50Hertz forscht an einem neuen Stromleitungs- und -mastdesign

380 kV-Leitung und Windräder, Nachtaufnahme westlich von Berlin an der Autobahn A10 © 50Hertz Transmission GmbH
380 kV-Leitung und Windräder, Nachtaufnahme westlich von Berlin an der Autobahn A10  © 50Hertz Transmission GmbH
380 kV-Leitung und Windräder, Nachtaufnahme westlich von Berlin an der Autobahn A10 / © 50Hertz Transmission GmbH

50Hertz stellt Forschungs- und Entwicklungsprojekt compactLine vor

  • 50Hertz forscht mit Projektpartnern an neuem Leitungs- und Mastdesign
  • Völlig neue technische Lösung soll Natur- und Landschaftsverbrauch reduzieren
  • Geringere Masthöhe, geringere Trassenbreite und kleinerer Mastumfang

(WK-intern) – Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz forscht an einem neuen Stromleitungs- und -mastdesign.

Berlin – Im Rahmen des bis 2018 laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekts compactLine arbeitet das Unternehmen an einer völlig neuen technischen Lösung, die es erlauben soll, den Natur- und Landschaftsverbrauch durch Freileitungen zu reduzieren.

„Die compactLine soll sich durch geringere Masthöhen, eine geringere Trassenbreite und einen kleineren Mastumfang von den herkömmlichen Stahlgittermasten unterscheiden“, erklärt Dr. Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer von 50Hertz. Während die Stahlgittermasten bisher eine Höhe von 50 bis 60 Metern aufweisen, sollen die Masten der compactLine lediglich 32 bis 36 Meter hoch sein. Die Trassenbreite soll sich dabei von den bisher üblichen 72 Metern auf 55 bis 60 Meter reduzieren. Nach Abschluss aller Tests soll eine 2 Kilometer lange Pilotstrecke die Praxistauglichkeit der Leitung unter Beweis stellen. Nach derzeitigem Forschungsstand könnte ein solcher Pilot, im Falle des erfolgreichen Abschlusses der noch anstehenden Tests, ab 2017 seinen Betrieb aufnehmen.

„Ziel des Projekts ist es, mittel- und langfristig mehrere innovative Masttypen zu entwickeln, um für die unterschiedlichen Anforderungen, die etwa Landschaftsbild oder Sozialräume bei Leitungsbauvorhaben an uns stellen, differenzierte Lösungen anbieten zu können“, so Golletz. „Auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasste Masttypen könnten auch einen Beitrag dazu leisten, Verständnis für den dringend notwendigen Netzausbau in Deutschland zu schaffen.“ Inwieweit die compactLine zu einem gesteigerten Verständnis für den Netzausbau beitragen kann, wird derzeit parallel zu den technischen, elektrischen und wirtschaftlichen Prüfungen untersucht. Dazu führt das Institut City Analytics eine Akzeptanzstudie durch, mit deren Hilfe empirisch ermittelt werden soll, ob sich neue Masttypen positiv auf den Grad der Akzeptanz von Leitungsbaumaßnahmen auswirken.

Das Projekt compactLine wird von 50Hertz gemeinsam mit mehreren Projektpartnern durchgeführt. Neben dem Übertragungsnetzbetreiber sind dies die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), das Energiedienstleistungsunternehmen SAG, RIBE Elektroarmaturen und die Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH). Unterstützt wird das Projekt vom Isolatorenhersteller Lapp Insulators. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zudem wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

PM: 50Hertz

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