Defekte elektronische Baugruppe im Kernkraftwerk Brokdorf

Ausfall von Sicherheitsteileinrichtung

(WK-intern) – Während einer monatlich wiederkehrenden Prüfung im Reaktorschutzsystem des Kernkraftwerkes Brokdorf hat eine Armatur nicht wie vorgesehen geschlossen.

Als Ursache wurde eine elektronische Baugruppe identifiziert. Diese wurde umgehend ausgetauscht.

BROKDORF/KIEL – Die anschließend durchgeführten Prüfungen des Reaktorschutzsystems verliefen ohne Beanstandungen.

Dieses meldepflichtige Ereignis der Kategorie „N“ hat die E.ON-Betreibergesellschaft heute (20. März) fristgerecht der Atomaufsichtsbehörde (Energiewendeministerium) gemeldet.

Die betroffene Armatur ist Teil des nuklearen Probenahmesystems, mit dem unter anderem die Wasserqualität des Hauptkühlmittels überwacht wird. Im Anforderungsfall durch das Reaktorschutzsystem soll diese Armatur die Probenahmeleitung absperren. Die Absperrung der Leitung wäre in diesem Fall durch in Reihe liegende Armaturen erfolgt, so dass das Ereignis von der Atomaufsicht als sicherheitstechnisch weniger bedeutsam eingestuft wird.

Da der Ausfall von Sicherheitsteileinrichtungen meldepflichtig ist, war dieses Ereignis der Atomaufsichtsbehörde zu melden.

Hintergrund:

In einer „Baugruppe“ werden  funktionell zusammenhängende technische Komponenten zu einer Einheit zusammengefasst. Auf diese Weise kann bei Störungen schneller reagiert werden. Es genügt, bei Fehlfunktionen die Baugruppe auszutauschen, anstatt die einzelnen Komponenten auf Fehler hin zu untersuchen.

Eine elektronische Baugruppe ist eine Einheit aus elektronischen Bauelementen wie Widerständen oder Kondensatoren, die auf einer Leiterplatte elektrisch und mechanisch verbunden sind.

Orientiert an der sicherheitstechnischen Bedeutung und Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S).

PM: Schleswig-Holstein

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