EEBus Technologie verhilft Elektromobilitäts-Projekt zum Erfolg

Integration der Elektromobilität in intelligente Stromnetze und den vernetzten Verkehr

(WK-intern) – Zusammenarbeit von 15 Partnern aus Industrie und Forschung

Nach drei Jahren Forschungsarbeit ist das Projekt „econnect Germany“ im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Programms „IKT für Elektromobilität II“ erfolgreich abgeschlossen worden.

Bei einer Pressekonferenz in Berlin stellten Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie die Konsortialpartner zentrale Ergebnisse vor. In „econnect Germany“ haben sich an sieben Standorten (Aachen, Allgäu, Duisburg, Osnabrück, Trier, Leipzig, Sylt) Stadtwerke mit 15 Partnern aus Industrie und Forschung zusammengeschlossen. Die Bedeutung des Projekts hob Staatssekretärin Zypries bei der Präsentation in Berlin hervor: „Die Elektromobilität bietet als Baustein der Energiewende für Stadtwerke in Deutschland neue Chancen. Ich freue mich, dass die Forschungspartner von ´econnect Germany` mit ihren anwendungsnahen Lösungen wichtige Pionierarbeit geleistet haben.“ Sie hätten gezeigt, dass die Integration der Elektromobilität in Energieversorgungssysteme und moderne Mobilitätskonzepte große Möglichkeiten bietet. Konsortialführer war die smartlab Innovationsgesellschaft, eine Tochter der Stadtwerke Aachen, Duisburg und Osnabrück.

Der Informationsaustausch zwischen elektronischen Geräten und mit Energieversorgern erfolgte bei der Elektromobilitäts-Studie auf Basis der EEBus Technologie. Diese wurde von der Kölner Kellendonk Gruppe im Rahmen eines Programms des Bundeswirtschaftsministeriums entwickelt. Sie ermöglicht über eine Schnittstellen-Definition eine problemlose Verständigung, unabhängig von Marken, Gerätetypen und bisher benutzten Kommunikationsformen. Peter Kellendonk, Gesellschafter der Kellendonk-Gruppe, betonte die Bedeutung des Forschungsprojekts. „Dank EEBus werden die Inhalte für den Informationsaustausch standardisiert. So können sich die intelligente Vernetzung der Autos und die Elektromobilität und flächendeckend durchsetzen.“

Intelligenter Stromeigenverbrauch entlastet Stromnetze
Beim Elektromobilitäts-Test in Aachen wurde erprobt, welche Auswirkungen das gleichzeitige Laden zahlreicher E-Fahrzeuge (etwa am Feierabend) auf Stromverbrauch und Netzstabilität hat und wie diese Herausforderung im Smart Home intelligent durch eine umfassende Gerätevernetzung gelöst werden kann. Peter Kellendonk: „Wichtig ist in diesem Zusammenhang, wie der intelligente Stromeigenverbrauch – etwa bei Besitzern von Solaranlagen – netz-entlastend eingebracht werden kann. Das ist ein wichtiger Beitrag zur sicheren Versorgung.“ Um realistische Werte zu ermitteln, waren in Aachen 10 Familien Elektro-Smarts zur Verfügung gestellt worden, Alle teilnehmenden Haushalte wurden über eine einzige Stromverteilungsstation versorgt. Kellendonk: „So kann man gut erkennen, welche Auswirkungen der häufig zeitgleiche Ladevorgang hat und wie sich das bei einer großen Verbreitung von E-Autos auf die Netzstabilität auswirkt.“ Das sei ein entscheidender Weg hin zur Alltagstauglichkeit des Vernetzungskonzeptes. „Fahrzeuge mit Elektro-Motoren können so zu fahrenden Energiespeichern werden“, so Kellendonk.

Weiteres Thema des Forschungsprojekts waren die Möglichkeiten komfortabler Anwendungen in Autos. Dazu gehört nicht nur eine bessere Verkehrssteuerung. „Das Auto wird so zum intelligenten Dienstleister in allen Fragen, die mit individueller Mobilität zu tun haben“, erläutert Kellendonk: „Künftig wird es möglich sein, einen direkten Abgleich von Einträgen im Terminkalender mit Zielvorgaben im Navigationssystem vorzunehmen. Gleichzeitig werden Informationen an das Kommunikationssystem zu Hause übermittelt, damit dieses sich hierauf optimiert.“ So reagiert die Heizungsprogrammierung etwa selbstständig darauf, wenn die Familie schneller als geplant durch den Verkehr und somit früher nach Hause kommt. Auch wird es schon bald eine Vernetzung im Bereich Entertainment zwischen dem Auto und dem Zuhause geben. Überall kann man dann beispielsweise seine Lieblingsmusik hören.

Kooperation mit internationalen Smart Energy-Initiativen
Inzwischen unterstützen mehr als 50 Unternehmen die EEBus Technolgie durch eine Mitgliedschaft der EEBus Initiative, beispielsweise ABB, Bosch, Bosch und Siemens Hausgeräte, E.ON, EnBW, Intel, Kabel Deutschland, Liebherr, Miele, Schneider Electric, SMA, SolarWorld, Telekom, der TÜV Süd, der TÜV Rheinland oder Vaillant (eine vollständige Liste der Mitglieder steht im Internet unter: http://www.eebus.org/eebus-initiative-ev/mitglieder/). Um das Potential eines standardisierten Informationsaustauschs optimal zu nutzen, strebt die Initiative eine weltweite Anwendung der EEBus-Technologie an. Deshalb erfolgt ein großer Teil der Arbeit der Initiative auf internationaler Ebene in Normierungsgremien. Auch kooperieren die EEBus-Unterstützer bei der Entwicklung einer einheitlichen Sprache für das Smart Home mit den beiden anderen führenden europäischen Smart Energy/ Smart Home Initiativen AGORA sowie Energy@home. Kellendonk: „Somit können Erkenntnisse aus den jetzigen Elektromobilitäts-Anwendungen auch für die internationale Zusammenarbeit genutzt und weiterentwickelt werden.“

Hauke Hinrichs, Technischer Leiter der smartlab und Konsortialführer für ´econnect Germany` lobt bei econnect die die konstruktive Zusammenarbeit und die enge Vernetzung über sieben Standorte: „Zum anderen stand die Entwicklung praxisnaher Anwendungen im Fokus, die Leuchtturmcharakter für den jeweiligen Bereich hatten.“ Ob der Hybrid-Traktor im Allgäu, das Parkhaus der Zukunft in Trier oder der elektromobil vernetzte ÖPNV in Osnabrück – die Ergebnisse wiesen den Weg in die Zukunft der Elektromobilität. Besonders freute Hinrichs, dass das Forschungsprojekt sich sogar über die deutschen Grenzen hinaus entwickelt hat: „Im Dreiländereck Aachen haben wir im Rahmen von ´econnect Germany` gemeinsam mit den Mit-Initiatoren aus den Niederlanden e-clearing.net entwickelt, eine internationale Daten-Dreh­scheibe für Elektromobilität. Damit ermöglichen wir grenzüberschreitende Interoperabilität beim Laden von Elektrofahrzeugen.“

PM: BMWi

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