Windkraft-Journal.de interviewt Herrn Severin Mielimonka von seebaWIND Service GmbH

Windkraft-Journal.de interviewt Herrn Severin Mielimonka von seebaWIND Service GmbH / Pressebild: seebaWIND
Windkraft-Journal.de interviewt Herrn Severin Mielimonka von seebaWIND Service GmbH / Pressebild: seebaWIND
Windkraft-Journal.de interviewt Herrn Severin Mielimonka von seebaWIND Service GmbH / Pressebild: seebaWIND

Über die seebaWIND Service GmbH

(WK-intern) – Die seebaWIND Service GmbH mit Hauptsitz in Osnabrück und zwei Service-Centern ist ein herstellerunabhängiges Dienstleistungsunternehmen für Windenergieanlagen, spezialisiert auf Anlagen der Hersteller Nordex, Fuhrländer und Senvion (ehemals REpower).

Das Leistungsspektrum umfasst technische Betriebsführung mit 24/7-Fernüberwachung sowie Service, Wartung und Instandsetzung. Die seebaWIND Service bietet außerdem die Beteiligung an Einkaufsgemeinschaften für Ersatzteile.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 75 hochqualifizierte Mitarbeiter und betreut etwa 600 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.000 MW.

Die seebaWIND Service gehört zu Windnetwork 360°, dem deutschlandweit einzigen herstellerunabhängigen Service-Kompetenznetzwerk für WEA von Nordex, Fuhrländer und Senvion (ehemals REpower).

Interview mit Herrn Severin Mielimonka von seebaWIND Service GmbH:

WK: Sehr geehrter Herr Mielimonka, seebaWIND hat 12.000.000 € Umsatz in 2014 erreicht, das entspricht einem Umsatz von 160.000 € pro Mitarbeiter. Das bedeutet sicher, alle Mitarbeiter sind hochqualifiziert. Oder wie sieht die Mitarbeiter-Struktur in Ihrem Unternehmen aus?

Herr Mielimonka: Eigentlich ist der Wert pro Mitarbeiter und Mitarbeiterrinn noch höher. Schließlich haben wir das Jahr mit 20 % weniger Personal begonnen. Es stimmt aber, unsere Techniker sind hochqualifiziert und werden regelmäßig geschult und weitergebildet. Hinzu kommt eine hervorragende Ausstattung der Servicefahrzeuge bzw. des Personals mit Werkzeugen, Arbeitskleidung und selbstverständlich Sicherheitsausrüstung. Die Service-Struktur haben wir zum Jahreswechsel ebenfalls angepasst. Es gibt jetzt in Deutschland drei Service-Areas (Nord-West, Ost und Süd) mit eigenen Ansprechpartnern für die Kunden und eigenen Support-Teams. Durch die kleineren Einheiten wollen wir vor allem die uns sehr wichtige Kundennähe weiter stärken. So wie wir es in unserem Leitbild verankert haben: Jeder einzelne zählt, das gilt für unsere Kunden wie auch für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterrinnen.

WK: Das hört sich gut an. Wie aber setzen sich die Mitarbeiter in Ihrem Haus zusammen, wie viele Techniker beispielsweise, die vor Ort reparieren, wie viele im Bereich Fernüberwachung, welchen Anteil macht die Verwaltung aus? Gibt es außerdem Mitarbeiter, die nicht fest angestellt sind oder als geringfügig Beschäftigte arbeiten?

Herr Mielimonka: Es sind ca. 40 Techniker im Einsatz, die Anlagen anfahren bzw. im Feld arbeiten. Hinzu kommen ca. 10 Techniker in der Fernüberwachung. Die übrigen Mitarbeitet und Mitarbeiterinnen verteilen sich auf Windparkmanagement und Verwaltung. Der Anteil an externen Mitarbeitern und geringfügig Beschäftigten ist bei uns sehr gering.

WK: Was kostet ein „Rundum-Sorglos-Paket“ wie Ihr Premium Service Paket pro Windrad (pro KW oder MW)?

