Einfach überall Mobilstrom laden – swb testet neues Ladesystem in Bremen und Bremerhaven

Dr. Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender der swb AG, nimmt die erste Systemsteckdose von ubitricity mit dem Spezialkabel in Betrieb. / Pressebild: swb
Dr. Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender der swb AG, nimmt die erste Systemsteckdose von ubitricity mit dem Spezialkabel in Betrieb. / Pressebild: swb
Dr. Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender der swb AG, nimmt die erste Systemsteckdose von ubitricity mit dem Spezialkabel in Betrieb. / Pressebild: swb

swb testet gemeinsam mit ubitricity ein neues abrechnungsfähiges Ladekabel für Elektrofahrzeuge in Bremen und Bremerhaven.

(WK-intern) – Dazu werden in den kommenden Wochen 30 Systemsteckdosen an Hauswänden, Staßenlaternen oder Parkhauswänden installiert.

15 E-Mobile rüstet swb mit dem intelligenten Ladekabel aus, sowohl Firmen- als auch Mitarbeiterfahrzeuge.

Der Test ist auf 12 Monate angelegt. “Der Erfolg von Elektroautos steht und fällt mit einer guten, verlässlichen und finanzierbaren Ladeinfrastruktur. Mit diesem preiswerten System, als Ergänzung zu den stationären Säulen, könnte das gelingen”, kommentiert swb-Vorstandsvorsitzender Dr. Torsten Köhne den Versuch.

Elektrofahrzeuge sollen möglichst überall laden können, wo sie ohnehin parken. Das spart zusätzliche Wege zu den wenigen vorhandenen Ladesäulen und den Aufbau einer teuren Schnelladeinfrastruktur. Die Basis ist heute schon fast überall vorhanden: das örtliche Stromnetz. Das fehlende Zwischenstück zwischen dem vorhandenen Stromnetz und der Autobatterie ist das intelligente Ladekabel mit mobilem Stromzähler vom Berliner Unternehmen ubitricity.

„Wenn sie Zugang zum flächendeckenden intelligenten Laden ermöglichen wollen, dann geht das am einfachsten über ein mobiles Endgerät – ähnlich wie beim Smartphone. Daher haben wir den Stromzähler samt mobiler Internetanbindung ins Ladekabel integriert, so dass jeder Elektroautonutzer nun überall auf seine Mobilstromrechnung laden kann. Das macht auch den Installationsaufwand bei einer Vielzahl an Ladepunkten unschlagbar gering“, so Knut Hechtfischer, einer der Gründer und Geschäftsführer von ubitricity. Der Schritt von der teuren, stationären Ladesäule zu einem weit verbreiteten Ladesystem mit vielen einzelnen Ladepunkten ist somit im Ansatz vergleichbar mit der Entwicklung in der Telefonie, weg von der Telefonzelle, hin zum Mobiltelefon.

Für Arbeitgeber ist diese Lösung sehr interessant. Wenn er einen Mitarbeiter mit einem E-Fahrzeug als Firmenwagen ausstattet, kann er ihm über den Zugang zu einer Ladesteckdose auf dem Firmengelände und einer Systemsteckdose zuhause die lückenlose Ladung seines Firmenwagens ermöglichen. Die transaktionsgenaue Abrechnung des zu Hause verbrauchten Stroms erfolgt über das Kabel und dessen Datenübermittlung an ubitricity.

Das Ladekabel schlägt einmalig mit etwa 600 Euro zu Buche. Eine Systemsteckdose kostet circa 400 Euro. Der Nutzer des Ladekabels schließt seinen Stromvertrag für alle Ladungen bei einem Stromversorger seiner Wahl ab, so dass er nur eine Rechnung für den verbrauchten Strom erhält, egal, an wessen Steckdose er getankt hat.

Das Thema Abrechnung wurde in der bisherigen ersten Phase der Markteinführung von Elektroautos vernachlässigt. Perspektivisch wird es eine erhebliche Bedeutung bekommen:
So wird am Arbeitsplatz die genaue Abrechnung und die Ausweisung des geldwerten Vorteils gefordert sein. In Mehrfamilienhäusern besteht der Bedarf an einer rechtssicheren Verbrauchszuweisung. Und im öffentlichen Raum, sowie in Parkhäusern und Einkaufszentren ist eine verbrauchsgenaue Abrechnung bei freier Tarifwahl gefordert. Das und noch weitere Argumente sprechen für die beschriebene Technik.

Wie funktioniert der Ladevorgang mit dem neuen System im Detail?
Nachdem das Ladekabel in die Systemsteckdose gesteckt wurde, autorisiert die mobile Elektronik den Ladevorgang online oder offline. Daraufhin wird die Systemsteckdose freigeschaltet. Der Strom fließt. Zum Beenden des Ladevorgangs wird das Ladekabel abgezogen. Das mobile Metering-System übermittelt die Transaktionsdaten an die Leitstelle. Die Verbrauchsdaten werden für die Abrechnung gegenüber Nutzern und für den Energiemarkt aufbereitet. Der Nutzer erhält eine gebündelte und transparente Abrechnung.

Dieses System ergänzt die konventionelle Ladeinfrastruktur und ist aufgrund der niedrigen Kosten für eine schnelle und weitreichende Verbreitung bestens geeignet.

PM: swb

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