Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung spricht sich gegen zwei Preiszonen im Strommarkt aus

Stromnetze / Foto: HB
Preiszonen im Strommarkt / Foto: HB

Modellanalyse zeigt: Zwei Zonen mit unterschiedlichen Preisen in Abhängigkeit von der Höhe der Stromproduktion und -nachfrage sind nicht geeignet, Engpässe im Stromnetz zu verringern

(WK-intern) – Wie lassen sich Engpässe im Stromnetz, die infolge der Energiewende durch die witterungsbedingt stark schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien regelmäßig auftreten, abmildern?

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat ein mögliches Instrument untersucht: Die Einrichtung zweier Preiszonen, in denen die Verbraucher abhängig von der Nachfrage und der Erzeugungskapazität in einer Region unterschiedlich hohe Strompreise zahlen würden, also beispielsweise im durch Wind- und Kohlekraft produktionsstärkeren Norddeutschland weniger als im nachfragestärkeren Süddeutschland. Den Energieökonomen des DIW Berlin zufolge ist ein solcher Mechanismus jedoch nicht geeignet, das sogenannte Engpassmanagement zu verbessern. Im Gegenteil: „Es wäre sogar zu befürchten, dass die Einführung von zwei Preiszonen die Marktliquidität senkt und die Marktunsicherheit erhöht“, schreiben Claudia Kemfert, Christian von Hirschhausen und Jonas Egerer vom DIW Berlin sowie Jens Weibezahn von der Technischen Universität Berlin in ihrer Studie, die im DIW Wochenbericht erschienen ist. Die zu erwartenden Preisunterschiede zwischen den Zonen wären gering und damit fielen die Anreize für bedarfsgerechtere Investitionen in Kraftwerkskapazitäten, einen effizienteren Kraftwerkseinsatz und eine bessere Integration erneuerbarer Energien entsprechend gering aus. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist von der Einführung zweier Preiszonen in Deutschland daher abzuraten“, so die Studienautoren. Stattdessen sprechen sie sich dafür aus, eine gezielte engpassorientierte Preisbildung für das gesamte deutsche Stromsystem zu prüfen, ein sogenanntes Nodalpreissystem: Dabei handelt es sich um ein marktbasiertes Engpassmanagement, das gleichwohl den Kraftwerkseinsatz zentral steuern und die Betriebskosten des Stromsystems erheblich reduzieren würde.

DIW Konjunkturbarometer Februar 2015: Sondereffekte kurbeln die deutsche Wirtschaft an

Die deutsche Wirtschaft wird nach dem unerwartet starken Schlussquartal 2014 auch im ersten Vierteljahr des laufenden Jahres kräftig wachsen: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal an. „Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit vor allem von den niedrigen Ölpreisen, dem schwachen Euro und von den Ausweitungen der Rentenleistungen“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Da es sich dabei aber um Sondereinflüsse handelt, warnen die Berliner Konjunkturexperten vor zu großem Optimismus: „Das zugrundeliegende Expansionstempo der deutschen Wirtschaft ist deutlich schwächer, als es die jüngsten Zahlen nahelegen.“ Zudem seien die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung weiter hoch: „Von den wirtschaftlichen und politischen Spannungen im Euroraum, wo die politische Unsicherheit vor allem um Griechenland wieder zugenommen hat, aber auch vom Konflikt um Russland und die Ukraine gehen weiter erhebliche Gefahren für die Finanzmarktstabilität und damit auch für die deutsche Konjunktur aus“, so Fichtner.

PM: Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

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