Herr Mielimonka: Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Klar gibt es hier grobe Richtwerte pro MW etc. Es gibt aber schon signifikante Unterschiede zwischen den von uns betreuten Typen und Herstellern. Nicht jeder Windenergieanlage ist gleich servicefreundlich, so dass es hier schon Unterschiede bei dem Wartungsaufwand gibt. Hinzu kommen natürlich die Schadensstatistiken, die auch unterschiedlich sind, sowie die eigentlichen Kosten der Ersatzteile bzw. für Reparaturen. Unsere Vollwartungsverträge werden daher immer individuell kalkuliert. Dazu muss der interessierte Kunde einen Fragebogen ausfüllen in dem er auch die Vorgeschichte der WEA darstellen muss, z. B. welche Großkomponenten bereits wann ausgetauscht worden sind. Wenn wir den Fragebogen ausgefüllt vorliegen haben können wir dann ein konkretes Angebot vorlegen. Vor Vertragsabschluss erfolgt dann noch eine Begehung der Windenergieanlagen um den exakten Zustand festhalten zu können. Daraus können sich noch zu behebende Mängel ergeben.

WK: Dann können Sie unseren Lesern vielleicht ein paar Tipps geben, welche Windanlagen besonders geringe Kosten bei Wartung und bei Reparaturen verursachen – in welche Typen Windräder lohnt sich eine Investition unter diesen Gesichtspunkten besonders? Und natürlich interessieren uns hier doch auch Ihre Richtwerte, auch wenn sie nur „grob“ sein mögen.

Herr Mielimonka: Die MD-Baureihe als Beispiel ist bei unseren Monteuren auf Grund ihrer Servicefreundlichkeit sehr beliebt. Die Richtwerte, die Sie ansprechen, sind nicht von uns, sondern allgemeiner Natur und gelten grob für den Servicemarkt. Für einen Vollwartungsvertrag kann demnach ca. 25.000,- €/MW angesetzt werden. Das ist aber stark davon abhängig in welchem Betriebsjahr der Vertrag beginnt und wie lange die Laufzeit beträgt und kann daher deutlich davon abweichen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir unsere eigenen Vollwartungspreise nicht veröffentlichen möchten.

WK: Spielt bei den Kosten die Größe der Anlage eine Rolle? D. h. für welche Windparkbetreiber ist Ihr Angebot interessant?

Herr Mielimonka: Im Grunde schon. Unser Leistungsumfang ist sehr groß und geht über bisherige Vollwartungsmodelle hinaus. Dadurch ergeben sich natürlich gewisse Fixkosten, die auch bei kleineren Anlagen in gleicher Höher bestehen bleiben. Dadurch kann das Paket für Windenergieanlagen unter 1.000 kW unattraktiv werden. Auf der anderen Seite werden Risiken durch unsere besonders vorausschauende Wartung und Instandsetzung in diesem Servicepaket verringert. Dadurch sinken wiederrum die Instandsetzungskosten. Im Großen und Ganzen lässt sich also sagen, dass wir ab Leistungsklassen 1.300 – 1.500 kW aufwärts sehr konkurrenzfähig sind.

WK: Was genau leistet das Datenmanagementsystem WINTELL? Wodurch konkret wird eine Ertragsleistung erreicht?

Herr Mielimonka: WINTELL® ist ein sehr umfangreiches Tool um Schäden vorherzusagen oder in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Es werden permanent sehr viele Daten aus allen möglichen Quellen wie Steuerung, CMS, Wetterdaten, Wartungsdaten usw. miteinander verglichen und daraus s. g. Indikatoren gebildet, die in ihrem Verhalten nachverfolgt werden. Normalerweise werden diese Daten nicht miteinander vergleichen oder nicht in dieser Qualität miteinander verglichen und bilden Dateninseln. Ein Beispiel: Die Schwingungsdaten aus dem CMS werden direkt mit den Temperaturdaten aus der Steuerung verglichen. Daraus ergeben sich dann zusätzliche Erkenntnisse, die dabei helfen Probleme früher zu erkennen. Außerdem können Performanceänderungen schon bei kleineren Abweichungen festgestellt werden und in Bezug mit Komponenten der Windenergieanlagen bringen.

