EU-Marktverzerrung mit Steuer-Subventionen zu Gunsten der Atomenergie

Pressebild: IG Windkraft
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Strahlende Zukunft – Förderung für Atomenergie unterminiert Energiewende

(WK-intern) – Großbritannien will wieder Atomkraftwerke bauen.

Dies soll über Subventionen in noch nie dagewesener Höhe aus Steuergeldern finanziert werden.

Die EU Kommission hat dem zugestimmt – Österreich hat angekündigt zu klagen.

„Die geplante Förderung ist nicht nur eine enorme Geldverschwendung, sondern stellt auch eine klare Marktverzerrung zu Gunsten der Atomenergie dar“, so Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. „Atomkraftwerke sind nicht nur gefährlich sondern auch die teuersten Kraftwerke, die derzeit gebaut werden können“, erklärt David Reinberger, Energieexperte der Wiener Umweltanwaltschaft.

Vor Kurzem erst wurden von der EU-Kommission die Subventionsbegehrlichkeiten Großbritanniens für die AKW-Pläne in Hinkley Point durchgewunken. Die Forderung nach Abbau von Subventionen für Fossil- und Atomkraftwerke, die auch von derselben Kommission stammt, wurde offenbar wieder vergessen. Und dass es sich dabei um einen Einspeisetarif handelt, ein System, das dieselbe Kommission ein paar Monate zuvor für erneuerbare Energien verboten hatte, wurde ebenfalls übersehen. „Die hohen Förderungen für die alte Technologie Atomkraft stellen daher eine massive Marktverzerrung dar, die mit dem EU-Beihilfenrecht in Konflikt steht. Daher ist auch die Klage Österreichs gegen diese Förderungen aussichtsreich“, erklärt Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Erneuerbare Energien sind billiger und sicherer

Gustav Resch, Geschäftsführer von e-think und Wissenschaftler an der Energy Economics Group (EEG) an der Technischen Universität Wien, hat berechnet, dass dieselbe Strommenge, die das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C erzeugen soll, viel billiger mit erneuerbaren Energien erzeugt werden könnte. Zentral in der Studie ist der rein ökonomische Ansatz: „Wieviel Strom bekommt man für die eingesetzten Fördermittel mit erneuerbaren Energien oder durch Nuklearenergie?“ Die Antwort ist eindeutig: Atomkraft rechnet sich nicht! „In jedem untersuchten europäischen Staat erfordert der Einsatz von Atomenergie eine höhere finanzielle Unterstützung seitens der Gesellschaft als erneuerbare Energien. Im EU Schnitt kann somit der Förderbedarf um 37% gesenkt werden“, erklärt Resch und ergänzt: „Für einzelne Länder haben wir sogar Einspareffekte von bis zu 74% errechnet.“

Nicht nur, dass die Kosten geringer wären, wenn man auf Kraftwerke wie Hinkley Point C verzichtet würde, andere Kraftwerke können auch viel schneller errichtet werden. Die Beispiele der zwei Atomkraftwerke, die gerade in Europa gebaut werden, sprechen eine deutliche Sprache. Die geplanten Inbetriebnahmen liegen in weiter Ferne und die Kosten zum Beispiel beim AKW Olkiluoto in Finnland haben sich fast verdreifacht. Allein die Windräder, die letztes Jahr in Europa errichtet wurden, erzeugen mehr Strom als Hinkley Point C pro Jahr liefern soll. „Mir ist unbegreiflich, wie man angesichts dieser Tatsachen überhaupt noch über den Bau von Atomkraftwerken nachdenken kann“, merkt David Reinberger, Energieexperte der Wiener Umweltanwaltschaft, an und setzt fort: „Warum soll man das hohe Sicherheits- und Umweltrisiko der Atomenergie auf sich nehmen, wenn obendrein höhere Kosten anfallen und weniger Strom erzeugt wird?“

Förderung für Atomenergie bremst die Energiewende

„Jeder Cent, der in die Atomkraft investiert wird, ist nicht nur schlecht angelegtes Geld, sondern behindert auch die Energiewende“, erklärt Moidl. Atomkraftwerke besetzen große Bereiche der Stromnetze und sind schwer regelbar. Sie behindern die erneuerbaren Energien daher doppelt und bremsen die Energiewende ein.

PM: IG Windkraft

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