Offshore-Windenergiebranche sieht Genehmigungsstopp des BSH bei Offshore-Projekten kritisch

Die Offshore-Windenergiebranche kommentierte heute den vom BSH im März kommunizierten Wegfall der Planrechtfertigung bei zahlreichen Offshore-Windenergieprojekten in den küstenferneren Zonen kritisch:

(WK-intern) – „Wenn die Bundesregierung die Energiewende will, muss sie ihren nachgeordneten Behörden die Mittel in die Hand geben, die einen stetigen Offshore-Windenergie-Ausbau auch nach 2020 ermöglichen.

Die Offshore-Windindustrie braucht Investitions- und Planungssicherheit und keinen weiteren ‚Stopp und Go‘-Mechanismus, insbesondere mit Blick auf den langfristigen Beitrag der Offshore-Windenergie zur Energiewende“, sagte Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE.

„Die Beschränkung der Genehmigungspraxis auf Projekte der küstennahen Zonen 1 und 2 würde aber genau diesem Mechanismus Vorschub leisten.“

In Bezug auf die langfristigen Ausbauziele der Bundesregierung bis 2030 und darüber hinaus mahnte Kuhbier Flexibilität von Politik und Behörden an. „Durch den geplanten Umstieg auf ein Ausschreibungssystem ist es besonders wichtig, dass die Branche eine ausreichende Perspektive erhält, damit die heute bestehende hohe Wettbewerbsintensität auch nach 2020 fortgesetzt wird. Nur durch eine langfristig verlässliche Regelung werden die von Politik und Industrie angestrebten Kostensenkungsziele erreicht werden. Das bedeutet auch, dass die Entwicklungspotenziale in der Zone 3 frühzeitig erschlossen werden müssen.“

Jürgen Blume, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Offshore-Wind (AGOW) und im Offshore Forum Windenergie (OFW), erklärte weiter: „Die Offshore-Windenergie befindet sich aktuell auf gutem Kurs und wird die anvisierten 6,5 GW installierter Leistung bis 2020 voraussichtlich erreichen. Aufgrund der langen Vorlaufzeiten der Technologie brauchen wir aber eine langfristig stabile Projektpipeline und eine entsprechende Planungssicherheit.“

Die Branche wies zudem auf die Bedeutung des Vertrauensschutzes hin:

„Im Vertrauen auf die bis 2014 geltenden langfristigen Ausbauziele der Bundesregierung von 25 GW bis 2030 haben viele Projektentwickler bereits Ende des letzten Jahrzehnts mit den Planungen für weitere Offshore-Windparks begonnen. Dabei wurden für einzelne Projekte jeweils Mittel in zweistelliger Millionenhöhe investiert“, sagte Ronny Meyer von der Offshore-Wind-Industrie-Allianz (OWIA). „Dieser volkwirtschaftliche Wert muss erhalten bleiben.“

Zudem spiele die Offshore-Windindustrie eine bedeutende volkswirtschaftliche Rolle: „Bereits im Jahr 2013 wurden durch die Offshore-Windindustrie in Deutschland ca. 1,9 Milliarden Euro umgesetzt und rund 19.000 Menschen beschäftigt“, sagte Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Wir gehen davon aus, dass diese Werte in 2014 durch wachsende Exporte in etwa gehalten werden konnten und in 2015 durch einen erstarkten Heimmarkt deutlich ausgeweitet werden. Diese positive Entwicklung der Branche braucht eine langfristige Perspektive“.

Aktuell sind inzwischen Offshore-Windparks mit einer installierten Leistung von rund 2,7 GW vollständig oder zum Teil am Netz. Bis Ende des Jahres erwartet die Branche, dass bis zu 3 GW vollständig in Betrieb und am Netz sein werden.  Dies entspricht einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 10 Milliarden Euro. Weitere Projekte mit einer Leistung von mehr als 1,5 GW und einem Investitionsvolumen von mehr als 5 Milliarden Euro verfügen bereits über eine Investitionsentscheidung.

PM: Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE

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