Fördermittel für Entwicklung einer speziellen Carbonfaser mit deutlich verbesserten Dehnungseigenschaften

SGL Group erhält Fördermittel für die Entwicklung einer innovativen Carbonfaser für thermoplastische Anwendungen

(WK-intern) – Fördermittel von 1 Mio. Euro durch Bundesministerium für Bildung und Forschung

Kooperation mit der Universität Augsburg und der BMW Group

Die SGL Group – The Carbon Company – erhält Fördermittel über knapp 1 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Entwicklung einer neuartigen maßgeschneiderten Carbonfaser für thermoplastische Anwendungen. Das im Zusammenhang mit der Förderung stehende Forschungsprojekt namens MAI CaFeE (Carbon Fiber with enhanced Elongation) wurde bereits im April dieses Jahres gestartet und hat eine Laufzeit bis Juni 2017. Im Detail geht es bei diesem Forschungsvorhaben um die Entwicklung einer Carbonfaser mit einer deutlich erhöhten Dehnung und einer optimal an das bereits entwickelte Schlichte-System angepassten Oberflächenstruktur. Für das Projekt MAI CaFeE kann auf Entwicklungen des Projektes MAI polymer, ein bereits laufendes Projekt der SGL Group im MAI Carbon Spitzencluster, als Basis zurückgegriffen werden.

Tilo Hauke, Konzernforschungsleiter der SGL Group: „Wir freuen uns sehr über die Förderung. Sie beweist einmal mehr, dass die Forschung und Entwicklung der SGL Group die wichtigen Themen und Fragestellungen im Bereich von Carbonfaserbasierten Anwendungen adressiert.“

Die Zuteilung der Gesamtförderung für dieses Projekt von 2,9 Mio. Euro erfolgte im Rahmen der Spitzencluster-Förderung des BMBF, bei dem der Spitzencluster MAI Carbon (München, Augsburg, Ingolstadt) als einer von fünfzehn Technologienetzwerken der bundesweiten Initiative aussichtsreiche Projekte zur Entwicklung von Carbonfaser-Verbundwerkstoffen unterstützt. Der Förderbescheid für die SGL Group wurde in diesen Tagen persönlich durch den Parlamentarischen Staatssekretär im BMBF, Stefan Müller, am SGL-Standort in Meitingen im Beisein von Hansjörg Durz, des zuständigen Bundestagsabgeordneten der Region, übergeben.

Enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern Universität Augsburg und BMW Group

Vorangetrieben wird das Forschungsprojekt MAI CaFeE unter der Leitung der SGL Group in der Folge auch von den beiden Projektpartnern Universität Augsburg und BMW Group. So wird der Lehrstuhl für Experimentalphysik II der Universität Augsburg begleitend während der Faserentwicklung durch die SGL Group die Struktur und Eigenschaften der Neuentwicklung analysieren. Um einen zeitnahen Praxistest zu gewährleisten, wird die neu entwickelte Carbonfaser anschließend von der BMW Group für den Einsatz in Bauteilen getestet.

Thermoplaste mit vielen Vorteilen bei Anwendung und Verarbeitung

Thermoplastische Faserverbundwerkstoffe als neuartige Materialklasse bieten viele neue Möglichkeiten der Anwendung und Verarbeitung von Carbonfaser-Materialien. Sie ermöglichen unter anderem kürzere Zykluszeiten, Verschweißbarkeit, Reparaturfähigkeit oder Wiederverwertung und bieten den Kunden damit Kosten- und Verarbeitungsvorteile.

Über MAI Carbon

MAI Carbon, ist einer der insgesamt fünfzehn Spitzencluster, die von einer unabhängigen Jury im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) des Spitzencluster-Wettbewerbs zur Förderung empfohlen wurden. Jeder der ausgewählten Spitzencluster wird vom Bund über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren mit bis zu 40 Mio. Euro gefördert und muss zu gleichen Teilen von den Projektpartnern gegenfinanziert werden.

Der Spitzencluster MAI Carbon, mit Sitz in Augsburg, wurde am 19. Januar 2012 in der dritten Runde des BMBF empfohlen.

Carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) verfügen über ein enormes Leichtbaupotenzial – die Innovationen von MAI Carbon machen es nutzbar.

Der Spitzencluster im Städtedreieck München, Augsburg, Ingolstadt verfolgt das Ziel, die CFK-Technologie bis 2020 großindustriell für verschiedene Anwenderbranchen in Deutschland zu implementieren. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Sprunginnovationen entlang des kompletten Bauteil-Lebenszyklus erforderlich, d. h. ausgehend vom Faser- und Matrixmaterial über die Fertigung der Bauteile und Produktsysteme bis hin zu schlüssigen Recyclingkonzepten.
Hauptanliegen von MAI Carbon ist es, den Werkstoff Carbon für die Serienreife fit zu machen sowie die Region zu einem europäischen Kompetenzzentrum für CFK-Leichtbau auszubauen, das die gesamte Wertschöpfungskette der CFK-Technologie abdeckt und den vertretenen Partnern in der Schlüsseltechnologie CFK zu einer Weltmarkt-Spitzenposition verhilft. Dadurch können bis zu 4.500 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden.

Aktuell bündeln in dieser Spitzenclusterinitiative an die 100 Partner – die zugleich auch Mitglied im Carbon Composites e.V. (CCeV) sind – ihr Wissen, um die Technologieführerschaft beim Einsatz von CFK-Bauteilen in der Massenproduktion auszubauen und Deutschland im Bereich Faserverbundtechnik zum weltweiten Vorreiter zu entwickeln. Die intensive Zusammenarbeit namhafter deutscher Großunternehmen und Technologieführer der Anwendungsbranchen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Anlagenbau sowie Faser- und Halbzeughersteller macht den Spitzencluster MAI Carbon einzigartig.

Gründungspartner von MAI Carbon sind die Unternehmen Audi, BMW, Premium AEROTEC, Airbus Heliocopters (Eurocopter), Voith und SGL Carbon, sowie die IHK Schwaben, der Lehrstuhl für Carbon Composites (LCC) der TU München und der Carbon Composites e.V.

PM: SGL Group

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