Ökostrom – darauf ist bei der Wahl des Versorgers zu achten

(WK-news) – Ökostrom ist leider nicht gleich Ökostrom. Denn nur Versorger, die ihren Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugen und gleichzeitig auch noch in die hierfür notwendigen Anlagen investieren, verkaufen echten grünen Strom. Viele Wettbewerber beteiligen sich nur am Etikettenschwindel, denn der Handel mit Ökostromzertifikaten boomt. Worauf ist also bei der Wahl eines Ökostrom-Lieferanten zu achten?

Foto: Mario De Mattia

Der Schwindel mit den Öko-Zertifikaten

Seit einigen Jahren liegt der Kauf von Ökostrom-Zertifikaten im Trend, denn einerseits möchten immer mehr Verbraucher Ökostrom beziehen, andererseits möchten sie dafür nicht allzu tief in die Tasche greifen. Doch dieser Trend hat einen ganz große Haken: Einige Öközertifikate bescheinigen Atom- und Kohlekraftwerken, dass ihr Strom kein konventioneller Strom, sondern Ökostrom sei. Verbraucherschützer raten daher, nur von denjenigen Anbietern Ökostrom zu beziehen, die auch selber in erneuerbare Energien investieren.

Atomstrom wird als Ökostrom umdeklariert

Gemäß Stiftung Warentest ist zum Beispiel das Renewable Energy Certificate System – kurz RECS – nicht empfehlenswert. Denn RECS erlaubt ein einfaches Umdeklarieren des Stroms. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein in Skandinavien sitzendes Energieunternehmen besitzt einige Wasserkraftwerke. Diese erhalten für jede Megawattstunde erzeugten Strom ein RECS-Zertifikat. Diese Zertifikate kann ein deutscher Stromversorger einfach kaufen – auch wenn er selber überwiegend seinen Strom in Kohlekraftwerken produziert. So wird aus Kohlekraftwerkstrom ganz einfach Ökostrom. Denn physikalisch liefert dieser Anbieter seinen Kunden Kohlestrom und keinen grünen Strom. Um dies zu verhindern, liefert die Vergleichsplattform tarife.de ausführliche Informationen rund um das Thema Ökostrom und Etikettenschwindel.

Auf diese Öko-Zertifikate ist Verlass

Verlass ist auf das Grüner Strom Label (GSL) und das Ok-Power Label: beide Zertifikate bestätigen, dass Versorger den Strom umweltfreundlich produzieren. Hinter den Siegeln stehen Verbraucher- und Naturschutzverbände. Im Jahr 2011 hatten 90 Stromtarife in Deutschland das GSL-Label und 56 das OK-Power Zertifikat. Aber auch der TÜV vergibt eigene Zertifikate. Dabei heißt es aber auch wieder: Augen auf! Denn mitunter werden nur Nebensächlichkeiten zertifiziert, wie etwa die Einhaltung einer Preisgarantie. Doch einige TÜV-Zertifikate attestieren auch deutlich strengere Selbstverpflichtungen der Anbieter.

PM: CIS

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