Energiebranche formuliert Apell zur Strommarktreform

Stromnetz / Foto: HB
Repräsentanten der  Energiebranche formulieren Apelle zur Strommarktreform / Foto: HB

Führende Repräsentanten der  Energiebranche formulieren Apelle zur Strommarktreform im Rahmen von DNV GL Diskussionsrunde

(WK-intern) – DNV GL, der weltweit größte Anbieter von Dienstleistungen unabhängiger Energieexperten und eine der global führenden Zertifizierungsstellen, versammelte am 23. Juni führende Vertreter aus der Energiebranche zu seiner Diskussionsrunde ‚Vom Grünbuch zum Weißbuch – Sind wir auf dem richtigen Weg?‘.

Das Thema Marktdesign wird in Deutschland mit Hochdruck diskutiert, um die Energiewende auch in Zukunft finanziell umsetzbar zu gestalten und gleichzeitig Investitionssicherheit für die Marktteilnehmer zu gewährleisten.

Beim gestrigen Energiegipfel im Kanzleramt haben sich Spitzen der Koalition auf offene Fragen in der Energiepolitik geeinigt, es wird nun eine Vereinbarung aus mehreren Maßnahmen geben um die Klimaschutzziele bis 2020 einzuhalten.

Hinsichtlich der hochaktuellen politischen Relevanz zur Zukunft des deutschen Marktdesigns, debattierten 6 hochkarätige Referentinnen und Referenten bereits im Vorfeld zum Energiegipfel im Rahmen der DNV GL Veranstaltung über die Reformierung des Strommarktmodels. Im Einzelnen haben sich folgende Panelisten an der öffentlichen Diskussionsrunde beteiligt:

  • Annegret-Cl. Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleistungen, Deutsche-Energie-Agentur GmbH (dena)
  • Dr. Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb, 50Hertz Transmission GmbH
  • Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
  • Dr. Patrick Graichen, Direktor, Agora Energiewende
  • Dr. Christian Growitsch, Direktor und Sprecher der Geschäftsführung, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI)
  • Michael Wübbels, Stv. Hauptgeschäftsführer, Verband Kommunaler Unternehmen e.V. (VKU)

Auf der Podiumsdiskussion gaben die Teilnehmer den Ministern bereits im Vorfeld zum Energiegipfel folgende Hinweise:

Dr. Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb, 50Hertz Transmission GmbH: „Der Netzausbau ist das zentrale Element der Strommarktreform und der entscheidende Faktor für den Erfolg des zukünftigen Marktdesigns, um den neuen Anforderungen an die Elektrizitätsnetze gerecht zu werden. Um die steigende Netzeinspeisung z.B. von Windstrom aus Deutschlands windstarken Gebieten in die Verbraucherzentren in Mittel- und Süddeutschland zu transportieren, muss ein umfassender Netzausbau oberste Priorität in der energiepolitischen Debatte haben.“

Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE): „Bei der Entwicklung eines neuen Strommarktdesigns müssen der Ausbau der Erneuerbaren Energien und das Erreichen der Klimaschutzziele im Vordergrund stehen. Ein weiterentwickelter Strommarkt, der durch eine Kapazitätsreserve abgesichert ist, ist langfristig das Fundament für unsere Versorgungssicherheit. Kapazitätsmärkte sind damit schlichtweg überflüssig.“

Dr. Patrick Graichen, Direktor, Agora Energiewende: „Der Strukturwandel in der Kohlewirtschaft ist ein entscheidender Aspekt der aktuellen Debatte zum Klimaschutzziel 2020. Vor allem in Hinblick auf den hohen Export von deutschem Kohlestrom riskieren wir die Ziele zu verfehlen. Das Thema bleibt auch für 2030 und 2040 auf der Agenda. Ich rate daher zu einem nationalen Kohlekonsens.“

PD Dr. Christian Growitsch, Direktor und Sprecher der Geschäftsführung, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (HWWI): „Bei der Umsetzung der Energiewende sollte der Aspekt der Kosteneffizienz schnellstmöglich mehr Berücksichtigung finden. Das bedeutet, dass das Bekenntnis der Bundesregierung zu effizienten Preisen in den Energiemärkten wirklich umgesetzt werden muss. Gegenwärtig sehen wir zahlreiche Preisverzerrungen im Strommarkt, und durch die Einführung einer Kapazitätsreserve wird dieser ökonomisch und ordnungspolitisch unglückliche Trend weiter fortgesetzt.“

Michael Wübbels, Stv. Hauptgeschäftsführer, Verband Kommunaler Unternehmen e.V. (VKU): “Ich plädiere dafür, in einem konstruktiven Dialog von Politik, Energiewirtschaft und betroffenen Regionen eine klare politische Vereinbarung für einen mittel- bis langfristigen, regional- und sozialverträglichen  Auslaufpfad für emissionsintensive fossile Kraftwerke zu erzielen. Davon unabhängig muss kurzfristig der Bestand sowie die Modernisierung und der Neubau von hocheffizienten und umweltfreundlichen Kraftwerken, die zugleich Strom und Wärme produzieren (KWK) gefördert werden.“

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und  Vortragsfolien der Referenten können hier heruntergeladen werden.

PM: DNV GL

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