Messbojen für Wind- und Wellendaten für Offshore-Windparks erfolgreich erprobt

RWE Innogy setzt Erprobung von Messbojen für Wind- und Wellendaten fort / Pressebild
RWE Innogy setzt Erprobung von Messbojen für Wind- und Wellendaten fort / Pressebild
RWE Innogy setzt Erprobung von Messbojen für Wind- und Wellendaten fort / Pressebild

RWE Innogy setzt Erprobung von Messbojen für Wind- und Wellendaten fort

  • Erster Test in den Niederlanden liefert vielversprechende Ergebnisse
  • Weiteres Messbojenmodell geht als Teil der weltweit größten Testreihe in die Erprobung
  • Innovative Messplattform kostet nur 10 bis 20 Prozent eines konventionellen Messverfahrens

(WK-intern) – RWE Innogy hat gemeinsam mit dem Betreiber des Offshore-Windparks Eneco Luchterduinen erfolgreich die Erprobung einer innovativen Offshore-Boje zur Messung von Wind- und Wellendaten abgeschlossen.

Ijmuiden/Essen – Nachweislich hat die schwimmende Messplattform die Anforderungen in den Bereichen Verfügbarkeit und Genauigkeit erfüllt.

Um technische Konfigurationen mit verschiedenen Herstellern zu erproben, wurde gestern eine weitere Offshore-Messboje vor der niederländischen Nordseeküste installiert. Ziel des Forschungsprojekts ist eine kostengünstige Alternative zu fest installierten Messmasten zu entwickeln. Eine solche innovative Messplattform kostet nur etwa 10 bis 20 Prozent eines konventionellen Messmastes.

Die neu angelaufene Testreihe ist Teil des weltweit größten Forschungsprogramms zur Erprobung von innovativen Messplattformen, das vom Offshore Wind Accelerator (einer Forschungsinitiative des Carbon Trust gemeinsam mit den großen Offshore-Windparkbetreibern) ins Leben gerufen wurde. Der in 2014 durchgeführte Test wurde vom Forschungs- und Entwicklungsprogramm FLOW (Far and Large Offshore Wind) unterstützt, das vom niederländischen Wirtschaftsministerium gefördert wird.

„Mit der Erprobung unterschiedlicher Messbojen tragen wir maßgeblich zur Steigerung des Vertrauens in diese innovative Technologie und langfristig zur Kostenreduzierung bei Offshore-Windprojekten bei“, erklärt Projektleiter Niels Bijkersma von RWE Innogy. „Zudem ermöglichen wir einzelnen Herstellern den Nachweis der Marktreife ihrer Messbojen und gewinnen dabei wertvolle Praxiserfahrungen für unsere Projekte.“

Erster Test in den Niederlanden erfolgreich abgeschlossen

In 2014 hatte RWE Innogy gemeinsam mit Eneco die schwimmende Messplattform der Firma Fugro OCEANOR in Betrieb genommen. Installiert wurde sie vor der niederländischen Nordseeküste rund 75 Kilometer vor IJmuiden, in direkter Nähe eines von RWE Innogy betriebenen Offshore-Messmastes. Im Gegensatz zu herkömmlichen Offshore-Messmasten arbeitet die schwimmende Plattform mit einem sogenannten „LiDAR“ (Light Detection And Ranging)-System, einer laserbasierten Technik zur Fernmessung von Windgeschwindigkeit und -richtung. Über sechs Monate hat die Boje Messungen durchgeführt, die anschließend von einem unabhängigen Unternehmen ausgewertet und mit denen des fest installierten Messmasts verglichen wurden. Dieser eignet sich aufgrund seiner Lage und hohen Verfügbarkeit gut für derartige Referenzmessungen.

Lasse Lønseth, Projektmanager bei Fugro OCEANOR erklärt: „Verglichen mit dem festinstallierten Messmast, hat die Boje mit der LiDAR-Technik eine hohe Genauigkeit bei der Messung von Winddaten erzielt. Gleichzeitig konnten wir wichtige Erfahrung für den Betrieb einer Messboje im rauen Umfeld der Nordsee sammeln.“

Die erprobte Messboje soll nun beim Offshore-Windpark Navitus Bay eingesetzt werden, der von einem 50-50 Joint-Venture, bestehend aus Eneco und EDF Energy, vor der englischen Südküste entwickelt wird.

