Erster Planfeststellungsbeschluss für Westküstenleitung erteilt

Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Energiewendeminister Habeck: „Mit dem Bau kommt die Energiewende deutlich voran.“

(WK-intern) – Der Bau der Westküstenleitung in Schleswig-Holstein beginnt.

Das Amt für Planfeststellung Energie beim Energiewendeministerium Schleswig-Holstein hat den Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt von Brunsbüttel zum Umspannwerk Süderdonn erteilt.

„Die Westküstenleitung ist die Hauptschlagader der Energiewende in Schleswig-Holstein. Sie ist unabdingbar, um unseren Windstrom aufzunehmen und nach Süddeutschland zu bringen. Mit dem Bau des ersten Abschnitts kommt die Energiewende in Schleswig-Holstein deutlich voran“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck heute (6. Mai 2015) in Kiel.

Der erste Abschnitt der 380 kV-Leitung ist 14 Kilometer lang und reicht von Brunsbüttel bis zum Umspannwerk Süderdonn. „Es stehen die Bagger bereit; der Netzbetreiber wird nun mit dem Bau der Freileitung loslegen. Voraussichtlich Ende des Jahres dürfte die Leitung auf diesem Abschnitt in Betrieb gehen“, sagte Habeck.

Die Westküstenleitung führt von Brunsbüttel nach Niebüll, ist etwa 121 Kilometer lang und insgesamt in vier Abschnitte unterteilt. „Auf der gesamten Länge liegen wir im Zeitplan der Realisierungsvereinbarung zwischen Landesregierung, dem Netzbetreiber TenneT und den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland“, sagte Habeck. Zurzeit werden für den Abschnitt 2 (Umspannwerk Süderdonn – Umspannwerk Heide West) sowie für den Abschnitt 3 (Umspannwerk Heide West – Umspannwerk Husum) Anregungen und Bedenken eingearbeitet, die im Zuge der Auslegung der Planfeststellungsunterlagen eingebracht wurden. Anschließend sollen diese Planänderungen noch einmal in das öffentliche Beteiligungsverfahren gehen. Geplant ist, dass die Westküstenleitung auf voller Länge 2018 in Betrieb ist.

Abschnitt 1: Neubau sorgt für Rückbau der 110 kV-Leitung

Auf dem ersten Abschnitt der Westküstenleitung wird die bestehende 110 kV Freileitung Ostermoor/Ost – Heide der SH Netz AG ab dem Umspannwerk Ostermoor auf dem Gestänge der 380 kV Freileitung mitgenommen. Die alte 110 kV-Leitung wird dann nach Inbetriebnahme der Westküstenleitung zurückgebaut. Der Netzverknüpfungspunkt zwischen dem unterlagerten Hochspannungsnetz und dem Umspannwerk Süderdonn befindet sich bereits im Bau.

Weitere Ausbaustufe Südlink

Die Westküstenleitung ist notwendig, um überhaupt erneuerbaren Strom aus den Einspeiseregionen Dithmarschen und Nordfriesland abzuholen und so bereits Netzengpässe in Schleswig-Holstein abzubauen, Als weitere Ausbaustufe zur Erhöhung der Transportkapazität und Übertragungseffizienz folgt ab Brunsbüttel bzw. Wilster der Ausbau von Gleichstromverbindungen (Südlink) zwischen Schleswig-Holstein und Bayern. Diese haben auf den langen Transportwegen noch geringere Verluste und entlasten zusätzlich die Stromautobahnen im Drehstromnetz insbesondere in Niedersachsen. „Wir machen unsere Hausaufgaben. Jetzt muss auch Sorge dafür getragen werden, dass der Strom weiter nach Süden fließt. Wer keine Kohle oder Atom will, der muss Südlink bejahen.“ Zeitlich parallel wird der Ersatzneubau der 110 kV Freileitung Marne/West – Umspannwerk Süderdonn betrieben. Diese Leitung kann dann mit Fertigstellung den Windstrom aus der Region direkt an die Westküstenleitung weiterreichen.

Der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt der Westküstenleitung vom 30. April 2015 (Az.: AfPE L-663.42-2-8) kann vom 26.05. bis einschließlich 09.06.2015 beim Amt Wilstermarsch, bei der Stadt Brunsbüttel, dem Amt Burg-St. Michaelisdonn, und dem Amt Marne-Nordsee eingesehen werden. Darüber hinaus ist er im Internet zu finden unter

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/E/energie/afpe.html

PM: Land S-H

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top