FSC fordert mehr Einsatz für Artenvielfalt in Wald

Artenschutz in den Wäldern / Foto: HB
Artenschutz in den Wäldern / Foto: HB
Artenschutz in den Wäldern / Foto: HB

Der FSC Deutschland verlangt am heutigen Tag des Artenschutzes, Artenschutz und die Artenvielfalt im Wald mehr ins Zentrum der Forstwirtschaft zu rücken.

(WK-intern) – Ungefähr 1/3 der Landfläche Deutschlands ist von Wald bedeckt. Das Ökosystem Wald bietet dabei einer Vielzahl geschützter Arten ein Zuhause, ist zugleich jedoch auch der Lieferant für einen immer begehrteren nachwachsenden Rohstoff.

Freiburg – „Bei genauerem Hinsehen ergeben sich aber große Unterschiede hinsichtlich der ökologischen Qualität unserer Wälder. Die Fichtenmonokultur hat z.B. keinen besonders hohen ökologischen Wert, im Vergleich zum natürlichen Misch- oder Buchenwald“, erläutert der FSC Deutschland Geschäftsführer Dr. Uwe Sayer. Sayer betont weiter: „Auch die Tatsache, dass unsere Wälder nicht mehr so alt werden, wie sie eigentlich könnten, weil die Bäume vorher genutzt werden, trägt dazu bei, dass der Wald verarmt und immer mehr Arten verliert.“

10 % der Wälder in Deutschland werden im Rahmen eines FSC-Zertifikates bewirtschaftet und weisen damit nach, dass sie nach anspruchsvollen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden. Diese Wälder orientieren sich an natürlichen Ökosystemen, die Bäume dürfen dicker und älter werden, nicht-heimische Baumarten haben einen geringeren Anteil an der Waldzusammensetzung. Dies gibt einen größeren Raum für die Entwicklung einer natürlichen Tier- und Pflanzenwelt als in vielen konventionell bewirtschafteten Forstbetrieben. Damit die hohen Öko- und Sozialstandards auch wirklich eingehalten werden, werden FSC-zertifizierte Betriebe jährlich von unabhängigen Kontrolleuren überprüft. Die internationale Nichtregierungsorganisation Forest Stewardship Council (FSC) setzt sich dabei seit über 20 Jahren dafür ein, dass Wälder als natürlicher Lebensraum erhalten bleiben, zugleich jedoch auch wirtschaftlich nachhaltig genutzt werden.

In Wäldern mit FSC-Siegel werden Totholzbäume als wichtiger Lebensraum erhalten und größere FSC-Forstbetriebe müssen Teile ihrer Flächen aus der Nutzung nehmen, um hier der Natur Raum zu geben sich selber entwickeln zu können. Außerdem müssen FSC-zertifizierte Betriebe auf Pestizide im Wald genauso verzichten, wie auf die Entnahme ganzer Bäume.

Wald ist so viel mehr als ein Rohstofflieferant. Wälder sind überlebenswichtig für unseren Planeten Erde und für zahlreiche Arten. FSC-zertifizierte Wälder sorgen dafür, dass Naturschutz und Holznutzung nicht im Widerspruch stehen und künftige Generationen noch Artenvielfalt im Wald erleben können.

Über FSC:       

Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine internationale, gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, mit Hilfe eines Siegels ökologisch und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung global auf Produkten sichtbar zu machen. Weltweit sind über 186 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert, in Deutschland sind es über 1 Millionen Hektar Wald (Stand: Februar 2015) und damit zehn Prozent der Waldfläche. In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine naturnahe Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt und ohne Kahlschläge, Gentechnik und Pestizide auskommt. FSC steht hier für die Mehrung natürlicher Mischwälder, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme sowie für faire Entlohnung. Der FSC wird als einziges Waldzertifizierungssystem von Umwelt- und Sozialverbänden wie z.B. WWF, Greenpeace, NABU, BUND und IG BAU, IG Metall unterstützt. Die Zertifikatsvergabe erfolgt durch unabhängige Dritte und wird jährlich überprüft.

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