Ruben Dijkstra, Direktor des Bereichs Wind Offshore bei Eneco ergänzt: „Die Testergebnisse haben uns überzeugt. So werden wir erstmalig bei der Entwicklung und dem Bau unserer Windparks Wind- und Wellendaten von einer mobilen Messboje beziehen. Damit sind wir flexibler und sparen Kosten.“

Weiteres Messbojenmodell geht in die Erprobung

Mit der Installation einer weiteren Messboje Anfang Februar diesen Jahres setzt RWE Innogy auf die Ergebnisse vorangegangener Tests auf. Die Boje vom Hersteller EOLOS unterscheidet sich vorrangig in Dimension, Energieversorgung und Verankerungssystem von der in 2014 erprobten Technologie. „Die EOLOS Boje ist ein komplett autark gesteuertes Komplettsystem zur Messung von Wind-, Wellen- und Strömungsdaten. Es wurde dazu entwickelt sowohl Anschaffungs- als auch Betriebskosten für Offshore-Messverfahren zu reduzieren. Aufbau und Verankerungssystem wurden speziell für das raue Umfeld in der Nordsee entwickelt, gleichzeitig zeichnet sich die Boje durch ihr geringes Gewicht aus“, fasst Rajai Aghabi von EOLOS Floating LiDAR Solutions die Besonderheiten der Boje zusammen. Über ein halbes Jahr sollen Daten zur Windgeschwindigkeit und –richtung mit Hilfe eines LiDAR-Systems aufgezeichnet und anschließend von einem unabhängigen Datenanalysten ausgewertet werden.

RWE investiert in F&E-Projekte
RWE Innogy investiert jährlich rund 4,5 Millionen Euro in die anwendungsnahe Forschung. Die Erprobung innovativer Messverfahren für Offshore-Wind ist ein Beispiel für das Engagement des Unternehmens in diesem Bereich. Im Rahmen der Forschungsinitiative wurden neben der Erprobung in den Niederlanden bereits zwei Tests in Großbritannien durchgeführt.

Über RWE Innogy

RWE Innogy bündelt die Kompetenzen und  Kraftwerke des RWE-Konzerns im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Unternehmen plant, errichtet und betreibt Anlagen für regenerative Stromerzeugung und Energiegewinnung. RWE Innogy entwickelt allein oder mit Partnern Offshore-Windprojekte in ganz Europa.  Zwei Projekte mit einer Kapazität von insgesamt rund 900 MW gehen dieses Jahr in Betrieb: Gwynt y Môr vor der nordwalisischen Küste und Nordsee Ost in der deutschen Nordsee.

Über Eneco Luchterduinen

Eneco und Mitsubishi Corporation bauen zusammen einen Offshore-Windpark 23 Kilometer vor der niederländischen Küste zwischen Noordwijk und Zandvoort. Der Windpark Eneco Luchterduinen mit 43 Windturbinen soll über eine Erzeugungskapazität von 129 MW verfügen und rund 150.000 Haushalte mit grünem Strom versorgen. Darüber hinaus bietet das Projekt Raum für Feldversuche zu innovativen Forschungsprojekten, die zur Kostenreduzierung im Bereich der Offshore-Windkraft beitragen können. Mit dem Bau des Windparks wurde in der zweiten Jahreshälfte 2014 begonnen; die Inbetriebnahme ist für 2015 geplant.

Über Fugro OCEANOR

Das High-Tech-Unternehmen Fugro OCEANOR hat sich auf die Lieferung und den Betrieb von Umweltüberwachungs- und Frühwarnsystemen für Anwendungen auf hoher See und in Binnengewässern spezialisiert, wozu auch die Beratung im Bereich Meeresenergie- und Küstentechnik gehört. Das Unternehmen verfügt über Teams in den Bereichen Ozeanografie, Meteorologie, Küstentechnik, Elektronik und Meeresvermessung. Fugro OCEANOR gehört zu der Fugro-Gruppe, die in mehr als 60 Ländern mit mehr als 250 Unternehmen und einer Belegschaft von 12.500 Mitarbeitern Daten zur Erdoberfläche an Land und auf See sammelt und analysiert.

Über EOLOS
EOLOS Floating Lidar Solutions S.L. ist ein Technologie- und Serviceunternehmen für schwimmende Messsysteme. Das Unternehmen mit Sitz in Spanien bietet mit seinem Team weitreichende Erfahrung im Offshore-Wind-Sektor und ist spezialisiert auf innovative Komplettsysteme für Offshore-Messungen. EOLOS wird unterstützt von KIC InnogEnergy, eine Experten und Innovations-Community, gefördert vom Europäischen Institut für Innovation und Technologie (EIT).

PM: RWE

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