EnBW-Halbjahreszahlen: Erneuerbare Energien sorgen für stabiles Gesamtergebnis

„Bergfest“ bei der Anlagenerrichtung von Baltic 2: Vierzigste Windkraftanlage steht / Pressebild: EnBW
„Bergfest“ bei der Anlagenerrichtung von Baltic 2: Vierzigste Windkraftanlage steht / Pressebild: EnBW
Die EnBW erwartet im Segment Erneuerbare Energien eine Steigerung des operativen Ergebnisses von mindestens 20 Prozent. / Pressebild: EnBW

Erstes Halbjahr 2015: Vertrieb und Erneuerbare Energien sorgen für stabiles Gesamtergebnis

(WK-intern) – Adjusted EBITDA mit rund 1,28 Milliarden Euro gegenüber der Vorjahresperiode nahezu stabil

Prognose für Gesamtjahr 2015 unverändert

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG erzielte im ersten Halbjahr 2015 mit 20.061 Mitarbeitern einen Umsatz von 10,9 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (Adjusted EBITDA) von 1.276,8 Millionen Euro. Das entspricht einem geringfügigen Plus von 0,4 Prozent. Zu dieser stabilen Entwicklung haben insbesondere das Vertriebsgeschäft als auch der Geschäftsbereich Erneuerbare Energien mit einem Wachstum beigetragen. Finanzvorstand Thomas Kusterer fasst zusammen: „Die Entwicklung des ersten Halbjahres bestätigt unsere Erwartungen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2015 gehen wir unverändert davon aus, dass das Adjusted EBITDA auf Konzernebene zwischen 0 Prozent und 5 Prozent unter dem Niveau von 2014 liegen wird. Auch für die einzelnen Geschäftssegmente halten wir an unserer Prognose fest.“

Im Segment Vertriebe stieg das Adjusted EBITDA in den ersten sechs Monaten 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 36 Prozent auf 179,4 Millionen Euro (Vorjahr 132,2 Millionen Euro). Wesentlicher Treiber war der temperaturbedingt höhere Gasabsatz. Darüber hinaus trugen Optimierungsmaßnahmen im Stromvertrieb zu der Ergebnisverbesserung bei. Mit Blick auf das Gesamtjahr geht die EnBW von einem Vertriebsergebnis zwischen 10 Prozent und 20 Prozent über Vorjahr aus.

Das Adjusted EBITDA des Segments Netze lag mit 437 Millionen Euro (Vorjahr 470,3 Millionen Euro) um rund 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Temperaturbedingt höhere Erlöse aus der Netznutzung wurden im Wesentlichen durch geplante Personalaufstockungen für den Netzausbau sowie durch gestiegene Pachtaufwendungen, die aus der Gründung einer gemeinsamen Netzgesellschaft mit der Stadt Stuttgart resultieren, kompensiert. Zusätzlich wirkte sich die nachträgliche Anpassung des Wasserpreises in Stuttgart ergebnisbelastend aus. Im Segment Netze rechnet die EnBW für das Gesamtjahr wie erwartet mit einem operativen Ergebnis zwischen 0 und –10 Prozent unter Vorjahr.

Im Segment Erneuerbare Energien lag das Adjusted EBITDA im ersten Halbjahr 2015 mit 87,5 Millionen Euro um rund 8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Damit konnte der bisherige Rückstand aus dem ersten Quartal 2015 (-17% gegenüber Vorjahresperiode) nun aufgeholt und in ein Plus verwandelt werden. Die im Periodenvergleich gefallenen Großhandelsmarktpreise für Strom und die damit einhergehende negative Ergebnisentwicklung der Laufwasserkraftwerke wurden durch die schrittweise Inbetriebnahme des Offshore-Windparks EnBW Baltic 2 und den Zubau bei Onshore-Windkraftanlagen überkompensiert. Im weiteren Verlauf des Jahres wird die vollständige Inbetriebnahme von EnBW Baltic 2 sowie weiterer Onshore-Windanlagen die Ergebnisentwicklung des Segments noch stärker positiv beeinflussen. Die EnBW erwartet daher im Segment Erneuerbare Energien eine Steigerung des operativen Ergebnisses von mindestens 20 Prozent.

Das Adjusted EBITDA des Segments Erzeugung und Handel verringerte sich im Periodenvergleich um rund 9 Prozent auf 542,5 Millionen Euro. Dies ist insbesondere auf rückläufige Preise und Spreads an den Großhandelsmärkten für Strom zurückzuführen. Temporär höhere positive Bewertungseffekte sowie die anteilige Kostenerstattung im Rahmen der Reservekraftwerksverordnung konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. Für das Gesamtjahr erwartet die EnBW ein operatives Segmentergebnis von -15 Prozent bis -25 Prozent unter Vorjahr.

Der auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Adjusted Konzernüberschuss lag im Berichtszeitraum mit rund 1,03 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 381 Millionen Euro. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der (steuerfreien) Realisierung von Veräußerungsgewinnen bei Wertpapieren im ersten Halbjahr 2015. Der Konzernüberschuss betrug rund 1,06 Milliarden Euro gegenüber einem Fehlbetrag von 735 Millionen Euro im Vorjahr. Dieser war im Wesentlichen durch hohe Wertberichtigungen auf den Kraftwerkspark entstanden.

Der Operating Cashflow verringerte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 24,6 Prozent auf 794,7 Millionen Euro. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen der gestiegene Saldo aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Free Cashflow verringerte sich um rund 23 Prozent auf 365,9 Millionen Euro.

Das Investitionsvolumen des EnBW-Konzerns hat sich zum Halbjahr 2015 gegenüber der Vorjahresperiode erwartungsgemäß um rund 30 Prozent verringert: Der Kraftwerksneubau RDK 8 ist fertiggestellt und die Investitionen für den Neubau des Kraftwerks Lausward waren im Vorjahreszeitraum höher als im ersten Halbjahr 2015. Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 526 Millionen Euro entfielen rund 42 Prozent auf den Bereich Netze und 34 Prozent auf Erneuerbare Energien. Die Investitionen im Segment Erzeugung und Handel hatten einen Anteil von 20 Prozent. Auf den Vertrieb entfielen rund 3 Prozent.

PM: EnBW

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