Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung zertifiziert Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Blockheizkraftwerk auf der NewEnergyHusum / Foto: HB
Blockheizkraftwerk auf der NewEnergyHusum / Foto: HB

Mit „blauem Strom“ in Richtung Energiewende

(WK-intern) – Auf der Hannover Messe hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) am 14. April 2015 einer breiten Öffentlichkeit erstmals ein Gütesiegel für Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) vorgestellt.

Als eigene Marke soll KWK-Strom als „Der blaue Strom“ für Kunden identifizierbar werden und den Erzeugern als Alleinstellungsmerkmal dienen.

Das Zertifikat erteilt der Bundesverband und gibt dem Verbraucher so die Sicherheit, dass „Der blaue Strom“ auch tatsächlich aus hocheffizienten KWK-Anlagen kommt. Blau steht dabei für ressourcenschonende und effiziente Produkte und Technologien und findet sich bereits im Automotivbereich als „BlueMotion“ oder als Umweltzeichen „Der blaue Engel“ wieder.

Strom aus KWK-Anlagen bisher am Markt nicht identifizierbar

„Während grüner Strom aus regenerativen Quellen stammt, lässt sich elektrische Energie aus KWK-Anlagen am Markt bisher nicht identifizieren“, erklärt Berthold Müller-Urlaub, Präsident des B.KWK. Obwohl KWK Strom besonders umweltfreundlich ist, fand er bisher zusammen mit Strom aus Atomkraftmeilern und herkömmlichen Kraftwerken als sogenannter Graustrom seinen Weg zum Endkunden. Ein Blick auf die Möglichkeiten, die diese Form der Energieerzeugung bietet, lässt die Größe des damit bisher verschenkten Potenzials erkennen.

KWK-Anlagen greifen neben Biomasse und Bioenergie zwar auch auf fossile Brennstoffe als Energieträger zurück, nutzen die Primärenergie aber hocheffizient.

Denn im Gegensatz zu rein stromproduzierenden konventionellen Kraftwerken geben KWK-Anlagen die ungenutzte Abwärme nicht einfach in die Umwelt ab, sondern stellen diese neben dem erzeugten Strom als verkaufsfähiges Produkt bereit. Moderne KWK-Anlagen erreichen auf diese Weise einen Gesamtnutzungsgrad von bis zu 90 %. Einher geht dieser mit einem reduzierten Schadstoffausstoß.

Auch einem anderen Schlüsselfaktor der Energiewende kommen KWK-Anlagen entgegen: dem Wechsel hin zu dezentralen Systemen. Nicht riesige Kraftwerkskomplexe, sondern dezentrale, flexible und bedarfsgerechte Anlagen in unmittelbarer Nähe zu den Verbrauchern sind die Domäne der Kraft-Wärme-Kopplung. Dies können Heizkraftwerke mit Nah- und Fernwärmesystemen in Kommunen genauso sein wie Objektversorgungsanlagen in Industrieparks, Krankenhäusern, Wohnsiedlungen oder Mehr- und Einfamilienhäusern. So rücken Erzeuger und Verbraucher näher zusammen, was sich nicht zuletzt in einem Wegfall von Leitungs- und Umwandlungsverlusten widerspiegelt und einen teuren Netzausbau zumindest teilweise überflüssig macht.

Der neue Umweltstrom ist blau

„Um die Vorteile, die Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung für Erzeuger, Verbraucher und Umwelt bietet, auch maximal nutzen zu können, ist der Schritt zur Marke die logische Konsequenz“, erklärt Berthold Müller-Urlaub in Hannover. „Denn nun können sich Stromkunden ganz bewusst für blauen Strom entscheiden und damit ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Stromerzeuger profitieren ebenfalls vom Siegel: Wird doch der Wert ihres Produktes nun hervorgehoben und läuft nicht mehr Gefahr, im Graustrom unterzugehen.

Auch dem Ziel der Bundesregierung, den Anteil der Energie aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen bis zum Jahr 2020 auf 25 % zu erhöhen, nutzt „Der blaue Strom“. Denn er rückt die Technik stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit und erhöht den Bekanntheitsgrad der Kraft-Wärme-Kopplung.

Dies wird zwar schon seit Jahren versucht, doch Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung als festen Begriff in der breiten Öffentlichkeit zu verankern, scheiterte regelmäßig. Mit dem griffigen Siegel „Der blaue Strom“, da ist sich Berthold Müller-Urlaub sicher, wird das nun endlich gelingen.

Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Netzstabilität, Dezentralisierung oder Energieeffizienz – das Thema Energiewende wird von vielen Schlagworten beherrscht. Herkömmliche Kraftwerke schneiden etwa bei Energieeffizienz und Nachhaltigkeit schlecht ab. Strom aus regenerativen Quellen stößt hingegen bei Versorgungssicherheit und Netzstabilität noch an seine Grenzen. Hier hilft die Kraft-Wärme-Kopplung. Denn „Der blaue Strom“ steht nicht in Konkurrenz zu regenerativen Quellen, sondern flankiert die Stromerzeugung aus Sonne und Wind. Als Stabilisator für die erneuerbaren Energien leistet er den Beitrag zur Energiewende, den ihm die Politik zugewiesen hat.

PM: Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK)

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