Netzwerk ZENIT e.V. vergibt Innovationspreis

Unerkannte Schäden in Rotorblättern von Windenergieanlagen / Foto: HB
Unerkannte Schäden in Rotorblättern von Windenergieanlagen / Foto: HB
Für Rotorblätter eines Windrades eine besondere Beschichtung herstellen / Foto: HB

Wirtschaft trifft Wissenschaft

(WK-intern) – Exakt 66 hoch interessante Wettbewerbsbeiträge waren im Rahmen des bereits zum siebten Mal ausgeschriebenen Innovationspreises des Netzwerks Zenit  e.V. Ende letzten Jahres eingegangen.

Mülheim an der Ruhr / Eine Zahl, mit der im Vorfeld der Ausschreibung niemand gerechnet hatte. Unter dem Motto „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ wurden NRW-weit innovative Produkte und Verfahren gesucht, die in Kooperation eines mittelständischen Unternehmens mit einer Hochschule oder Forschungseinrichtung entwickelt worden waren.

Erste wirtschaftliche Erfolge sollten schon vorhanden bzw. zu erwarten sein. Weil die Qualität der eingereichten Beiträge außergewöhnlich hoch war, wurden in Mülheim an der Ruhr am 25. Februar gleich fünf Projekte ausgezeichnet, die es in die Endausscheidung geschafft hatten. Alle fünf Finalisten können sich über eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im Netzwerk Zenit e.V. freuen.

Dazu gehören auch die Kooperationspartner VeroMetal und die FH Bielefeld: Heavy metal light
Geht es um Serienanfertigungen in der Formen- und Werkzeugbranche, werden oft massive Aluminiumformen oder für besonders großen Teile leichtere Kunststoffformen verwendet. Beides hat Vor- und Nachteile. Um eine Optimierung bestehender Lösungen kümmern sich das Unternehmen VeroMetal aus Übach-Palenberg und die FH Bielefeld. Kennengelernt hatte man sich, als Prof. Dr. Herbert Funke, damals noch an der TU Dortmund tätig, nach einem Unternehmen suchte, das für Rotorblätter eines Windrades eine besondere Beschichtung herstellen konnte. Der im Rahmen der Kooperation gemeinsam entwickelte metallische Schutz mit dem Produktnamen VeroMetal® MoudProtect besteht zu 95 Prozent aus Metallpulver. Durch dessen Vermischung mit einem Binde- und Reaktionsmittel entsteht ein kaltes Flüssigmetall, das gegossen, gespachtelt oder mithilfe eines speziellen Spritzverfahrens auf beinahe jeden Untergrund aufgetragen werden kann. Damit ist es heute möglich, Formen zu produzieren, die die positiven Eigenschaften beider Formenbauwesen vereinen: Mit VeroMetal® MoudProtect lassen sich Oberflächen in Kunststoffformen herstellen, die aus echtem Metall bestehen und in besonderem Maße widerstandsfähig gegenüber möglichen Schäden sind. Die auf diese Weise hergestellten Formen sind aus leichtem Kunststoff, verfügen aber über eine metallische Oberfläche, die die hochwertigen Eigenschaften eines Gussmetalls mit sich bringt. So schützt das Produkt die Kunststoffformen vor Abrieb, Ausbrüchen oder Rissen und verlängert ihre Lebensdauer gegenüber bisherigen Verfahren signifikant. Laut VeroMetal-Geschäftsführer Robert Beckers und Prof. Funke ist das Verfahren international einmalig und habe entsprechend großes Potenzial. Zu den Kunden zählen u. a. bereits die Windindustrie und Surfboardhersteller.

Ausgezeichnet wurden die Kooperationsprojekte vor rund 100 Gästen durch den Vorsitzenden des Netzwerks, Dr. Otmar Schuster, die Laudatio hielt der Innovationspreisträger des Jahres 2012, Roland Damann von der Firma enviplan Ingenieurgesellschaft.

Das diesjährige Wettbewerbsthema „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ war gewählt worden, um den großen Beitrag aufzuzeigen, den nordrhein-westfälische Akteure für die Bereiche Innovation und Wachstum leisten. Das Thema, so Damann in seiner Laudatio, unterstreiche auch die Wichtigkeit, aus guten Ideen marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort NRW zu stärken und innovative Arbeitsplätze zu sichern. In diesem Zusammenhang sei es sehr zu begrüßen, dass das Land Anfang des Jahres für die kommenden fünf Jahre über die Initiative „HochschulStart-up.NRW“ rund 70 Millionen Euro zur Förderung des Austausches von Wissen und Technologien zwischen Hochschulen und Unternehmen bereit stelle. Positiv sei auch die wachsende Zahl strategischer Partnerschaften zwischen Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dies fördere den Abbau von Sprachbarrieren zwischen Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern und stärke das gegenseitige Vertrauen. Die Darstellung von Best-Practice-Beispielen und die Verleihung eines Preises für herausragende Kooperationen sei ein wichtiger Baustein in der Stärkung der Innovationskraft unseres Landes. Der Innovationspreis trage dazu bei, Innovationen anzuregen, Innovationen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, Innovationen und Innovatoren zu würdigen, innovative Firmen zu vernetzen und aus Innovationserfolgen zu lernen.

Sieger des mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreises 2015 ist die Rubotherm GmbH aus Bochum. Der Spezialist für analytische Messgeräte und Laboranlagen erhielt den Preis für die Entwicklung einer absolut innovativen Nanowaage gemeinsam mit der ETH Zürich. Beeindruckt zeigte sich die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Eberhard Menzel, Präsident der Hochschule Ruhr West, auch von den seit Gründung des Unternehmens bestehenden intensiven Kooperationen mit Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Viele der heute den Standard bestimmenden Rubotherm-Produkte wurden von Wissenschaftlern für ein neues Forschungsthema initiiert und als Ergebnis solcher Kooperationen entwickelt.

Auszeichnungen erhielten neben der VeroMetal und der TU Berlin auch die Scheideler Verfahrenstechnik GmbH aus Haltern am See, das Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen und die iExergy GmbH aus Münster mit ihren jeweiligen Kooperationspartnern.

PM: VeroMetal

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