22. März 2015 ist Weltwassertag – Schutz der Gewässer ist auch Klimaschutz

Trinkwasser / Foto: HB
Bis 2015, spätestens jedoch bis 2027, solle ein guter Zustand der europäischen Gewässer erreicht sein / Foto: HB

Bei Wasser denken die meisten vor allem an sauberes Trinkwasser.

(WK-intern) – Doch lenken wir den Blick heute einmal darauf, dass Gewässer wie Flüsse und Seen auch einzigartige Lebensräume sind und für den Menschen vielfältige Nutzungen ermöglichen.

Der Erhalt ihrer natürlichen Funktionen ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) konnten beispielsweise nachweisen, dass Stauseen eine bedeutende Quelle für Treibhausgase sind. Nach Hochrechnungen von Forschern stammen 4 % des weltweit aus Binnengewässern freigesetzten Kohlenstoffes aus Wasserkraft produzierenden Stauseen – bei einem Flächenanteil von nur etwa 0,6 %.

NBeim Thema Wasser denken die meisten vor allem an sauberes Trinkwasser. Doch lenken wir den Blick heute einmal darauf, dass Gewässer wie Flüsse und Seen auch einzigartige Lebensräume sind und für den Menschen vielfältige Nutzungen ermöglichen. Der Erhalt ihrer natürlichen Funktionen ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) konnten beispielsweise nachweisen, dass Stauseen eine bedeutende Quelle für Treibhausgase sind. Nach Hochrechnungen von Forschern stammen 4 Prozent des weltweit aus Binnengewässern freigesetzten Kohlenstoffes aus Wasserkraft produzierenden Stauseen – bei einem Flächenanteil von nur etwa 0,6 Prozent.

Die im Jahr 2000 in Kraft getretene Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat ein ambitioniertes Ziel: Bis 2015, spätestens jedoch bis 2027, solle ein guter Zustand der europäischen Gewässer erreicht sein. Die Zeit ist nahezu um, bis Ende dieses Jahres sollen die einzelnen Länder die Maßnahmen zum Erreichen der Ziele umgesetzt haben. „Es ist unbestreitbar, dass sich die Wasserqualität in den Ländern der EU in den letzten Jahrzehnten teilweise stark verbessert hat. Zugleich nimmt aber auch der Nutzungsdruck auf die Ressource Wasser zu“, so Prof. Dr. Klement Tockner, Direktor des IGB.

Landwirtschaft, Industrie, Energiewirtschaft, Schifffahrt, Erholung und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten konkurrieren um die gleiche Ressource. Das Austrocknen des Aralsees, die Dürre- und Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre, die Ausbreitung wasserbürtiger Krankheiten und der Verlust der Biodiversität sind deutliche Signale dieser Übernutzung.
Und auch einseitig verstandener Umweltschutz, wie der Ausbau der Wasserkraft, kann sich fatal auf Gewässer auswirken. „Derzeit werden im Alpenraum viele der letzten intakten Gewässer der Energiegewinnung durch Wasserkraft geopfert, trotz der Tatsache, dass diese Kleinkraftwerke keinen nennenswerten Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung liefern“, so Klement Tockner.

Wasserkraft galt lange Zeit als Energiequelle mit sehr guter Ökobilanz. Seit Ende der achtziger Jahre konnten Forscher jedoch zeigen, dass Stauseen beachtliche Mengen an Treibhausgasen an die Atmosphäre abgeben. In einer aktuellen Erhebung zur Emission von Treibhausgasen wurden Daten aus 85 Stauseen in tropischen und gemäßigten Breiten ausgewertet. Die daraus abgeleitete Kohlenstoff-Emission aus allen Stauseen mit Wasserkraftwerken beträgt 51 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Damit stammen 4 Prozent des weltweit aus Binnengewässern freigesetzten Kohlenstoffes aus Wasserkraft produzierenden Stauseen – bei einem Flächenanteil von nur etwa 0,6 Prozent. In den kommenden 15 bis 20 Jahren werden weltweit bis zu 4000 neue große Wasserkraftanlagen gebaut, welche die Stromproduktion aus Wasserkraft nahezu verdoppeln. „Obwohl es auch einige Stauseen mit geringerem Treibhausgaspotential gibt, besteht angesichts des enormen globalen Ausbaus der Wasserkraft die Gefahr, dass es in Zukunft zu einer deutlichen Zunahme der Treibhausgasemissionen durch Stauseen kommen wird“, so der IGB-Wissenschaftler Dr. Peter Casper, der bereits seit einigen Jahren die Emission von Treibhausgasen aus Seen erforscht.

PM: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

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