Windenergieprojektierer im konstruktiven Dialog mit Bürgern und Politik

Sollten Sie sich mit Ihrer regenerativen Anlage bzw. einer Aktion am Tag der Erneuerbaren Energien beteiligen, wäre es wichtig, vor Ort zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. / Foto: HB
Aufbau einer Vestas Windanlage / Foto: HB
Aufbau einer Vestas Windanlage / Foto: HB

Die Brandenburgische Landesregierung und Unternehmen der Windenergiebranche bekräftigen Ziele der Energiestrategie 2030.

(WK-intern) – Dabei wird ein Ausgleich von politischen Rahmenbedingungen und Bürgerinteressen angestrebt.

PotsdamUwe Steffen, Referatsleiter im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, sicherte der Windenergiebranche die Unterstützung der Landesregierung zu.

Im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks, zu der die Energiekontor AG gemeinsam mit der Vestas Deutschland GmbH und der GE Wind Energy GmbH eingeladen hatte, erklärte er: „Wir halten an unserem Ziel fest, bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien am Endverbrauch auf 40 Prozent zu erhöhen. Davon sollen ungefähr 50 Prozent aus der Windkraft zur Verfügung gestellt werden.“ Um einen Ausgleich zwischen Stromangebot und  -nachfrage in Brandenburg zu verbessern und eine bedarfsgerechte Einspeisung des fluktuierenden Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu ermöglichen, gelte es jetzt, u.a. die Einsetzbarkeit von Speicherlösungen zu beschleunigen.

Nach Niedersachsen ist Brandenburg mit rund 5.500 Megawatt installierter Leistung der zweitwichtigste Windenergiestandort Deutschlands. Um die Ziele der Energiestrategie 2030 zu erreichen, wird ein Ausbau der Windenergie in Brandenburg um weitere 5.000 Megawatt nötig sein. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wird der geplante Ausbau jedoch kaum realisiert werden können. So benannte Dr. Thilo Muthke, Regionalleiter Brandenburg der Energiekontor AG, den schleppenden Netzausbau und die verzögerte Flächenausweisung als zentrale Herausforderungen, die es zu bewältigen gelte, wenn die Ausbauziele für die Windenergie erreichbar bleiben sollen.

Dr. Muthke sicherte zu, dass das Unternehmen immer auch die Belange der Bürgerinnen und Bürger berücksichtige. „Wir können und wollen Windenergieanlagen nicht gegen den Willen der Anwohner errichten. Umwelt- und Landschaftverträglichkeit und ein Konsens mit den Beteiligten vor Ort haben für uns einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb werden wir weiter einen konstruktiven Dialog mit betroffenen Grundstückseigentümern, Kommunen und interessierten Bürgern führen.“

Dr. Muthke wies darauf hin, dass die Energiekontor AG gemeinsam mit Kooperationspartnern innovative Lösungen wie die Koppelung von Windparks an Stromspeicher entwickle, um eine bedarfsgerechte Produktion und Einspeisung von fluktuierendem Strom aus Windenergie zu ermöglichen. „Auf diese Weise wird die Windenergie noch systemdienlicher einsetzbar und auf Abruf verfügbar“, so Dr. Muthke. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Übernahme von Systemverantwortung durch die Erneuerbaren.“

Auch Anlagenhersteller wie Vestas Deutschland oder GE leisten durch technische Innovationen einen wichtigen Beitrag zur regelmäßigen und zuverlässigen Stromversorgung. Ina Bergler, Specialist Sales & Sales Support, betonte den Stellenwert von technischen Innovationen bei Vestas: „2008 haben wir das weltweit größte Forschungs- und Entwicklungszentrum für Windenergie eröffnet. Durch unsere Fokussierung auf Forschung und Entwicklung können wir heute Windenergieanlagen entwickeln, die hundertmal effizienter  sind als noch vor 25 Jahren.“ Rainer Fiedler, Senior Sales Manager Germany bei GE, ergänzte: „Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien muss prognostizierbarer und speicherbar werden. In diesem Zusammenhang sehe ich insbesondere Innovationskraft und intelligente Produktentwicklung als Schlüssel zum Erfolg, um die ehrgeizigen Ziele der Energiewende zu erreichen.“

Gleichzeitig wiesen die Veranstalter darauf hin, dass die politischen Rahmenbedingungen entscheidenden Einfluss darauf hätten, die Ziele der Energiewende und der Energiestrategie 2030 zu erreichen.  Dabei machte Jan Hinrich Glahr, Vizepräsident Bundesverband WindEnergie (BWE) und Landesvorsitzender BWE Brandenburg, deutlich, dass Ausschreibungen sehr skeptisch gesehen werden.

„Für uns ist dies das falsche Instrument. Noch ist nicht zu erkennen, wie sich mit Ausschreibungen die drei Ziele der Bundesregierung – Kosteneffizienz, Akteursvielfalt und Ausbauziele – tatsächlich erreichen lassen. Für das Land Brandenburg kommt es besonders darauf an, dass der Ausbau an Binnenlandstandorten weiterhin möglich ist und die kleineren Akteure – wie Bürgergesellschaften, Genossenschaften, Landwirte und Kommunen – die Möglichkeit haben, Projekte zu realisieren.  Ausschreibungen bergen das Risiko, dass die Zustimmung für die Energiewende vor Ort sinkt.“

Die Energiekontor AG plant, finanziert und betreibt seit 1990 Windenergie-Anlagen in Deutschland, Portugal und Großbritannien. In Brandenburg hat das Unternehmen bereits fünf Windparks mit einer Gesamtleistung von 43,5 Megawatt realisiert. Darüber hinaus ist geplant, 90 neue Windenergieanlagen mit einem Investitionsvolumen von 520 Mio. Euro und einer Gesamtleistung von 270 Megawatt in Brandenburg zu errichten.

PM: Energiekontor AG

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