Ein effizienter, flexibler Kraftwerkspark ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende

Ein effizienter, flexibler Kraftwerkspark ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende / Foto: HB
Ein effizienter, flexibler Kraftwerkspark ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende / Foto: HB

VDMA: Entscheidungsjahr für eine effiziente Energiewende

(WK-intern) – Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau stellt die notwendigen Technologien bereit.

Die Position von VDMA Power Systems in der Energiepolitik:

  • Der Fachverband unterstützt die konsequente Flexibilisierung des Strommarkts
  • Er begrüßt das Bemühen bei den Ausschreibungsverfahren, Brüche in der Projektentwicklung zu vermeiden
  • Er fordert, den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in der Industrie nicht abzuwürgen

VDMA Power Systems fordert die Politik auf, die Energiewende so auszurichten, dass technische Potenziale der Anlagen, die zum Funktionieren des künftigen Strommarktes beitragen, möglichst umfassend genutzt werden. „Wir begrüßen die Ansätze von Sigmar Gabriel für einen konsequent flexibilisierten Strommarkt, der Investitionen in effiziente, flexible Technologien ermöglicht. Es ist richtig, dass noch dieses Frühjahr im Weißbuch Leitentscheidungen zum zukünftigen Strommarkt fallen sollen. Den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung aber muss der Bundeswirtschaftsminister mit einer zielorientierten Politik angehen. Mit den jüngsten Vorschlägen des BMWi würde die KWK ausgerechnet im wichtigen Bereich der industriellen Anwendung bedroht“, sagt Alf Henryk Wulf, Vorsitzender des Vorstands von Alstom Deutschland und Mitglied des VDMA Energieausschusses. „Darüber hinaus muss der Umstieg zu Ausschreibungen für Erneuerbare Energie planbar gestaltet werden. Der Anlagenbau weiß, wie Energiewende technologisch zu machen ist“, meint er weiter. Dem Energiesystem als Ganzes zuträglich seien Anlagen, die fähig seien, flexibel für die Stromeinspeisung bereit zu stehen, besonders effizient Energie umzuwandeln, Treibhausgasemissionen zu vermeiden und zur Netzstabilität beizutragen.
Um solch einen systemdienlichen Kraftwerkspark zu erreichen, müssen die Novellen des Energie-Wirtschafts-Gesetzes (EnWG), des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) wie Zahnräder in einander greifen. Ziel der Energiepolitik für eine funktionierende Energiewende muss es sein, ein Umfeld für Investitionen in innovative Erzeugungstechnik zu schaffen.

Flexibler Strommarkt für flexible Erzeugung
Für das kommende Strommarktdesign bedeutet das: „Ein zusätzlicher Kapazitätsmarkt ist nur dann erforderlich, wenn ein optimierter Energy-only-Markt versagen und die Versorgungssicherheit leiden sollte. Deshalb ist die Frage jetzt: was ist zu tun, damit dies nicht passiert“, sagt Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Der Strommarkt kann nur funktionieren, wenn die Politik erstens im Marktrahmen Freiheiten lässt, zweitens wenn sie den Emissionshandel stärkt und drittens wenn sie die entstehenden Preisschwankungen toleriert“, sagt Zelinger und ergänzt: „Preisspitzen bedeuten übrigens nicht zwangsweise höhere Durchschnittspreise! Die Erzeuger, die an diesem optimierten Strommarkt teilnehmen werden, brauchen jetzt klare Signale, dass die Marktregeln für alle Marktteilnehmer gelten und nicht mitten im Spiel geändert werden. Nur so wird in den Umbau des Kraftwerksparks investiert.“

EEG – Systemwechsel braucht Verlässlichkeit
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll im EEG mittels wettbewerblicher Ausschreibungen vorangetrieben werden. „Der Anlagenbau hat im Ausland Erfahrung mit Ausschreibungen gesammelt und ist auch in Deutschland bereit dafür, sieht aber deutliche Risiken in der Umsetzung. Jetzt kommt es darauf an, dass das Verfahren gut durchdacht wird. Der Übergang muss so vollzogen werden, dass die Ausbauziele des EEG sicher erfüllt werden, dass Wettbewerb erhalten bleibt und dass keine Investitionslücke entsteht“, sagt Alf Henryk Wulf. Er verdeutlicht weiter: „Längere Unklarheit über die Ausschreibungen würde zu Vorzieheffekten und massiver Zurückhaltung in der ersten Zeit nach dem Umstieg führen. So etwas wäre Gift für unsere Branche. Wir unterstützen den politisch entschiedenen Umstieg und begrüßen den klar geäußerten Willen, diesen reibungslos zu gestalten. Die Energiewende ist auch eine große Chance für den Standort Deutschland, wenn sie gelingt. Deutschland hat die Chance, damit eine technologische und systemische Vorreiterrolle einzunehmen.“ Ausschreibungsmodelle müssen so definiert werden, dass die Projekte, die das Rennen machen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch realisiert werden. Windenergieanlagen an Land müssen mit innovativen Technologien auch an weniger ertragreichen Standorten möglich bleiben. Windenergieanlagen auf See müssen bei Ausschreibungen in jedem Fall mit dem Netzanschluss synchronisiert errichtet werden. Für beide Technologien sind Ausnahmen auf Prototypen zu beschränken.

Kraft-Wärme-Kopplung – Effizienz in der Industrie bedroht
Negativ sieht die Branche die Ansätze, die im März in einem Papier des BMWi zur Reform des KWK-Gesetzes veröffentlicht wurden. So rückte die Bundesregierung darin von ihrem Ziel von 25 Prozent KWK-Strom bis 2020 ab. „Ein gefährliches Signal, das das Vertrauen in eine stringente Politik nachhaltig erschüttern und Investoren verunsichern würde“, mahnt Thoralf Lemke, Marketingdirektor des KWK-Herstellers Caterpillar Energy Solutions. „Das Papier klammert das Thema Effizienz und Klimaschutz im Wärmemarkt völlig aus. Dabei ist KWK in erster Linie eine Technologie, die die Brücke vom Strom- zum Wärmemarkt schlagen kann, die Energieeffizienz steigert und von daher bisher im Rahmen der Energiewende zu Recht als besonders ausbauwürdig galt.“ Matthias Zelinger ergänzt, dass gerade der Maschinen- und Anlagenbau auch als Nutzer solcher Anlagen betroffen wäre: „KWK soll in der energieintensiven Industrie weiter gefördert werden, ebenso in der öffentliche Versorgung. Gespart werden soll jetzt ausgerechnet beim industriellen Mittelstand.“ Dies sei besonders kritisch, weil die versprochene Klärung der Frage der zukünftigen Belastung von Eigenstromerzeugung ausbliebe. „Somit wären Wirtschaftlichkeitsstudien Makulatur. Wir brauchen daher einen Erhalt des Bonus für die industrielle Eigenstromerzeugung. Mindestens bis mit der EU geklärt ist, wie nach 2016 mit der EEG-Umlage für diese Anlagen verfahren werden soll!“ Wie vom Bundeswirtschaftsministerium bei der letzten EEG-Novelle zugesichert, sind Belastungen durch die EEG-Umlage auf die Eigenstromerzeugung bei der Anpassung des KWK-Bonus zu berücksichtigen.

PM: VDMA

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top