STURM: TenneT rechnet heute und morgen mit großer Belastung im Höchstspannungsnetz

Mit inbegriffen ist dabei die Offshore-Windeinspeisung in der Nordsee, die jetzt erstmalig die Schwelle von 1.000 Megawatt erreicht hat / Pressebild: TenneT
Mit inbegriffen ist dabei die Offshore-Windeinspeisung in der Nordsee, die jetzt erstmalig die Schwelle von 1.000 Megawatt erreicht hat / Pressebild: TenneT

TenneT hat sich auf hohe Windeinspeisung vorbereitet

  • Große Belastung des Höchstspannungsnetzes heute und morgen

  • Umfangreiche Eingriffe vorbereitet; Netzreserve aktiviert

  • Netzausbau notwendig, um erneuerbare Energien transportieren zu können

(WK-intern) – Die für heute erwartete Windfront mit einer Einspeisung von rund 30.000 Megawatt Windenergie in das deutsche Stromnetz stellt das Höchstspannungsnetz vor große Herausforderungen.

Mit inbegriffen ist dabei die Offshore-Windeinspeisung in der Nordsee, die jetzt erstmalig die Schwelle von 1.000 Megawatt erreicht hat (Nettoeinspeisung).

Die hohe Einspeisung von Windenergie on- und offshore belastet das Netz stark und führt zu Transportengpässen. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat daher umfangreiche Maßnahmen vorbereitet, um das Höchstspannungsnetz angesichts der zu erwartenden extremen Belastung stabil zu halten. Hierzu wurde für den heutigen Montag von TenneT und den anderen deutschen Übertragungsnetzbetreibern die Netzreserve aus Deutschland und Österreich sowie aus Italien und der Schweiz mit insgesamt rund 4.200 Megawatt aktiviert. Da auch morgen eine ähnlich hohe Windeispeisung erwartet wird, haben die Übertragungsnetzbetreiber ebenfalls für den morgigen Dienstag Netzreserve abgerufen. Vorgesehen sind aktuell rund 2.000 Megawatt. „Die Lage des Höchstspannungsnetzes bleibt angespannt. Damit steigende Strommengen aus erneuerbaren Energien störungsfrei eingespeist und transportiert werden können, ist der Ausbau des Stromnetzes in Deutschland unverzichtbar“, sagte Dr. Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH.

In das Versorgungsgebiet von TenneT speist der größte Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland ein, darunter vor allem die Windanlagen in Norddeutschland an Land und auf See. Um die erneute Herausforderung einer großen Windfront zu meistern, hat TenneT die Besetzung der Schaltleitungen verstärkt. Mitarbeiter in den Schaltleitungen verfolgen die Entwicklung des Wetters rund um die Uhr und leiten anhand von Prognosen die zur Stabilisierung des Übertragungsnetzes in der TenneT-Regelzone notwendigen Maßnahmen ein. Dabei arbeiten sie eng mit den anderen deutschen Übertragungsnetzbetreibern zusammen. Zu diesen Maßnahmen gehören nicht nur stabilisierende Schaltungsmaßnahmen, sondern TenneT plant vor allem umfangreiche Eingriffe in den Markt, sogenannte Redispatch-Maßnahmen. Mit diesen werden Überlastungen auf den Stromautobahnen vorgebeugt, indem Kapazität konventioneller Kraftwerke vor einer belasteten Leitung reduziert und danach wieder erhöht wird. Zeitweise werden heute ca. 5.000 Megawatt an konventioneller Kraftwerksleistung deutschlandweit für solche Maßnahmen zusätzlich zur Netzreserve genutzt werden. Weiterhin geht TenneT davon aus, im Verlaufe des heutigen Montags zusätzlich etwa 450 Megawatt Windkapazität im Norden abregeln zu müssen, um Transportengpässen im stark belasteten Übertragungsnetz vorzubeugen. Sowohl die Eingriffe in die konventionelle Erzeugung als auch in die Windkraft sind Notmaßnahmen. Sie sind nicht geeignet, die Versorgung auf Dauer zu sichern. Zudem erzeugen sie erhebliche Kosten, die auf den Stromkunden umgelegt werden. Alleine bei TenneT fallen pro Jahr für solche Eingriffe 250 Millionen Euro an. Darüber hinaus geht TenneT davon aus, dass es aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten zu Abschaltungen von Windkraftanlagen kommen wird.

PM: TenneT

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