Automobilhersteller werden in den kommenden Jahren deutlich höhere Reichweiten in Elektrofahrzeuge verbauen

Elektromobilität mit SystEM: Online-Leitfaden unterstützt KMU im Strukturwandel / Foto: HB
Ausstellung von Elektromobilität / Foto: HB
Ausstellung von Elektromobilität / Foto: HB

Durchschnittliche Reichweite von Elektrofahrzeugen durchbricht 200-Kilometer-Grenze

(WK-intern) – Laut einer Studie von Horváth & Partners liegt die durchschnittliche Reichweite aktueller Elektrofahrzeuge bei 210 Kilometern.

2011 lag der Wert noch bei rund 150 Kilometern. Setzt sich der Trend fort, dürfte die durchschnittliche Reichweite von Elektro-Neufahrzeugen 2020 bei 400 Kilometern liegen.

Als eine der größten Hürden für den Durchbruch der Elektromobilität in Deutschland gilt die Reichweite von Elektrofahrzeugen. „Auch wenn die allermeisten Fahrer pro Tag insgesamt nicht mehr als 40 Kilometer zurücklegen, so wünschen sich viele, mit dem gleichen Fahrzeug die häufig kurzen und selten langen Strecken fahren zu können“, stellt Studienautor Dr. Oliver Greiner, Partner bei Horváth & Partners, fest.

Die zunehmende Reichweite trägt diesem Wunsch Rechnung. Lag die Reichweite von Elektrofahrzeugen 2011 entsprechend Herstellerangaben noch bei rund 150 Kilometern, so erhöhte sich die durchschnittliche angegebene Reichweite aller 2014 verkauften Elektrofahrzeuge auf rund 210 Kilometer.

Aus Sicht von Heiko Fink, Automobilexperte bei Horváth & Partners und Co-Autor der Studie, könnten insbesondere die verbesserte Batterietechnik und das Angebot größerer Elektroautos diesen Trend unterstützen. „Automobilhersteller werden in den kommenden Jahren deutlich höhere Reichweiten in Elektrofahrzeuge verbauen“, ist er überzeugt. „Wir gehen davon aus, dass bis 2020 ein durchschnittliches Elektroauto deutlich über 400 Kilometer schaffen kann.“

Höhere Reichweiten spielen auch mit Blick auf den schleppenden Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur eine wichtige Rolle. Zwar hat sich die Anzahl öffentlicher Ladepunkte 2014 um 1.100 auf rund 5.500 verbessert, doch dieser Wert liegt noch weit unter dem von der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) geschätzten Bedarf von 70.000 öffentlichen Ladestationen in Deutschland. „Die Elektromobilität ist für viele Energieversorger noch immer eine strategische Herausforderung. Um mit ihr Geld zu verdienen, werden Energieversorger sich neue Geschäftsmodelle aneignen müssen“, gibt Matthias Deeg, Experte für Energieversorger bei Horváth & Partners, zu bedenken.

Die Verbesserung der Reichweite von Elektrofahrzeugen kann dazu beitragen, die aktuelle Dynamik in Richtung Elektromobilität zu fördern. Rund 26.000 Pkw fuhren Ende 2014 in Deutschland elektrisch (rein batteriegetriebene Fahrzeuge und Plug-in-Hybride). Das ist ein Plus von fast 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter der Prämisse, dass sich die Wachstumsrate der letzten drei Jahre bis 2020 fortsetzt, wird das 2010 ausgerufene Ziel der Bundesregierung, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen im Einsatz sind, mit 820.000 Elektrofahrzeugen fast erreicht.

Zur Studie:
Im Rahmen des „Horváth & Partners Fakten-Check Mobilität 3.0“ analysieren die Berater von Horváth & Partners jährlich die Entwicklung wesentlicher Treibergrößen der Mobilität in Deutschland. Auf der Grundlage der verwendeten Ist-Werte rechnen sie dabei das aktuelle Wachstumsmomentum auf das Jahr 2020 hoch. Dieser Hochrechnung werden entsprechende Zielwerte gegenübergestellt. So lassen sich Aussagen zur Wahrscheinlichkeit der Erreichung relevanter Schlüsselgrößen der Mobilität im Jahr 2020 treffen.

PM: Horváth & Partners

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