SWM Ausbauoffensive EEnergien versorgt München jetzt zu 100% mit eigenem Ökostrom

Stadtwerke München (SWM) so viel Ökostrom in eigenen Anlagen, wie alle Privathaushalte, U-Bahn und Tram in München verbrauchen.
Stadtwerke München (SWM) so viel Ökostrom in eigenen Anlagen, wie alle Privathaushalte, U-Bahn und Tram in München verbrauchen.
Stadtwerke München produzieren so viel Ökostrom in eigenen Anlagen, wie alle Privathaushalte, U-Bahn und Tram in München verbrauchen. / Bild: Wasserkraftwerke an der Münchner Isar: SWM

Seit Mai 2015 produzieren die SWM so viel Ökostrom in eigenen Anlagen, wie alle Privathaushalte, U-Bahn und Tram in München verbrauchen.

(WK-intern) – Und der Ausbau geht weiter – Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.

Er hat nicht nur gewaltige ökologische Folgen (Abschmelzen der Polkappen und Gletscher, steigende Meeresspiegel, vermehrte Wetterextreme etc.), sondern auch ökonomische (um die Schäden zu beheben, sind riesige Summen nötig) und gesellschaftliche.

Er wird sogar als Bedrohung für den Weltfrieden gesehen. Klimaschutz und ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen gehören daher zu den wichtigen Aufgaben unserer Zeit.

Die Stadt München hat die Zeichen erkannt. Mit Hilfe der SWM, ihres kommunalen Unternehmens, nimmt sie eine Vorreiterrolle ein und setzt sich an die Spitze bei Klima- und Umweltschutz. Und die Zielvorgabe ist äußerst ehrgeizig:
Bis 2015 wollen die SWM so viel Ökostrom in eigenen Anlagen produzieren, wie alle Privathaushalte, U-Bahn und Tram verbrauchen, bis 2025 so viel, wie ganz München benötigt. München wird damit weltweit die erste Millionenstadt sein, die dieses Ziel erreicht! Zur Realisierung haben die SWM bereits im Jahr 2008 die Ausbauoffensive Erneuerbare Energien gestartet und stellen hierfür ein Budget von rund 9 Milliarden Euro zur Verfügung.

Erstes Ausbauziel erreicht
Ihr erstes großes Klimaschutzziel haben die SWM bereits erreicht: Seit Mai 2015 speisen ihre Anlagen so viel Ökostrom ins Netz ein, wie alle Münchner Privat-haushalte und die elektrischen Verkehrsmittel der MVG verbrauchen. Ein wichti-ger Schritt auf dem Weg zu „100 Prozent Ökostrom für München“. Und wenn die restlichen bereits angestoßenen Projekte realisiert und vollständig in Betrieb sind, verfügen die SWM über eine Erzeugungskapazität von über 3,5 Milliarden kWh Ökostrom in eigenen Anlagen. Das entspricht bereits rund 50 Prozent des Münchner Stromverbrauchs.
Von Anfang an haben die SWM ausschließlich auf wirtschaftliche Projekte gesetzt, die sich selbst tragen. Neben Wasser, Geothermie, Sonne und Biomasse spielt die Windkraft die zentrale Rolle in der SWM Strategie. Sie ist die kosteneffizienteste unter den erneuerbaren Energien.

Klaren Vorrang haben für die SWM Projekte in München und der Region. So betreiben die SWM in München und der Region derzeit 21 Solaranlagen (darunter eine Solarthermieanlage), an einer weiteren sind sie beteiligt. Zum Portfolio in München und der Region gehören darüber hinaus 13 Wasserkraftanlagen, eine Biogas- und eine Biogasaufbereitungsanlage, 2 Geothermieanlagen (eine davon nur Wärme) und eine Windkraftanlage. Weitere Solar-, Wind- und Wasserkraft-anlagen sind in Planung. Doch die SWM können hier nicht so viel erneuerbaren Strom erzeugen, wie die Millionenstadt benötigt, da das regionale Potenzial be-grenzt ist. Deshalb engagieren sie sich auch in Deutschland und in Europa. In-nerhalb Europas wählen und nutzen sie die energetisch und wirtschaftlich am besten geeigneten Standorte zum Bau von Anlagen für regenerative Energieerzeugung. Diese Potenziale sichern die SWM für Münchens Energiezukunft.

