Vorgezogene Windkraft-Investitionen wegen der Senkung der EEG-Vergütung in 2016

Windturmaufbau / Foto: HB
Starker Zubau in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg / Foto: HB

Ausbau der Windenergie in Südwestfalen stagniert – Mehr Windenergieanlagen abgebaut als neu errichtet.

  • Starker Zubau in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg
  • Vorgezogene Investitionen wegen der Senkung der EEG-Vergütung in 2016
  • In Südwestfalen wurden mehr Windenergieanlagen abgebaut als neu errichtet

(WK-intern) – Südwestfalen: Zum ersten Mal wurden in Südwestfalen mit 16 Anlagen mehr Windenergieanlagen ab- als mit zwölf Anlagen aufgebaut.

Die installierte Leistung wurde zwar um 17,225 MW erhöht, was allerdings rund 7 MW weniger Zubau gegenüber 2013 bedeutet. Bundesweit ist dagegen ein erheblicher Ausbau der Windenergie zu verzeichnen.

Mit ca. 4.400 MW liegt der Zuwachs der Windenergieanlagen in Deutschland um gut 1.800 MW über dem geplanten Ausbaukorridor des EEG. Da allerdings weder Fotovoltaik noch Biomasse die ihnen zugebilligten Korridore erreichen, trägt die preiswerte Windenergie an Land jetzt maßgeblich zur Gesamtzielerreichung der Bundesregierung bei. Der starke Zubau ist vor allem mit der Ausweisung von Windkonzentrationsflächen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg sowie Vorzieheffekten im Freistaat Bayern und dem drohenden Ausschreibungsverfahren zu erklären. Eine starke zusätzliche Senkung der EEG-Vergütung für 2016 wird die Folge aus den vorgezogenen Investitionen sein.

Zwar ist in NRW der Windenergiezubau auch in den letzten drei Jahren kontinuierlich gestiegen. Um die ambitionierten Ziele der Landesregierung bis 2020 zu erreichen, müsste die Windenergie allerdings mehr als doppelt so schnellausgebaut werden.

Nach den Plänen der NRW-Landesregierung soll etwa ein Drittel der zukünftigen Windenergieleistung NRWs in Südwestfalen erzeugt werden. Davon sind die fünf Landkreise Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein und Soest aber noch weit entfernt. Noch immer fehlen in vielen Kommunen wirtschaftlich nutzbare Windvorrangzonen.

Durch die Diskussion zum Entwurf des „Sachlichen Teilplans ‚Energie‘“ zum Regionalplan Arnsberg sind in vielen Kommunen der Region die begonnen Flächennutzungsverfahren verzögert oder ausgesetzt worden. Von der Bezirksregierung Arnsberg ist noch keine Terminplanung für die weiteren Planungsschritte bekanntgegeben worden. Es wird nur angedeutet, dass wegen nicht vorhandener Fristen kein Handlungsdruck besteht.

Zusätzlich ist auch die Verabschiedung des Landesentwicklungsplanes noch nicht in Sicht. Dieser muss allerdings bei der jetzigen Fassung des Regionalplans zunächst wirksam sein, um den „Sachlichen Teilplan ‚Energie‘“ in Kraft setzen zu können. Aufgrund der starken Verzögerungen in zahlreichen Kommunen bei der Flächenausweisung in Südwestfalen kann die Region die Ziele der Landes- und Bundesregierung zum Ausbau der Windenergie für den Schutz der Umwelt und zur Schonung der Ressourcen in Deutschland in den nächsten Jahren voraussichtlich kaum unterstützen. Die Ausweisung von umsetzbaren Windvorrangzonen ist daher kurzfristig unumgänglich.

Download: Entwicklung der Windenergienutzung in Südwestfalen bis 2014

PM: BWE

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