Boomendes Geschäft beim Windanlagenhersteller GE: 100 Neueinstellung geplant

Erst mit der GE 2.5-120 mit 120 Meter Rotordurchmesser auf hohem Turm habe GE hierzulande „das exakt passende Produkt“ gefunden.
Erst mit der GE 2.5-120 mit 120 Meter Rotordurchmesser auf hohem Turm habe GE hierzulande „das exakt passende Produkt“ gefunden. / Pressebild: GE

GE Manager Andreas von Bobart kündigt über die WID eine neue Anlage für die Husum Wind an.

(WK-intern) – Skeptisch bei Offshore: Onshore Wind für Energiewende besser

Höhere Türme: Höhenbegrenzungen fallen

  • Boomendes Geschäft: 100 Neueinstellung geplant

Andreas von Bobart leitet seit zwei Jahren das Deutschland-Geschäft von GE Wind. Seitdem sind die Neuaufstellungen von GE deutlich gestiegen. Im Interview mit dem WID Portal wird deutlich, dass GE auf dem Deutschen Markt auch das richtige Produkt gefehlt hat. Erst mit der GE 2.5-120 mit 120 Meter Rotordurchmesser auf hohem Turm habe GE hierzulande „das exakt passende Produkt“ gefunden. Für den Aufschwung bei GE in Salzbergen hat von Bobart nach eigener Darstellung die Art und Weise geändert, „wie wir mit Kunden arbeiten“. Mehr Personal für Vertrieb und Service, ein Zentrallager bei Frankfurt und neue Vertragsstandards hätten dabei geholfen. So konnte GE auch den Platzhirschen Enercon und Vestas Marktanteile abnehmen. Bei Offshore zeigt von Bobart als Onshore-Verantworlicher weiter skeptisch – auch was die Pläne seines eigenen Mutterhauses angeht. „An die Stromgestehungskosten von Onshore kommt Offshore nicht heran. Onshore Wind ist die kostengünstigere und den Zielen der Energiewende zuträglichere Variante. Sie ist dezentral, ich kann den Strom dort erzeugen, wo er gebraucht wird. Und ich liege mit einer modernen Binnenlandanlage in etwa bei den Kapazitätsfaktoren von Offshore-Anlagen“, sagt er im Interview. Onshore will GE im nächsten Schritt mit einem eigenen Turmkonzept punkten und die Nabenhöhen weiter hoch schrauben. Der Space-Frame-Tower mit ummantelten Gittermast sei mehr als 10 Prozent günstiger als vergleichbar hohe Stahl- oder Betontürme. Die Türme würden im nächsten Schritt auf bis zu165 Metern wachsen. Andreas von Bobart glaubt, dass die heute verbreite Höhenbegrenzung auf 200 Meter Gesamthöhe langsam falle. „Mehrere Landesregierungen und Genehmigungsbehörden haben neue Windenergieerlasse verabschiedet, wie etwa in Nordrhein-Westfalen.“ Das sei die 200-Meter-Marke nicht mehr drin. Von der Politik erwartet von Bobart mit Blick auf die Neuregelung des Strommarktes vor allem schnelle und klare Entscheidungen. „Sonst haben wir in der Industrie wieder eine längere Warteperiode und das ist etwas, womit man schwerer umgehen kann als mit einer schlechten Nachricht, die aber schnell und konsequent verkündet wird und mit der man sich auseinandersetzen kann.“ Sämtliche Windenergieprojekte zielten im Moment auf eine Inbetriebnahme bis Ende 2017. „Aber wenn nicht bis Ende dieses Jahres klar ist, wie sich der Markt zukünftig gestaltet, dann werden alle Planer den Stift fallen lassen. Die Investoren haben dann keine Klarheit darüber, was sie in ihre Wirtschaftlichkeitsmodelle einsetzen sollen.“ GE selber will in Salzbergen in diesem Jahr noch „über 100 zusätzliche Stellen schaffen“. Von Bobart kündigt gegenüber dem WID Portal auch den Nachfolger der schon seit gut zwei Jahre erhältlichen 2.5 MW Anlage an. „Wir werden auf der Husum Wind 2015 eine neue Anlage vorstellen. Die Anlage wird rund 3 MW haben und einen größeren Rotordurchmesser.“ Das Lastenmanagementsystem soll auf Basis der vorhandenen 2.75 MW Triebstrangtechnologie verbessert werden. Dadurch steige die Leistung weiter. „Die Kunden erhalten mehr Ertrag zu nur geringfügig gestiegenen Kosten. Die „cost of energy“ gehen weiter nach unten“, verspricht von Bobart. Zur Person: Andreas von Bobart, Jahrgang 1966, stammt aus Westfalen und ist seit Mai 2013 Geschäftsführer der General-Electric-Sparte Renewables in Deutschland und damit hierzulande zuständig für das Windenergie-Geschäft. Bis 2013 war von Bobart CEO der Kenersys Europe GmbH. Davor bekleidete er verschiedene Führungspositionen, etwa bei der damaligen GE Wind Energy und als Managing Director bei der SSB Windsystems (vormals SSB Antriebstechnik) in Salzbergen. SSB stellt seit 1992 Blattverstellsysteme für Windenergieanlagen her. WID: Die windindustrie-in-deutschland.de ist Deutschlands führendes Entscheiderportal für die Windbranche PM: WID

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