SWM Ökostrom im „Euro-Netz“
Eingespeist wird der Strom dort, wo er produziert wird, u.a. um Verluste in den Leitungen durch lange Transportwege zu vermeiden. Das europäische Strom-Verbundnetz ist mit einem riesigen See zu vergleichen. Jeder, der Strom er-zeugt, speist in diesen „Strom-See“ ein; jeder, der Strom verbraucht, entnimmt etwas. Jede regenerativ erzeugte Kilowattstunde macht den europäischen See sauberer. Die Beteiligungen an klimafreundlichen Energiegewinnungsanlagen außerhalb Münchens sind also sinnvoll. Denn ihr Umwelteffekt kommt auch den Münchnerinnen und Münchnern zu gute.

Einige Projekte im Detail:
Onshore-Windparks in Deutschland
Die SWM betreiben in Deutschland in verschiedenen Parks über 100 Onshore-Windkraftanlagen. So sind sie beispielsweise mit 75 Prozent der Anteile Mehr-heitseigentümer an einem großen Windparkprojekt im brandenburgischen Havel-land mit 83 Windkraftanlagen. Ihr Anteil von 236 Millionen kWh pro Jahr entspricht dem Jahresverbrauch von rund 95.000 Münchner Haushalten. Kohlendi-oxid-Einsparung des gesamten Windparks: 280.000 Tonnen pro Jahr.
Darüber hinaus besitzen sie Onshore-Windparks in Nordrhein-Westfalen, Rhein-land-Pfalz, Sachsen-Anhalt und nochmals Brandenburg mit 25 Windkraftanla-gen. Diese erzeugen jährlich ca. 100 Millionen kWh Ökostrom. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 40.000 Münchner Haushalten. Kohlendioxid-Einsparung: 90.000 Tonnen pro Jahr.

Onshore-Windparks in Frankreich
In Frankreich besitzen die SWM drei Windparks. Diese erzeugen insgesamt rund 64 Millionen kWh Ökostrom pro Jahr. Das entspricht insgesamt dem Verbrauch von fast 26.000 Münchner Haushalten. Dadurch können rund 56.500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Onshore-Windpark in Schweden
In Schweden haben die SWM einen Onshore-Windpark bei der Nordisk Vindkraft in Auftrag gegeben. Diese errichtet den Park etwa 500 Kilometer nördlich von Stockholm, zwischen den Städten Umeå und Sundsvall, für die SWM. Der Park besteht aus 48 Windkraft-Anlagen mit einer Leistung von je 3 MW. Mit der Ge-samtleistung des Parks von 144 MW können die SWM jährlich weitere rund 400 Millionen kWh Ökostrom erzeugen. Diese Menge entspricht dem Jahresver-brauch von rund 160.000 Münchner Haushalten. Die Fertigstellung ist für den Frühsommer 2015 geplant. Kohlendioxid-Einsparung: 350.000 Tonnen pro Jahr.

Projektierung, Bau und Betrieb von Onshore-Windparks in Europa
Über ihre 33-Prozent-Beteiligung an der wpd europe bauen die SWM ihr On-shore-Windenergie-Erzeugungsportfolio fortlaufend weiter aus. Hierfür ist die gemeinsame Gesellschaft derzeit in 11 europäischen Ländern mit Projekten in unterschiedlichsten Entwicklungsstadien aktiv. Realisiert sind z. B. bereits Wind-parks in Polen, Kroatien oder Belgien. 150 Experten arbeiten in der gemein-samen Gesellschaft im In- und Ausland daran, Windparks zu planen, zu errich-ten und zu betreiben.

Offshore-Windparks in der Nordsee
Gemeinsam mit Vattenfall engagieren sich die SWM in der Nordsee bei zwei Offshore-Windparks vor der Insel Sylt:
Etwa 70 Kilometer westlich der Insel haben die Partner den Windpark DanTysk gebaut. Dieser umfasst 80 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 288 Me-gawatt und wurde im April 2015 offiziell in Betrieb genommen. Der SWM Anteil am Projekt (49 Prozent) entspricht dem Jahresbedarf von ca. 250.000 Münchner Haushalten. CO2-Einsparung der Gesamtanlage: 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr.