WK: Was ist unter „Standortoptimierung“ zu verstehen?

Herr Mielimonka: Durch den langjährigen Betrieb schleichen sich nach und nach Fehler in der Parametrierung der Windenergieanlagen ein. Manche lassen sich sogar auf die Inbetriebnahmephase zurückführen. Es sind in der Regel kleinere Abweichungen, die jedoch zu Ertragseinbußen führen können. Unsere „Standortoptimierung“ setzt dort an. Zunächst wird überprüft ob die Windenergieanlage überhaupt korrekt eingestellt ist bezogen auf die Standardeinstellungen. Der Klassiker ist z. B. ein falscher Blatttyp in der Reglerkennlinie. Der Kunden bekommt dann im ersten Schritt einen Bericht darüber, welche Abweichungen es gibt und wie sie sich auswirken. Parallel dazu schauen wir uns die Standortgegebenheiten an wie Windverteilung, Windrichtung usw. an. Im zweiten Schritt kann der Kunde dann die Beseitigung der Fehler beauftragen und zusätzlich eine Anpassung an den spezifischen Standort der Windenergieanlage. Dadurch sind Mehrerträge im Bereich von 1-3 % möglich.

WK: Wie funktioniert die 7 Tage / 24 Stunden Fernüberwachung, z. B. zukünftig auch bei Ihren Kunden in Frankreich oder Polen?

Herr Mielimonka: Unsere Fernüberwachung ist sehr professionell aufgestellt und auf mehrere Standorte aufgeteilt, die Redundanz sicherstellen. Zudem sind wir hier mehrsprachig unterwegs, so dass wir hier keine Probleme erwarten.

WK: Wie aber muss man sich das technisch konkret vorstellen? Wie ist Ihr Unternehmen mit dem jeweiligen Windpark verbunden – wie funktioniert das und wie viele Mitarbeiter benötigt man?
Herr Mielimonka: Wie weiter oben beschrieben sind ca. 10 Techniker in der Fernüberwachung beschäftigt. Wir versuchen natürlich möglichst viele Windparks in Echtzeit anzubinden. Damit ist eine permanente Verbindung zum Windpark über DSL, UMTS etc. gemeint. Dadurch kann eine Zustandsänderung innerhalb von 30 Sekunden nachvollzogen und entsprechend schnell reagiert werden, ohne die Umwege über Alarmmeldungen und Einwahl. Bei älteren Anlagen bedeutet das aber Nachrüstkosten, die nicht jeder Betreiber auf sich nehmen möchte. In solchen Fällen erfolgt die Überwachung dann klassisch über regelmäßige Einwahlen, normalerweise im 4-Stunden-Rhythmus, um sicherzugehen ob die Kommunikation überhaupt noch steht, und warten auf eingehende Alarmmeldungen. Die Alarmmeldungen können je nach Auslastung aber schon mal 15 Minuten brauchen. Entsprechend verlängert das die Reaktionszeit. Die ISDN-Anschlüsse sollen jedoch mittelfristig seitens der Anbieter abgeschafft werden. Auf Dauer wird es also keine Alternative zu einer Echtzeitanbindung geben.

WK: Wer sind die Betreiber von Windkraftanlagen beispielsweise in Polen?

Herr Mielimonka: Das ist ähnlich wie in Deutschland. Zu unseren Kunden in Polen gehören Energieversorger und Einzelkunden. Zur Zeit sind wir mit einer Investmentgruppe im Gespräch. Es ist also alles vertreten.

WK: Sind das polnische Energieversorger? Und wo hat die Investmentgruppe ihren Firmensitz?

Herr Mielimonka: Ja genau, es sind polnische Energieversorger. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Detail zu laufenden Verhandlungen preisgeben möchten in Bezug auf Ihre Frage zum Firmensitz der Investmentgruppe.

WK: Ich bedanke mich für Ihre aufschlussreichen Antworten und freue mich über den Erfolg von seebaWIND.

Herr Mielimonka: Und ich freue mich über das Interesse vom Windkraft-Journal an seebaWIND Service.

PM: WK-intern

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