Energiepolititische Aufteilung des Strommarkts lässt Stromkosten jährlich um 100 Millionen Euro steigen

More than 9 TWh traded on French Day-Ahead - new overall monthly record on European Power Exchange
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Studie: Aufteilung des deutschen Strommarkts lässt Stromkosten um 100 Millionen Euro jährlich steigen

(WK-intern) – Analyse der ökonomischen Effekte einer Aufteilung der deutsch-österreichischen Preiszone bringt erhebliche wirtschaftliche Verluste zutage

Berlin / Leipzig / Paris EEX und EPEX SPOT haben gemeinsam eine Studie mit dem Titel „Economic efficiency analysis of introducing smaller bidding zones“ („Ökonomische Effizienzanalyse der Einführung kleinerer Gebotszonen“) veröffentlicht und die Ergebnisse heute in Berlin vorgestellt.

Beide Börsen haben das Beratungsunternehmen für Energiepolitik, Consentec, angefragt, diese Analyse vorzunehmen. Ziel ist es, quantitative Erkenntnisse für die derzeit laufende Diskussion um eine mögliche Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone im Stromgroßhandel zu liefern.

Die Studie vergleicht die wirtschaftlichen Kosten und den Nutzen einer Aufteilung des deutsch-österreichischen Strommarkts in zwei Gebotszonen. Hierbei wird ein Zielkonflikt sichtbar: Wird die Gebotszone aufgeteilt, können Kosten für eine Veränderung der gemeldeten Kraftwerksfahrpläne – den sogenannten Redispatch – in einigen Fällen gesenkt werden. Gleichzeitig entstehen laufend wirtschaftliche Verluste durch Ungewissheiten bei der Bestimmung der gesamten Übertragungskapazität zwischen den kleineren Zonen. Indem sie diese beiden Kostenfaktoren gegeneinander aufwiegt, zeigt die Studie, dass eine Aufteilung der deutsch-österreichischen Gebotszone die Gesamtkosten für die Stromversorgung um bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr steigen lassen würde. Darüber hinaus würden durch eine rückgängige Liquidität sowie höhere Transaktionskosten weitere Ineffizienzen entstehen.

„Die Ergebnisse unserer Analyse warnen deutlich vor einer Aufteilung großer, liquider Gebotszonen. Dies gilt insbesondere für den bereits integrierten und bewährten deutsch-österreichischen Strommarkt, der durch seine hohe Liquidität den Referenzpreis für Europa setzt“, sagt Dr. Christoph Maurer, Geschäftsführer von Consentec. „Statt der Aufteilung von Gebotszonen sollten Märkte weiter integriert werden. Dafür ist der Netzausbau die einzige gangbare Lösung.“

Die Studie kann auf den Websites der EEX (www.eex.com) und der EPEX SPOT (www.epexspot.com) oder über den obigen Link eingesehen werden.

Die European Energy Exchange (EEX) ist die führende europäische Energiebörse. Sie entwickelt, betreibt und vernetzt sichere, liquide und transparente Märkte für Energie- und Commodity-Produkte. An der EEX werden Kontrakte auf Strom, Kohle und Emissionsberechtigungen sowie Fracht- und Agrarprodukte gehandelt oder zum Clearing registriert. Zur EEX-Gruppe gehören weiterhin EPEX SPOT, Powernext, Cleartrade Exchange (CLTX) und Gaspoint Nordic. Clearing und Abwicklung der Handelsgeschäfte übernimmt das Clearinghaus European Commodity Clearing (ECC).

Die Europäische Strombörse EPEX SPOT SE betreibt die Strom-Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz (Day-Ahead und Intraday). Diese Länder machen zusammen mehr als ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs aus. Zudem ist EPEX SPOT Dienstleister der ungarischen Strombörse HUPX und betreibt im Auftrag der lokalen Börsen die Kopplung der Märkte der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn und Rumäniens. Sie ist eine Gesellschaft europäischen Rechts (Societas Europaea) mit Sitz in Paris und Niederlassungen in Leipzig, Bern und Wien. Über 220 Unternehmen aus Europa sind an der EPEX SPOT aktiv. 382 TWh wurden im Jahr 2014 auf den Märkten der EPEX SPOT gehandelt.

PM: EPEX SPOT

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