Etwa 90 Kilometer vor Sylt wird der Schwesterwindpark Sandbank entstehen. Dieser wird 72 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 288 MW umfassen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2015 geplant. Der SWM Anteil am Projekt (49 Prozent) entspricht dem Jahresbedarf von ca. 250.000 Münchner Haushalten. CO2-Einsparung der Gesamtanlage: 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr.
Rund 180 Kilometer vor Bremerhaven entsteht in der Nordsee der Offshore-Windpark Global Tech I. Dieser umfasst 80 Turbinen mit einer installierten Ge-samtleistung von 400 Megawatt und wird im Spätsommer 2015 vollständig in Betrieb gehen. Der SWM Anteil (25 Prozent) entspricht dem Jahresverbrauch von rund 140.000 Münchner Haushalten. Kohlendioxid-Einsparung der Gesamt-anlage: 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr.

Offshore-Windpark in der Liverpool Bay (Irische See)
Vor der Küste von Nordwales errichten RWE Innogy, SWM und Siemens den Offshore-Windpark Gwynt y Môr mit einer Leistung von 576 Megawatt. Insge-samt wird der Park 160 Windenergieanlagen umfassen. Nach der vollständigen Inbetriebnahme im Juni 2015 wird er voraussichtlich rund 1,95 Milliarden kWh Strom im Jahr erzeugen.

Die SWM sind mit 30 Prozent an diesem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Ihr Anteil von etwa 600 Millionen kWh Ökostrom pro Jahr entspricht dem Jahresverbrauch von rund 240.000 Münchner Haushalten. Kohlendioxid-Einsparung der Gesamtanlage: 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr.

Solarthermie-Großkraftwerk in Südspanien
In Andalusien haben die SWM mit Partnern das Parabolrinnen-Kraftwerk Andasol 3 gebaut. Hier wird das Sonnenlicht mit Spiegeln auf ein Absorberrohr fokussiert. Das darin enthaltene synthetische Öl wird durch die gebündelte Sonnenstrahlung auf rund 400 Grad erhitzt und erzeugt über einen Wärmeüberträ-ger Dampf, der Kraftwerksturbinen antreibt und Strom erzeugt.
Andasol 3 hat eine Leistung von 50 Megawatt.

Anfang 2012 hat das Kraftwerk den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Der SWM Anteil an der Stromerzeugung ent-spricht dem Jahresverbrauch von rund 30.000 Münchner Haushalten. Kohlendioxid-Einsparung der Gesamtanlage: 150.000 Tonnen pro Jahr.

Solarparks in Deutschland
Der Solarpark in Rothenburg/ Oberlausitz hat eine Leistung von 20,5 MWp. Der SWM Anteil (40 Prozent) entspricht dem Strombedarf von 3.200 Münchner Haushalten.
Die Gesamtanlage spart pro Jahr rund 18.000 Tonnen CO2 ein.
Die Dünnschicht-Solaranlage in Lauingen/Donau produziert mit 10 Mega-watt Leistung Ökostrom. Der SWM Ökostrom-Anteil (49,9 Prozent) reicht für den Jahresbedarf von rund 2.000 Haushalten. CO2-Einsparung der Gesamtanlage: 8.800 Tonnen pro Jahr.
Geothermie-Heizkraftwerk im Süden Münchens
In Sauerlach haben die SWM ein geothermisches Heizkraftwerk gebaut. Es kann Strom für 16.000 Haushalte erzeugen und gleichzeitig Wärme für Sauerlacher Haushalte bereitstellen. CO2-Einsparung: 35.000 Tonnen/Jahr.

Wasserkraftwerke an der Münchner Isar
Gemeinsam mit einem Partner haben die SWM im Flussbett der Münchner Isar ein Wasserkraftwerk, das Praterkraftwerk, er-richtet. Es erzeugt 10 Millionen kWh Ökostrom pro Jahr, genug für 4.000 Münch-ner Haushalte. CO2-Einsparung der Gesamtanlage: 9.000 Tonnen pro Jahr.

Die SWM verfolgen auch weitere neue Wasserkraft-Projekte in der Region. So planen sie derzeit bei Wang an der Ampermündung in die Isar ein besonders ökologisches und fischfreundliches „Bewegliches Kleinwasserkraftwerk“.

Zudem modernisieren die SWM bestehende Wasserkraftwerke an der Isar, die so mehr Ökostrom erzeugen und noch mehr Kohlendioxid einsparen können.

PM: SWM

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