligkeiten werden an die Markttransparenzstelle weitergeleitet.

Marktteilnehmer sollen darauf vertrauen können, dass die Großhandelspreise Angebot und Nachfrage unverzerrt widerspiegeln. Ziel der Marktüberwachung ist die Stärkung der Integrität der Strom- und Gasgroßhandelsmärkte.

Insiderhandel, Marktmanipulation, Kartellabsprachen und Marktmachtmissbrauch sind gesetzlich verboten. Manipulationsmöglichkeiten bestehen zum Beispiel, wenn Unternehmen von Kraftwerksausfällen eher erfahren als die Konkurrenz. Bei Anhaltspunkten für Verstöße informiert die Markttransparenzstelle die zuständigen Verfolgungsbehörden und gibt Verdachtsfälle ab.

Grundsätzlich müssen alle Transaktionen mit Großhandelsprodukten, die Strom oder Gas betreffen, an ACER gemeldet werden. Zudem sind Fundamentaldaten zu melden, wie Erzeugungskapazitäten und geplante und ungeplante Nichtverfügbarkeiten von Anlagen sowie Daten zu den Strom- und Gasnetzen.

Die Datenmeldepflichten unter REMIT sind für die Markttransparenzstelle von großer Bedeutung. Sie wird von ACER die für den deutschen Markt relevanten Daten erhalten. Durch den Rückgriff auf bestehende Quellen und bereits verfügbare Daten werden die Meldepflichten für den einzelnen Marktteilnehmer auf ein Mindestmaß beschränkt. Eine mehrfache Meldung identischer Daten an verschiedene Stellen wird vermieden.

Derzeit wird in der Markttransparenzstelle ein Marktüberwachungssystem zur Erhebung und Analyse der Energiegroßhandelsdaten eingeführt. Dieses System wird es der Markttransparenzstelle zukünftig ermöglichen, die von ACER gelieferten Marktdaten aufzunehmen und die Großhandelsmärkte für Strom und Gas fortlaufend auf Anhaltspunkte für Auffälligkeiten bei der Preisbildung hin zu untersuchen.

Ab 7. April 2016 müssen auch die außerhalb der Börse getätigten Energiegroßhandelsgeschäfte an ACER gemeldet werden.

PM: Bundesnetzagentur

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